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Nach 500 Meter am Ergometer brennen die Beine

Indoor-Rudern kann spannend sein, begleitet mit vielen Emotionen und einer speziellen Atmosphäre. Dies zeigt der Besuch an der Schweizer Meisterschaften in Zug.
Theres Bühlmann
Die Junioren beim Swiss Indoor-Rudern. (Bild: Maria Schmid (Zug, 26. Januar 2019)

Die Junioren beim Swiss Indoor-Rudern. (Bild: Maria Schmid (Zug, 26. Januar 2019)

Manchmal wurde es am Samstag sehr laut in der Zuger Sporthalle. Zur Austragung gelangten die Nationalen Titelkämpfe im Ergometer-Rudern. Ein Anlass, der Tradition hat, denn es war bereits die 30. Ausgabe – und die siebte in Zug. Für die Kaderangehörigen und -anwärter gehören diese Indoor-Schweizer-Meisterschaften zu einem wichtigen Bestandteil zur Qualifikation für die Nationalmannschaft. Deshalb fanden sich denn auch viele der «Grossen» in Zug am Start ein. Kurzfristig abgemeldet haben sich Jeannine Gmelin (Ruderclub Uster), die an muskulären Problemen leidet, sowie Roman Röösli (SC Sempach) und der Luzerner Michael Schmid, beide bekunden Rippenprobleme.

Die Frauen-Elite kämpft um den Schweizer Meistertitel. (Bild: Maria Schmid (Zug, 26. Januar 2019)

Die Frauen-Elite kämpft um den Schweizer Meistertitel. (Bild: Maria Schmid (Zug, 26. Januar 2019)

Es war angerichtet für die rund 450 Ruderinnen und Rudern, resultierend aus 50 Klubs. 40 Ergometer standen in zwei Reihen, was während des Wettkampfes schon ein recht imposantes Bild abgab. Erst stand für die Teilnehmer das Warm-up in einer speziell dafür vorgesehenen Halle auf dem Programm, aufwärmen also, einlaufen, einstimmen. Dann Platz nehmen auf dem Gerät, den Countdown abwarten – 3, 2, 1 – und los ging es, wobei auch der eine oder andere Fehlstart zu verzeichnen war. Alles von Schiedsrichtern überwacht.

Fast hautnah können die Fans den Ruderern bei der Arbeit zuschauen. (Bild: Maria Schmid (Zug, 26. Januar 2019)

Fast hautnah können die Fans den Ruderern bei der Arbeit zuschauen. (Bild: Maria Schmid (Zug, 26. Januar 2019)

Dank Grossleinwand bestens informiert

War dann das Rennen erst einmal lanciert, feuerten die zahlreichen Zuschauer und die Trainer die Athleten lautstark an, auf der Tribüne oder ganz nahe am Geschehen und sorgten so für viele Emotionen. «Go Roger go» oder «gut Elias, du schaffst das», war zu hören. Eltern, Grosseltern, Bruder, Schwester oder Kolleginnen nutzen die Gelegenheit, diese spezielle Atmosphäre auch einmal live zu erleben, auf sich einwirken zu lassen und als Fan unterstützend zu wirken. Oma winkte von der Tribüne, und der Götti hielt alles auf dem Smartphone fest.

Dank einer Grossleinwand mit Liveticker wurden die Zuschauer immer auf dem Laufenden gehalten, jeder Positionswechsel konnte so mitverfolgt werden. Viel zur Information beigetragen hat auch der engagierte Speaker, der die Rennen detailliert kommentierte. Je nach Altersklasse betrug die virtuelle Strecke 1000, 1500 oder 2000 Meter. Ein harter Kampf, vom Anfang bis zum Ende. Noch 500 Meter – die Protagonisten mussten beissen, mobilisierten ihre letzten Reserven, die Zuschauer wurden lauter, der Speaker auch, der Geräusch-Pegel stieg. Dann der Schlussspurt – Aus, Ende, und der eine oder die andere war ganz schön fertig, wie man sozusagen pflegt. Was auch kein Wunder ist, denn «2000 Meter Ergo sind das härteste, was es gibt», sagte eine Zuschauerin. Das konnte man als Laie sehr gut nachfühlen, da schmerzten die Muskeln nur schon vom Zuschauen. Dann hiess es für die Akteure: Griff zur Getränkeflasche, runterfahren, regenerieren, ausruhen.

