Nun ist für diese Unterwaldner Nachwuchs-Skifahrerinnen der Schulalltag zurückgekehrt

Die Skisaison nahm auch für die drei U18-Fahrerinnen ein abruptes Ende. Die Bilanz fällt positiv aus.

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Da war die Sportwelt noch in Ordnung: Anja Christen, Alessia Bösch und Delia Durrer (von links) nach dem Slalom an den nationalen U18-Meisterschaften, wo sie die Ränge zwei bis vier belegten.

Da war die Sportwelt noch in Ordnung: Anja Christen, Alessia Bösch und Delia Durrer (von links) nach dem Slalom an den nationalen U18-Meisterschaften, wo sie die Ränge zwei bis vier belegten.

Bild: PD

Swiss-Ski entschied per sofort ihre Athleten aus dem Ausland zurückzuholen, was für Delia Durrer (Beckenried-Klewenalp) den Abbruch der Jugend-Weltmeisterschaften in Norwegen bedeutete. Alessia Bösch (Engelberg) und Anja Christen (Bannalp-Wolfenschiessen) kehrten von FIS-Rennen aus Österreich zurück. «Plötzlich standen wir mit Sack und Pack daheim. Und jetzt?»

Das Power-Trio aus dem Engelbergertal freute sich doch noch auf gute FIS-Rennen in der Schweiz und wollte sich an den Schweizer Meisterschaften der Elite mit den Besten des Landes messen. «Nun geht es uns wie vielen Sportlern und Schülern. Wir sind daheim, machen Homeschooling und haben uns auf schneeloses Training eingestellt», erklären die drei Gymischülerinnen der Sportmittelschule Engelberg. Da die Sportschulabsolventen von der ganzen Schweiz kommen und oft international unterwegs sind, entschloss sich die Schulleitung aufgrund der aktuellen Lage bereits anfangs März die Schule zu schliessen und auf Fernunterricht umzustellen.

Sieben Siege an FIS-Rennen für Delia Durrer

«Die Kanäle funktionieren und die Lehrpersonen sind erreichbar. Wir sind es gewohnt selbstständig zu lernen. Neu kommt dazu, dass nun die Lektionen teilweise mit der Klasse per Videokonferenz stattfinden, was noch gewöhnungsbedürftig und manchmal auch lustig ist. Die Trainingspläne, die wir erhalten, sind auf Kondition ausgerichtet und so wir halten uns fit.» Bei Familie Bösch sind mit Weltmeister Fabian, Alessia und Luana gleich drei Schneesportler und Sportschüler daheim. Anja Christen arrangiert sich mit ihren drei jüngeren Brüdern. Nicht einfach für die Familie bei dem Bewegungsdrang und vier verschiedenen Schulmodellen. Delia Durrer hat sich daheim gut organisiert. «Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch und mache das Beste aus der Situation. Mit meinem Saisonverlauf bin ich sehr zufrieden. Ich habe mich schnell im C-Kader eingelebt, habe Rennen gewonnen und konnte mit Jugend-Olympia und der Jugend-Weltmeisterschaft an zwei Grossanlässen teilnehmen. Obwohl ich mein Potenzial da nicht ganz abrufen konnte, bin ich zufrieden und um Erfahrungen reicher», meint das quirlige Skitalent aus Oberdorf. Ja, das darf sie auch. Gewann sie doch sieben FIS-Rennen, wurde im Europacup eingesetzt und führt den Swiss Cup, der die besten U21-Fahrer der Saison auszeichnet, an und dies mit Jahrgang 2002.

Ebenfalls eine positive Bilanz ziehen Alessia Bösch und Anja Christen nach ihrer ersten FIS-Saison. Beide gehören dem Nationalen Leistungszentrum Mitte an. Während sie zu JO-Zeiten als Leaderinnen stets in den Top-15 starten konnten, gab es nun anfänglich Startnummern zwischen 70 und 95. Bald schafften sie Ränge zwischen 20 und 30, was ihnen zu besseren Startpositionen und FIS-Punkten verhalf. So konnten beide einige Male in die Top-10 fahren. Alessia schaffte es mit zwei dritten Plätzen gar aufs Podest. Sie dominierte den Jahrgang 2003 gefolgt von Anja Christen. «Ich habe mir die erste Saison schwieriger vorgestellt. Was mich auch freute, war, dass ich keinen Einbruch hatte und mich stets steigern konnte. Am Schluss hatte ich in Österreich noch gute Resultate. Schade, dass es nun fertig ist.» Auch zufrieden zeigte sich Anja Christen. «Ich bin gut gestartet und hatte Mitte Januar meine besten Resultate. Ein Sturz mit Prellungen und einer verstauchten Hand warf mich dann etwas zurück. Nun war das Vertrauen wieder da und ich wollte die kommenden Rennen nochmals Gas geben. Es wären noch rund zehn Rennen geplant gewesen. Aber eben wären…»

Das Trio ist sich einig, dass es leistungs- und erfahrungsmässig eine gute Saison war. «Zum Highlight zählte die U18-Slalommeisterschaft wo wir Zweite, Dritte und Vierte wurden. Das hätten wir feiern sollen, denn nun kann ja nichts mehr gefeiert oder gefahren werden», tönt es etwas wehmütig. Jedenfalls wollen die Drei bald wieder auf den Skis Gas geben. (mac)