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Michelle Brunner löst Diana Fankhauser als Schwingerkönigin ab

Am Eidgenössischen Frauenschwingfest in Menznau entscheiden 0,25 Punkt über die Titelvergabe. Die Zentralschweizerinnen können in die Entscheidung nicht eingreifen.
Stefanie Meier

Am vergangenen Sonntag verwandelte sich das 3000-Seelen-Dorf Menznau in eine einmalige Schwing- und Festarena. Das Eidgenössischen Frauen- und Meitli-Schwingfest war angesagt. «Froue, i d’Hose», heisst die Devise des Frauenschwingclub Steinhuserberg – und das seit 1991, wie auf der Homepage des Vereins zu lesen ist. Zusammen mit dem Skiklub Menznau organisierten die Luzerner Hinterländer zum Saisonabschluss diesen Grossanlass. Obendrauf konnten sich die vielen Festbesucher auch an der Menznauer Kilbi vergnügen. Doch die Aufmerksamkeit galt primär den Schwingerinnen in den vier Sägemehlringen. OK-Präsident Marcel Wisler zeigte sich zufrieden mit dem Anlass. Er hatte mit 1500 Fans, gegen 3000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten den Saisonhöhepunkt.

In der Favoritenrolle war Michelle Brunner, die Führende in der Jahreswertung. Sie hatte bereits zwei Festsiege auf ihrem Konto und kämpfte in Menznau um den prestigeträchtigen Titel einer Schwingerkönigin. Gegenüber der Titelverteidigerin Diana Fankhauser und Angela Riese hatte sich die für den Schwingverband Linth kämpfende Riederin ein kleines, aber wie sich letztlich herausstellte, entscheidendes Punktepolster angelegt. Schwingerkönigin wird jene Athletin, welche die höchste Punktzahl erreicht. In die Wertung kommen vier von sechs Festen. Bei Punktegleichstand entscheidet die Anzahl Festsiege.

Ein Dreikampf um den Königstitel

Nach fünf von sechs Gängen waren Brunner, Fankhauser und Riesen noch allesamt im Rennen um den begehren Königstitel. Sie alle hatten fünf Siege auf dem Konto. Somit musste die Entscheidung im sechsten und letzten Gang fallen. Mittlerweilen fanden sich immer mehr Zuschauer in der Schwingarena ein. Platz um Platz füllte sich, die Blicke waren gespannt auf die vier Schwingplätze gerichtet. Brunner wie auch Fankhauser setzten alles daran, ihre letzten Gänge zu gewinnen. Fankhauser hätte für die Titelverteidigung zwingend einen Sieg gebraucht. Obwohl es in beiden Kämpfen gleich mehrfach eine Entscheidung in der Luft lag, stellten sie ihre Gänge.

Mit winzigen 0,25 Punkten Vorsprung entschied Brunner den Kampf um die Königskrone für sich. Die neue Schwingerkönigin wurde in die Luft gehoben und auch die Champagnerdusche liess nicht lange auf sich warten. Wie knapp dieser Triumph letztlich ausfiel, war der Ostschweizerin nach dem Fest absolut bewusst. Beirren liess sie sich dadurch aber keineswegs. «Ich war im Kopf parat und habe so geschwungen, wie an allen andern Festen», erklärte Brunner. Mit dem goldenen Kranz der Schwingerkönigin auf dem Kopf gab sie zu Protokoll, dass genau solche Moment sowie die Zusammengehörigkeit und die familiäre Atmosphäre, die Faszination dieser Sportart ausmachen. Der Erfolg kam nicht von ungefähr: Die Ostschweizerin stammt aus einer Schwingerfamilie. In der Saison 2007 absolvierte die heute 21-Jährige ihr erstes Fest bei den Mädchen und gewann als Jahresbeste gleich den goldenen Zweig.

Erster Festsieg bei den Aktiven

Als Festsiegerin konnte sich in Menznau Angela Riesen feiern lassen. Im Schlussgang liess die Bernerin nichts anbrennen, schwang auch gegen Yolanda Geissbühler aus Huttwil auf Angriff und legte ihre Kontrahentin nach 2.30 Minuten Überstellen am Boden auf den Rücken. Die erst 16-Jährige aus Helgisried krönte damit eine äusserst erfolgreiche erste Saison bei den Aktiven. Als Schlüssel zum Erfolg entpuppte sich ihre Unbeschwertheit. Stolz nahm sie den Siegerpreis, ein Kalb, entgegen und war sich sicher: «Dieses Kalb werde ich behalten. Ich habe schon eins zu Hause», so die junge Bernerin.

Zentralschweizerinnen können nicht in Entscheidung eingreifen

Die Innerschweizer Delegation konnte weder um den Königstitel noch um den Festsieg mitreden. Für Lokalmatadorin Sarah Wisler lag der Kranz nach dem vierten Gang noch in Reichweite. Umso grösser war die Enttäuschung der Athletin des Frauenschwingclubs Steinhuserberg nach dem verlorenen fünften und dem gestellten sechsten Gang. Somit konnte die Menznauerin den Heimvorteil nicht nutzen, reihte sich schliesslich auf Rang 10 ein. «Ich war eigentlich gut drauf, war immer fokussiert und kaum nervös und trotzdem konnte ich meine Leistung nicht wunschgemäss abrufen. Es gilt nun, dieses Fest abzuhaken und nach vorne zu blicken», betonte die Menznauerin, die mit einem gerissenen Kreuzband an ihr Heimfest bestritt und sich nun einer längeren Genesungsphase unterziehen wird. Als beste Innerschweizerin klassierte sich Sandra Müller (Steinhuserberg) auf Rang 8.

Menznau. Eidgenössisches Frauen- und Meitlischwingfest (152 Schwingerinnen/3000 Zuschauer). Schlussgang: Angela Riesen (Helgisried) bezwingt Yolanda Geissbühler (Eriswil) nach 2:30 Minuten mit Überstellen am Boden. – Rangliste: 1. Riesen 58,25. 2. Geissbühler 57,50. 3. Rahel von Känel (Reichenbach) 57,00. 4. Diana Fankhauser (Chesalles sur Oron) 56,75. 5. Michelle Brunner (Rieden) und Franziska Ruch Frutigen), je 56,50 (alle mit Kranz). Ferner: 7. Marian Kälin (Egg) 56,00. 8. Sandra Müller (Nebikon) 55,75. 10. Sarah Wisler (Menznau), Tamara Enz (Giswil), Manuela Egli (Romoos), Isabel Egli (Steinhuserberg), Andrea Deck (Erstfeld), je 55,25.

Jahreswertung: 1. Michelle Brunner (Schwingerkönigin) 229,00 Punkte (Schwingerkönigin 2019). 2. Diana Fankhauser 228,75. 3. Angela Riesen 228,75. 4. Melissa Klossner (Horboden) 226,25. 5. Yoland Foulk (Moudon) 226,00. Ferner: 7. Andrea Deck 225,25. 9. Manuela Egli 224,50. 11. Marian Kälin 223,00. 17. Sandra Müller 220,50.

Alle Ranglisten unter: www.efsv.ch/

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