Volleya Obwalden lässt die Favoritinnen aus Köniz abblitzen

Volleya Obwalden gewinnt das NLB-Finalrundenspiel gegen Edelline Köniz mit 3:2. Die NLA wird allmählich ein Thema.

Ruedi Vollenwyder
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Claire Mackenzie setzt zum Smash an. Obwalden verlor nie den Glauben an den Sieg.

Claire Mackenzie setzt zum Smash an. Obwalden verlor nie den Glauben an den Sieg.

Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 1. Februar 2020) Blindtext

Sie sassen noch lange auf dem Sarner Vereinshallen-Boden – die Amerikanerin Keira Moore (35) und die NLA-erprobte Mona Rottaris (23), die Tochter von Eishockey-TV-Experte Mario Rottaris, und betrieben zusammen mit Köniz-Trainer Agris Leitis Ursachenforschung, weshalb sich der Favorit Edelline Köniz gegen Volleya Obwalden mit 2:3 geschlagen geben musste. Volleya-Trainer André Küenzi kennt einen Grund: «Mein Team hatte den grösseren Willen. Wir wollten diesen Sieg.» Und Lia Capraro, die 17-jährige Aussenangreiferin, welche mit einem harten Smash ihrem Team im fünften Satz den Sieg sicherte: «Nach den verlorenen Sätzen drei und vier konnten wir uns im Entscheidungssatz mental noch einmal pushen. Wir Spielerinnen haben den Glauben an den Sieg nie verloren.»

Der spektakuläre erste Satz, in welchem Volleya einen Sieben-Punkte-Vorsprung (18:11) preisgab, endete in einem dramatischen Finale. Nach einem 24:25-Rückstand legte die überragend spielende 24-jährige Volleya-Kanadierin Claire Mackenzie den Ball mit einem gefühlvollen Heber ins gegnerische Feld zum frenetisch gefeierten 28:26-Satzsieg. Auch im zweiten Set zeigten die topmotivierten Obwaldnerinnen eine tadellose Leistung. Mit starken Service-Bällen, toller Abwehrarbeit und wirkungsvollen Blocks brachte man auch diesen Satz mit 25:22 nach Hause. «In diesen beiden Sätzen haben wir defensiv und offensiv sensationell gespielt», sagte Küenzi.

Nach einem Einbruch folgt nochmals ein Aufbäumen

Die Geschichten der Sätze drei (15:25) und vier (10:25) sind schnell erzählt. Volleya bekundete mit den starken Service-Bällen der nun kompakt und konzentriert auftretenden Könizerinnen grosse Mühe. Der 2:2-Satzausgleich war der Lohn für die Leistungssteigerung. «Die Luft war irgendwie draussen. Uns fehlte in diesen beiden Sätzen etwas die Energie», sieht Lia Capraro den Grund für den spielerischen Einbruch. Deshalb lag das Momentum im Entscheidungssatz klar auf der Seite des unangefochtenen Gruppensiegers der Westgruppe. Doch die junge Truppe um Trainer Küenzi rappelte sich nochmals auf. Volleya ging mit 9:8 in Front, führte 12:8, ehe es beim Stande von 14:13 nochmals eng wurde. Dann schmetterte Lia Capraro, wie schon erwähnt, den Ball unter dem gewaltigen Jubel der toll mitgehenden Fans zum überraschenden, aber verdienten 15:13-Satzsieg ins gegnerische Feld. Der Start in die Finalrunde, welche in die NLA führen könnte, ist den Obwaldnerinnen also geglückt.

Zum Modus: Die zwei bestklassierten Teams der NLB-Finalrunde treffen auf den Verlierer der NLA-Playouts (Ränge 9 und 10). Nach je vier Partien wird abgerechnet. Der Erstplatzierte steigt in die NLA auf oder bleibt in der NLA. Sollte Volleya einen der beiden ersten Finalrundenplätze schaffen, dann wären die Vereinsverantwortlichen gefordert.

Will man überhaupt aufsteigen? Volleya-Präsident Adrian Zemp spricht Klartext: «Schafft das Team auf sportlichem Wege den Aufstieg, dann nehmen wir diese Herausforderung, ohne uns auf finanzielle Abenteuer einzulassen, an. Ein NLA-Aufstieg wäre für unseren Verein der Beweis, dass wir in Obwalden gute Volleyball-Arbeit leisten.» Die NLA ist auch das Ziel der talentierten Lia Capraro: «Einmal in der NLA zu spielen, das wäre schon toll.» Und als Fernziel hat die Schülerin der Sport-Kantonsschule ein Ausland-Engagement, verbunden mit einem Studium, im Hinterkopf.

Volleyball, Frauen, NLB

Aufstiegsrunde, 1. Runde: Volleya Obwalden – Köniz 3:2. Aadorf – Visp 3:0 (25:17, 25:23, 25:18). Volley Luzern – Schönenwerd 3:1 (24:26, 26:24, 25:22, 25:16). Glaronia Glarus – Münchenbuchsee 0:3 (20:25, 20:25, 21:25). – Rangliste (alle 1 Spiel): 1. Aadorf 6 Punkte. 2. Münchenbuchsee 5. 3. Volley Luzern 5. 4. Köniz 4. 5. Volleya Obwalden 3. 6. Schönenwerd 1. 7. Glarus 1. Visp 0.

Volleya Obwalden – Köniz 3:2
Vereinshalle, Sarnen. – 180 Zuschauer. – SR Nasr/Häderli. – Sätze: 28:26, 25:22, 15:25, 10:25, 15:13. – Volleya Obwalden: Garovi, Müller, Giroud, Capraro, Mackenzie, Marcia Rohrer, Krummenacher (Libera); Küchler, Odermatt, Omlin, Niederberger, Djuric, Durrer (Libera). – Köniz: Marx, Montani, Moore, Holler, Schwander, Rottaris, Michelle Ackermann (Libera); Céline Ackermann, Joëlle Rohrer, Kobel, Wigger.