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«Pünktli» setzt Schlusspunkt

31 Jahre lang dauerte ihre Fussball-Aktivkarriere, jetzt tritt die Rothenburgerin Sandra Lütolf-Bachmann (49) zurück. Doch das Herzblut für den Fussball versiegt natürlich nicht.
Roland Bucher
Sandra Lütolf-Bachmann zu Hause in ihrem Garten. Bild: Manuela Jans-Koch (Rothenburg, 22. Juni 2018)

Sandra Lütolf-Bachmann zu Hause in ihrem Garten. Bild: Manuela Jans-Koch (Rothenburg, 22. Juni 2018)

Als Sandra Bachmann erstmals ins nationale Ausbildungszen­trum nach Tenero mit durfte, wo schon damals, vor geraumen 31 Jahren, Talente feingeschliffen wurden, kreuzte die junge Frau bei der ersten Teamversammlung mit einem T-Shirt auf, das mit vielen kleinen Pünktchen – sagen wir mal salopp – «verziert» war. Weil der damals sehr gängige Vorname Sandra in ihrer Begabtengruppe gleich in Fünffachbelegung existierte, entschied der Kurschef: «Für uns bis du ‹Pünktli›, basta.» Auch heute noch kenne man sie in der Fussballszene eigentlich fast besser unter diesem Kosenamen, sagt die 49-jährige Rothenburgerin. Und wer sie nicht kennt – der hat drei Dekaden Frauenfussball in der Innerschweiz verschlafen! «Pünktli» setzte Fragezeichen. Als Torhüterin und auch als Verteidigerin, zwei Rollen, die sie im Verlaufe ihrer Laufbahn im Wechselspiel belegte: «Wie kommen wir nur an ihr vorbei?», rätselten die gegnerischen Stürmerinnen verzweifelt. «Ich hatte im Prinzip wenig Talent», betont die Rothenburgerin, «aber ich war in meiner Spielweise knallhart. Ich habe in der Abwehrarbeit nie ein Pardon gekannt. Dies und meine Schnelligkeit waren meine Stärken.» Nun, Talent führte sie immerhin doch in einem derart gerüttelt Mass aufs Fussballfeld, dass sie ein kleines, aber wichtiges Innerschweizer Frauenfussball-Kapitel schrieb. Der Karriere­ablauf in einer schroffen Skiz­zierung: Nachdem Sandra Bachmann als Plauschfussballerin in Kriens auf den Geschmack gekommen war, löste das junge Talent 1987 die erste Lizenz beim damals von Otello Colombo neu gegründeten FC Malters; es folgten 20 Dienstjahre in der NLA und in tieferen Ligen für ihren Stammverein, ehe sie sich vor elf Jahren der Zweck-Gruppierung Littau-Malters (LiMa) anschloss und allmählich ihre Karriere ausklingen liess. Quasi als Frau für alles: Wenn es denn sein musste, führte die Multikönnerin auch mal im Mittelfeld gekonnt Regie oder ging, wie sie das explizit sagt, als «klassische» Mittelstürmerin auf Torjagd. «Es gibt keine Position in einer Fussballelf, die ich in diesen 31 Jahren nicht mal zu interpretieren versucht habe.» Jetzt ist Schluss. Und? «Nichts und. Das Leben geht weiter. Ich habe vor zwei Jahren das Innenband gerissen und spüre, wie in der Rehabilitation alles nun länger dauert.» Man werde nicht jünger. Aber man werde die Situation neu anpacken, sich zurück zu den Wurzeln orientieren: «31 Jahre lang aktiv, das reicht.» Jetzt wird «Pünktli», die Familienfrau und Mutter von Aileen (13) und Ki­lian (9), hinter den Kulissen Merkpunkte setzen, administrative Fronarbeit für den Frauenfussball übernehmen. Und vor allem: als gleichberechtigte Co-Trainerin Filius Kilian als E-Junior beim FC Rothenburg begleiten. Also: ein kleines feines Komma hinter dem Schlusspunkt. «Grad von einem Tag auf den anderen kann man ja mit der schönsten Nebensache der Welt nicht ganz aufhören.» Der Eintrag in die Weltrekordbücher In ihrer fussballerischen Souvenirkiste kramt Sandra Lütolf-Bachmann nicht etwa eine Titeltrophäe oder ein besonders sehenswertes Tor heraus, sondern das 20-Jahr-Jubiläum des FC Malters. «Es war ein Riesending, so etwas vergisst man nie.» Kann man gar nicht vergessen. Denn die kecken Malterser Fussball-Girls schrieben sich mit einem Weltrekord im Dauerfussball ins exklusive Buch der Bestleistungen. «Wir haben 31 Stunden lang hintereinander getschuttet. Das gab Kitt im Verein.» Und Muskelkater in den Wädli. Also, tschüss Sandra Lütolf-Bachmann. «Pünktli» hat als Aktivfussballerin eine tolle Karriere auf den Rasen gelegt. Jetzt ist Schluss damit. Punktum, sozusagen. Auf den Fussballplätzen ­anzutreffen wird sie nach wie vor sein: «Denn Fussball ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.»

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