Die Elektronik ist eine Herausforderung

Zum ersten Mal an einer Indoor-Schweizer Meisterschaft dabei war der 17-jährige Jonathan Dold (SC Sempach), der in der Kategorie U19 startete. «Nein», sagte er, «die Anfeuerungsrufe der Zuschauer nahm ich nicht so richtig wahr, ich habe mich voll auf mein Rennen konzentriert.» Und wie war denn das Rennen? «Nach 500 Meter brannten die Beine.» 14 Stunden beträgt das wöchentliche Training des Youngsters aus Sempach, der Simon Schürch als sein Vorbild nennt und die Wirtschaftsmittelschule in Luzern besucht. Im Skiff und im Doppelvierer bestritt er im letzten Jahr seine Rennen. In welchem Boot er in Zukunft sitzen wird, steht noch nicht fest, «eigentlich fahre ich alles gerne».

Das OK bestand aus sechs Mitgliedern, alles Leute aus den Reihen des Gastgebers See-Club Zug. Diesem stand Daniel Schaer als Präsident vor. Im Hintergrund sorgten rund 40 Helferinnen und Helfer für einen reibungslosen Ablauf. Schaer hatte dieses Amt bereits zum dritten Mal inne. Kommt da Routine auf? «Nicht unbedingt», sagte er. «Vor allem die Elektronik ist immer wieder eine Herausforderung. Aber wir haben einen kompetenten Mann, der das alles im Griff hat.»

Völlig ausgepumpt müssen sich die Sportler erst mal ausruhen. (Bild: Maria Schmid (Zug, 26. Januar 2019)

Völlig ausgepumpt müssen sich die Sportler erst mal ausruhen. (Bild: Maria Schmid (Zug, 26. Januar 2019)

Rekord des Zugers Andri Struzina praktisch mit Ansage

In der Stadthalle Zug wurden bei den Leichtgewichten zwei Schweizer Rekorde geknackt. Mit Spannung war das Duell der beiden Ruderpartnerinnen im leichten Doppelzweier, Frédérique Rol und Patricia Merz, erwartet worden. Von Anfang an liess Frédérique Rol (Lausanne Sports Aviron) keinen Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen. Trotz des hohen Lautstärkepegels in der Halle konnte sie sich gut auf ihr Rennen konzentrieren. «Dass Patricia Merz neben mir im gleichen Rhythmus ruderte, half mir. Es fühlte sich fast so an, wie wenn wir im Boot rudern.» Patricia Merz (See Club Zug) blieb ihrer Ruderpartnerin stets auf den Fersen und kam ihr auf den letzten Metern mit wuchtigen Ruderschlägen gefährlich nahe. Im Ziel trennten die beiden nur 0,8 Sekunden. Mit einer Zeit von 7:08.6 unterbot Frédérique Rol den Schweizer Rekord um 0,9 Sekunden. Der Zuger Andri Struzina wurde seiner Favoritenrolle bei den Leichtgewichten gerecht. «Als ich beim letzten verbandsinternen Ergometertest im Dezember persönliche Bestzeit erreichte und den Rekord schon damals inoffiziell knackte, wurde mir klar, dass ich diesmal eine gute Rekordchance hatte.» Gleichzeitig war ihm die spezielle Atmosphäre an den Swiss Rowing Indoors bewusst, weil die Konkurrenten nah sitzen und die Gefahr gross ist, zu vehement ins Rennen zu steigen. «Nach der 1000-Meter-Marke wusste ich, dass ich auf Rekordkurs bin, wenn ich das Tempo so halten kann.» Mit 6:08,9 unterbot Andri Struzina den Schweizer Rekord, der seit 2014 von Simon Schürch gehalten wurde, um 0,7 Sekunden. Bei den Junioren U19 gelang Tim Roth (Grasshopper Club Zürich) mit 5:59,7 eine neue Schweizer Bestmarke. Damit ist er erst der dritte Schweizer Ruderjunior, dem eine Zeit unter sechs Minuten gelang. (Jolanda van de Graaf)

