Personeller Umbruch führt bei Unihockey Luzern zu Problemen

Unihockey Luzern kommt nicht in Fahrt und wartet weiterhin auf den ersten Saisonsieg in der 1. Liga.

Ruedi Vollenwyder
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Wurde von der Abwehr arg im Stich gelassen: Luzern-Torhüter Nicolas Graf. Bild: Roger Grütter (Meggen, 3. November 2019)

Wurde von der Abwehr arg im Stich gelassen: Luzern-Torhüter Nicolas Graf. Bild: Roger Grütter (Meggen, 3. November 2019)

Unihockey Luzern ist der Start in die neue 1.-Liga-Saison völlig missglückt. Vor der Doppelrunde gegen Deitingen und Fricktal hatte das Team um Trainer Robert Gröflin und Sportchef Sergio Lämmler nach acht Partien nur einen Zähler auf dem Punktekonto, der aus dem 5:6 nach Verlängerung verlorenen Spiel gegen Moosseedorf herrührt. Auch nach der Doppelrunde bleiben die Luzerner auf dem einen Punkt sitzen. «Es ist bitter. Nach einem guten und beherzten Teilauftritt wurde unser Aufwand wieder nicht belohnt, lagen doch in beiden Spielen Siege zum Greifen nahe», meinte Lämmler enttäuscht.

Im Match gegen Deitingen führten die Luzerner mit 4:1. «Dann hörten wir unverständlicherweise auf zu spielen und verloren noch 5:6», resümiert Lämmler. Im Sonntagsspiel gegen Fricktal reichten gar Führungen von 6:2 und 8:5 nicht zum ersten Sieg. Zu viele Strafen, was vier Gegentore in Unterzahl nach sich zog, waren mitverantwortlich, dass auch dieser Match mit 8:9 verloren ging. «Es kann nur noch besser werden», meinte Lämmler niedergeschlagen.

Nach mehreren Jahren mit ansprechenden oder guten Platzierungen sowie drei Playoff-Finalteilnahmen in Serie ist der letzte Tabellenplatz nun eine bittere Tatsache. Doch der Grund liegt auf der Hand: Die Verantwortlichen haben den zu rigorosen personellen Umbruch wohl unterschätzt, dafür muss die Mannschaft nun büssen. Mehrere Routiniers traten Ende Saison zurück. Der österreichische Nationalspieler Marcel Kramlhofer und das Talent Silvan Gnos wechselten zu Ad Astra Sarnen in die NLA. Sven Kistler schloss sich March-Höfe Altendorf (NLB) an. Der U21-Topskorer Silvan Bolliger setzt auf sein Studium. Dazu schmolz die Finnen-Fraktion mit Spielmacher Mika Nieminen (zu Widnau) und dem kurzfristigen Wechsel von Markus Piittisjärvi (zu March-Höfe) auf Janne Uotila (37) zusammen.

Spielerische Qualität und Routine verloren

Da Unihockey Luzern dem Grundsatz, auf die Jungen zu setzen, treu bleiben wollte, wurden die Finnen nicht ersetzt. «Klar, dass wir wegen dieser Abgänge viel an spielerischer Qualität und Routine verloren haben», gibt Sergio Lämmler zu. Das hat jedoch tiefgreifende Folgen: Die jungen und unerfahrenen Luzerner bekundeten vor allem in der Offensive viel Mühe. Mit durchschnittlich nur vier erzielten Toren pro Spiel können im Unihockey keine Spiele gewonnen werden.

Es haperte aber auch im defensiven Verhalten, etliche Partien wurden bereits im ersten Drittel verloren. So lagen die Luzerner gegen Reinach (0:6), Bern Capitals (0:6) und Olten (0:4) nach 20 Minuten schon aussichtslos zurück. Rückstände, die für das Selbstvertrauen auch nicht förderlich waren. Das Saisonziel, die Playoff-Teilnahme, können die Luzerner wohl schon jetzt abschreiben.

Männer, 1. Liga

Grossfeld, Gruppe 1. 9. Runde, Samstag: Waldenburg Eagles – Lok Reinach 8:6. Fricktal – Olten Zofingen 5:10. Luzern – Deitingen 5:6 (3:1, 1:3, 1:2). Moosseedorf Worblental – Schüpbach 5:6. Tornados Frutigen – Baden-Birmenstorf 3:5. Konolfingen – Bern Capitals 10:5. – 10. Runde, Sonntag: Luzern – Fricktal 8:9 (4:2, 3:3, 1:4). Bern Capitals – Lok Reinach 6:7 n. V. Moosseedorf Worblental – Waldenburg Eagles 5:9. Schüpbach – Deitingen 5:7. Olten Zofingen – Tornados Frutigen 6:4. Baden-Birmenstorf – Lions Konolfingen 9:5.
Rangliste: 1. Baden-Birmenstorf 11/25. 2. Lions Konolfingen 10/24. 3. Bern Capitals 10/24. 4. Olten Zofingen 10/21. 5. Lok Reinach 10/20. 6. Waldenburg Eagles 11/17. 7. Schüpbach 10/14. 8. Deitingen 10/14. 9. Fricktal 10/12. 10. Moosseedorf Worblental 10/11. Tornados Frutigen 10/4. 12. Unihockey Luzern 10/1 (40:83).

Luzern – Deitingen 5:6 (3:1, 1:3, 1:2)
Hofmatt, Meggen. – 60 Zuschauer. – SR Röthlisberger/Eisenmann. – Tore: 1. Huber 1:0. 3. Mathys 2:0. 6. Gerber 2:1. 8. Rutschmann 3:1. 24. Jeffrey 4:1. 29. Mucha 4:2. 33. Barrer 4:3. 36. Steffen 4:4. 46. Bieber 4:5. 47. Uotila 5:5. 49. Steffen 5:6. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Luzern; 1-mal 2 Minuten gegen Deitingen.
Luzern: Graf; Wagner, Bernet, Wildi, Jeffrey, Schmid, Uotila, Mathys, Lingg, Gerber, Huber, Fonseca, Rutschmann, Mathis, Samuel Ulmer, Gilli, Emmenegger, Lukas Ulmer.

Luzern – Fricktal 8:9 (4:2, 3:3, 1:4)
Hofmatt, Meggen. – 100 Zuschauer. – SR Bluzet/Zubler. – Tore: 4. Steinhauser 0:1. 8. Umiker 1:1. 10. Kurth 1:2. 11. Jeffrey 2:2. 19. Uotila 3:2. 20. Umiker 4:2. 25. Gilli 5:2. 27. Wildi 6:2. 31. Crétien 6:3. 34. Rutschmann 7:3. 37. Koch 7:4. 40. Steinhauser 7:5. 42. Mathys 8:5. 44. Koch 8:6. 47. Steinhauser 8:7. 55. Kurth 8:8. 57. Koch 8:9. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Luzern; 2-mal 2 Minuten gegen Fricktal.
Luzern: Graf; Wagner, Rutschmann, Bernet, Wildi, Jeffrey, Schmid, Uotila, Lingg, Gerber, Huber, Fonseca, Emmenegger, Mathys, Umiker, Gilli, Ulmer.

Nächstes Spiel. Samstag, 16. November, 19.30: Luzern – Frutigen (Utenberg).