Noch landen zu wenige Bälle im Korb von Swiss Central Basket

Trotz schwierigen Startwochen glaubt US-Spielmacher Ricky Price an das Potenzial von Swiss Central Basketball.

Daniel Schriber
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Ricky Price, Spieler von Swiss Central Basket, arbeitet hart, damit seine Wurfquote wieder besser wird.  Bild: Nadia Schärli (Luzern, 12. Oktober 2019)

Ricky Price, Spieler von Swiss Central Basket, arbeitet hart, damit seine Wurfquote wieder besser wird.  Bild: Nadia Schärli (Luzern, 12. Oktober 2019)

Nadia Schärli, Luzerner Zeitung

Ricky Price war sechs Jahre alt, als er zum ersten Mal einen Basketball in der Hand hatte. Zuerst warf er seine Körbe auf den Freiplätzen seiner Heimatstadt Richemond im US-Bundesstaat Virginia, später schaffte er den Sprung in die Mannschaft der örtlichen Highschool. Dort spielte Price so stark, dass er ein Stipendium bei der Radford University in der höchsten College-Liga erhielt. Und das, obwohl der Spielmacher mit seinen knapp 1,80 Metern eher klein ist für einen Basketballer. Price konnte seine Coaches mit anderen Qualitäten überzeugen. Mit seiner Schnelligkeit zum Beispiel. Mit seiner umsichtigen, smarten Spielweise. Und mit seinem Wurf. Und weil dieser für Price so wichtig ist, ärgert er sich auch so sehr darüber, dass er dieses Jahr Mühe hat, seine gewohnten Trefferquoten zu erreichen. Nur gerade 30 Prozent seiner Würfe landen aktuell im Korb. Dass das zu wenig ist, weiss der Amerikaner natürlich selbst: «Ich hatte noch nie ein solches Tief erlebt. Das ist eine ganz neue Herausforderung für mich.»

Ricky Price ist nicht zufrieden mit der aktuellen Situation. Nicht mit jener seines Teams, das bis jetzt noch kein Spiel gewinnen konnte – und auch nicht mit seiner eigenen. «Ich gebe aber nicht auf, sondern will mich der Challenge stellen.» Derzeit steht der 26-Jährige mehrmals pro Woche in der Halle, um individuell an seinem Wurf zu arbeiten. «Ich weiss, dass ich ein guter Werfer bin. Mein Hauptziel ist es, zurück in meinen gewohnten Rhythmus zu kommen.» Dass ihm dies bisher nicht leicht fiel, liegt auch daran, dass er in den letzten Wochen mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Drei der ersten neun Spiele hat er verpasst. «Noch bin ich nicht 100-prozentig fit, aber das soll keine Ausrede sein. Ich werde auch angeschlagen alles geben.»

Cupgegner hat sich nochmals verstärkt

Dass neun Niederlagen in Folge nicht angenehm sind, versteht sich von selbst. «Die ersten zwei Monate waren hart», so Price. Darüber hinaus muss das Team noch immer auf die Schweizer Leistungsträger Michael Plüss (29) und Laurent Zoccoletti (20) verzichten. Diese Ausfälle wiegen deshalb schwer, weil das SCB-Kader dieses Jahr dünner ist als in den Vorjahren. Von der Bank kommen ausschliesslich Nachwuchsspieler. Trotz der schwierigen Umstände bleibt Ricky Price zuversichtlich. «Die Teamchemie ist intakt», versichert er. Und auch in Luzern fühle er sich sehr wohl und willkommen – «auch wenn hier alles viel teurer ist als zuhause in Virginia!».

«Am Samstag im Cup gegen Lugano wollen wir unseren treuen Fans beweisen, dass wir ihre Unterstützung nach wie vor verdienen», betont Ricky Price. Dennoch scheint es derzeit unwahrscheinlich, dass es gegen die Tessiner tatsächlich zum ersten SCB-Sieg reichen könnte. Nach einer schwachen Startphase kamen die «Tigers» zuletzt immer besser in Form. Zudem hat sich das Team, bei dem die Ex-SCB-Spieler Nikola Stevanovic und Ibrahima Camara unter Vertrag stehen, unlängst mit dem Schweizer Nationalspieler Michel-Ofik Nzege verstärkt. Der 2,03 Meter grosse Forward avanciert in seinem ersten Einsatz gleich zum Topskorer seines Teams. Das weiss natürlich auch Ricky Price. Sein persönlicher Fokus liegt trotzdem anderswo: «Ich will wieder zu alter Wurfstärke zurückfinden!»