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Masters-Fahrer aus Basel besiegt die Elite im Rad-Bergrennen von Silenen

Beim 65. Bergrennen Silenen–Amsteg–Bristen holt sich mit Emanuel Müller ein Fahrer aus der Masters-Kategorie den Tagessieg. Keine Überraschung, ist doch der 31-jährige Basler kein unbeschriebenes Blatt.
Urs Hanhart
Emanuel Müller spürt seine Oberschenkelmuskeln: Der Einsatz hat sich gelohnt, der Basler lässt sämtliche Elite- und Amateurfahrer hinter sich. (Bild: Urs Hanhart (Bristen, 30. Mai 2019)

Emanuel Müller spürt seine Oberschenkelmuskeln: Der Einsatz hat sich gelohnt, der Basler lässt sämtliche Elite- und Amateurfahrer hinter sich. (Bild: Urs Hanhart (Bristen, 30. Mai 2019)

Nach der Zieldurchfahrt der Spitzenfahrer herrschte gestern in Bristen zunächst Ratlosigkeit. Es verstrichen mehrere Minuten, bis der Speaker den Namen des Tagessiegers bekannt geben konnte, obwohl dieser mit rund 40 Metern Vorsprung als Solist im Urner Bergdorf eintraf. Die Organisatoren waren offensichtlich davon ausgegangen, dass wie sonst üblich ein Fahrer aus dem Elite- oder zumindest aus dem Amateurfeld das Rennen machen würde. Die Startnummern der in der Masters-Kategorie gemeldeten Teilnehmer hatte man offenbar nicht auf die Schnelle präsent. Tagessieger Emanuel Müller wurmte dies nicht gross. Er freute sich sichtlich riesig über seinen Coup, der für ihn selber allerdings nicht unbedingt überraschend kam. Nach dem Rennen verriet er nämlich: «Momentan bin ich in einer ausgezeichneten Form. Insgeheim habe ich schon ein wenig mit dem Tagessieg geliebäugelt, zumal alle Fahrer, denen ich vor Jahresfrist den Vortritt lassen musste, diesmal nicht mehr angetreten sind.»

Müller belegte 2018 mit nur gerade 5 Sekunden Rückstand auf den Tagesschnellsten den undankbaren vierten Platz. Grosser Abwesender war diesmal Lokalmatador Reto Indergand, der sein Heimrennen im Vorjahr zum zweiten Mal gewonnen hatte. Der Silener verzichtete auf den Start, um sich optimal auf die Mountainbike-SM vom Wochenende vorbereiten zu können.

Nach schlechtem Start nach vorne geprescht

Müller liess bei der Zieldurchfahrt die sonst obligate Siegerpose gänzlich sein. Dies aus gutem Grund, wie er verriet: «Ich befand mich recht lange in einer ungünstigen Position und konnte erst rund 1000 Meter vor dem Ziel nach vorne. Dann habe ich gleich attackiert und bin weggekommen. Allerdings wusste ich nicht genau, ob allenfalls noch ein Ausreisser vor mir war.» Seine Befürchtung erwies sich als unbegründet. Müller befand sich ganz an der Spitze und verwies Mauro Schmid vom VC Steinmaur, der dem Bahnkader von Swiss Cycling angehört und im Vorfeld als Topfavorit gehandelt worden war, mit 3 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz.

Mit Dominic von Burg vom VC Mendrisio gab es zwar einen Ausreisser, der jedoch seine Pace nicht durchzuhalten vermochte und noch auf den neunten Schlussrang durchgereicht wurde. Nicht in die Entscheidung eingreifen konnten diesmal die Zentralschweizer. Der Luzerner Lukas Winterberg vom Focus-­Bikes-Team landete mit knapp ­ 10 Sekunden Rückstand auf dem siebten Platz. Unmittelbar hinter ihm sprintete Lokalmatador Fabio Püntener (VMC Silenen) als Gesamtachter und bester Urner ins Ziel. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass der 20-jährige Youngster derzeit mitten in Lehrabschlussprüfungen steckt. Für den einzigen Zentralschweizer Sieg – abgesehen von den Fun-Kategorien – war Marvin Müller (RMV Hochdorf) besorgt. Der Luzerner setzte sich in einem Zweiersprint gegen den Romand Haben Mhretab durch.

Prädestiniert für kurze Bergprüfungen

Aber nochmals zurück zum Tagessieger. Der hat nämlich ein beachtliches Palmarès vorzuweisen. Vor zwei Jahren gewann er an der Berg-SM die Silbermedaille und vor Jahresfrist sicherte er sich den Masters-Schweizer-Meister-Titel im Zeitfahren. Zu seinen Qualitäten sagte er: «Mir liegen so kurze Bergrennen wie hier in Bristen. Solche Prüfungen sind auf mich zugeschnitten.» Müller arbeitet als Doktorand am Wasserforschungsinstitut der ETH und kann deshalb nicht so viel trainieren wie die meisten Elitefahrer. Pro Woche kommt er auf vergleichsweise bescheidene 12 bis 13 Trainingsstunden. Dafür setzt er auf Qualität in Form von Intervallen anstatt auf Quantität. Zu seinen Saisonzielen sagte der 1,80 Meter grosse und 65 Kilogramm leichte Bergspezialist: «Ich möchte meinen Masters-Zeitfahrtitel verteidigen und an der Berg-SM, die im September auf der Strecke Chur–Arosa ausgetragen wird, wieder vorne mitmischen.»

65. Radbergrennen Silenen–Amsteg– Bristen. Elite Amateure: 1. Emanuel Müller (Peloton-veloemotion.ch-lapierre) 13.25,9 Minuten. 2. Mauro Schmid (Steinmaur) 3 Sekunden zurück. 3. Davis Corey (Elgg) 4,7. 4. Niki Hug 5,2. 5. Giacomo Conti (Mendrisio) 5,8. 6. Alessandro Santaromita-Villa (Mendrisio) 8,4. 7. Lukas Winterberg (Focus Bikes) 9,5. 8. Fabio Püntener (Silenen) 18,1. 9. Dominic Von Burg (Mendrisio) 32,9. 10. Severin Sägesser (Gränichen) 35,5.

Komplette Rangliste unter: www.skiclub-attinghausen.ch/brusti-timing

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