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Nach Cup-Erfolg: Freudensprünge bei Swiss Central Basket

Swiss Central Basketball gewinnt gegen Lugano überraschend mit 95:86 und steht im Cup-Viertelfinale.

Daniel Schriber
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Joel Wright (Nr.9, SCB) in Aktion.

Joel Wright (Nr.9, SCB) in Aktion.

Manuela Jans-Koch, Luzern, 30. November 2019

Am Ende machte Noldi Huber (75) gar einen Luftsprung. Bei der Übergabe des «MVP-Awards», also der Auszeichnung des besten Spielers, rannte der Präsident von Swiss Central Basketball auf Joel Wright zu und sprang dem 2-Meter-Mann mit einem grossen Satz in die Arme. Der emotionalen Reaktion gingen 40 spektakuläre Basketballminuten voraus. Die Freude über den überraschenden Sieg war dem langjährigen SCB-Präsidenten nach Spielschluss noch lange anzusehen. «Unsere Mannschaft hat mich heute beeindruckt», so Noldi Huber.

Wright mit 15 Punkten in Serie

Tatsächlich rechneten am Samstag wohl die wenigsten damit, dass die Pleiteserie von Swiss Central ausgerechnet gegen Lugano enden würde. In den ersten neun Meisterschaftsspielen blieb Swiss Central bisher stets sieglos. Und weil mit Captain Michael Plüss und Flügel Laurent Zoccoletti bei SCB die beiden stärksten Schweizer Akteure verletzungsbedingt fehlten, deutete auch nichts darauf hin, dass die Unglücksserie ausgerechnet im Cup enden würde. Doch es kam anders. Und das eben nicht zuletzt dank Joel Wright, dem besten Spieler des Abends. Besonders im dritten Viertel lief der jamaikanische Neuzugang zu absoluter Topform auf. Zwischen der 25. und der 30. Minute war der SCB-Forward nicht zu stoppen und erzielte rekordverdächtige 15 Punkte in Serie.

Junger Haris Jusovic glänzt mit perfekter Wurfquote

Nebst Wright zeigten auch die übrigen drei SCB-Ausländer (Price, Samenas, Nana) gute bis sehr gute Leistungen. Doch das allein hätte gegen ein individuell starkes, aber erstaunlich konzeptloses Lugano nicht zum Sieg gereicht. Das Zünglein an der Waage spielten viel mehr die Schweizer Spieler. Das ist nicht zuletzt deshalb beachtlich, weil bei Swiss Central am Samstag – nebst den erwähnten (Halb-) Profis – ausschliesslich U20-Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader standen. Und weil im Schweizer Basketball immer mindestens zwei einheimische Spieler auf dem Feld stehen müssen, trugen die SCB-Talente massgeblich zum Erfolg bei. Haris Jusovic zum Beispiel. Angestachelt durch den positiven Spielverlauf wuchs der 17-Jährige (!) im Schlussviertel förmlich über sich hinaus. Jusovic erzielte 8 Punkte – und das bei einer perfekten Trefferquote (4 von 4). Zudem sicherte sich der Reussbühler fünf Abpraller vom Brett (Rebounds). Als «Tüpfelchen auf dem i» sorgte Jusovic 55 Sekunden vor Schluss mit einem Slam-Dunk zum 88:79 für die definitive Entscheidung. «Unsere Jungen haben heute Verantwortung übernommen und einen sehr, sehr guten Job gemacht», lobte SCB-Coach Danijel Eric.

«Dieses Erfolgserlebnis tut uns allen sehr gut», sagte Eric nach dem Spiel. Zu euphorisch wollte sich der Trainer nach Spielschluss jedoch nicht geben. So erfreulich der Cup-Erfolg auch sein mag, so hart ist die Realität in der Meisterschaft. Dort wartet SCB nach wie vor auf den ersten Sieg. Eine nächste Chance dazu bietet sich am nächsten Sonntag, wenn wieder ein Heimspiel in der Maihofhalle ansteht. Der Gegner? Ausgerechnet Lugano.


Cup, 1/8-Final, Samstag, Maihof. – Zuschauer: 180

Swiss Central Basketball – Lugano Tigers 95:86 (44:39)

SCB: Nana 14, Mirza Ganic 4, Früh, Wright 32, Leucio, Jusovic 8, Mirnes Ganic, Obim, Samenas 21, Ricky Price 16. – Coach: Eric / Bär / Cokara. – abwesend: Plüss, Zoccoletti (beide verletzt)

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