Stadthalle Zug. Swiss Rowing Indoors.

Schweizer Meisterschaften auf dem Ruder-Ergometer. Meisterschaftsrennen (2000 m). Männer Open: 1. Barnabé Delarze (Lausanne Sports, Section Aviron) 5:49,3. 2. Markus Kessler (RC Schaffhausen) 5:52,4. 3. Augustin Maillefer (Lausanne Sports, Section Aviron) 5:54,7. – Frauen Open: 1. Pascale Walker (RC Zürich) 6:52,9. 2. Valérie Rosset (SC Sempach) 6:59,1. 3. Andrea Fürholz (Ruderclub Zürich) 7:01,8.
Ferner: 5. Jana Nussbaumer (SC Zug) 7:14,3.Männer Leichtgewichte: 1. Andri Struzina (SC Zug) 6:08,9 (Schweizer Rekord). 2. Fiorin Rüedi (GC Zürich) 6:12,8. 3. Julian Müller (SC Luzern) 6:13,1. 4. Matthias Fernandez (SC Zug) 6:15,9. 5. Jan Schäuble (SC Stansstad) 6:22,5. Frauen Leichtgewichte: 1. Frédérique Rol (Lausanne Sports, Section Aviron) 7:08,6 (Schweizer Rekord). 2. Patricia Merz (SC Zug) 7:09,4. 3. Sofia Méakin (Club d’Aviron Vésenaz) 7:11,4. Junioren U19: 1. Tim Roth (GC Zürich) 5:59,7 (Schweizer Rekord). 2. Marino Kerler (GC Zürich) 6:23,3. 3. Bojan Reuffurth (SC Zug) 6:23,8. – Juniorinnen U19: 1. Anne-Sophie Leunig (SC Küsnacht) 7:18,4. 2. Célia Dupré (D’Aviron Vésenaz) 7:20,4. 3. Alina Berset (SC Sursee) 7:21,2. Junioren U17 (1500 m): 1. Neel Bianchi (Canottieri Lugano) 4:48,8. 2. David Widmer (SC Sempach) und Louis Micheli (Forward Rowing Morges) 4:50,2. 4. Gian-Luca Egli (SC Stansstad) 4:56,6. 5. Joel Amhof (SC Luzern) 4:58,3. – Juniorinnen U17 (1500 m): 1. Nicole Schmid (SC Stansstad) 5:25,4. 2. Thalia Ahumada (Forward Rowing Morges) 5:30,4. 3. Sina Häfeli (SC Stansstad) 5:35.5. Junioren U15 (1000 m): 1. Quirin De Reuver (RC Kreuzlingen) 3:23,9. 2. Ivo Loepfe (SC Zug) 3:32,1. 3. Cedric Pahud (GC Zürich) und Andrey Yakubanets (D’Aviron Vésenaz) 3:33,3. 5. Matthia Strasser (SC Luzern) 3:35,8. – Juniorinnen U15 (1000 m): 1. Reka von Niederhäusern (Société Nautique de Genève) 3:55,5. 2. Ruby Lidgate (SC Zug) und Julia Schalch (RC Aarburg) 3:56,2. 4. Mia Fleischlin (SC Sempach) 3:56,8. 5. Emma Ming (RC Sarnen) 4:00,6.
Weitere Resultate: www.rowingindoors.ch und www.swissrowing.ch

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