Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Obwaldner Kunstturnerin: Mehr Gefühl statt Notendruck

Am letzten Vorbereitungswettkampf vor den Schweizer Meisterschaften holt sich Nicole Odermatt (Getu Obwalden) die Goldmedaille. Gegen Ende des Wettkampfes fehlt ihr allerdings noch die Konzentration.
Stefanie Meier
Ist bereit für die Schweizer Meisterschaften von Ende Oktober in Winterthur: Frauen-Siegerin Nicole Odermatt von der Getu Obwalden.Bild: Marianne Baschung (Sarnen, 11. Oktober 2018)

Ist bereit für die Schweizer Meisterschaften von Ende Oktober in Winterthur: Frauen-Siegerin Nicole Odermatt von der Getu Obwalden.Bild: Marianne Baschung (Sarnen, 11. Oktober 2018)

Es verbleiben noch knapp zwei Wochen bis zu den diesjährigen nationalen Titelkämpfen in Winterthur (Mannschaft Frauen), Biasca (Mannschaft/Mehrkampf Männer) und Dietikon (Mehrkampf Herren und Gerätefinals). Den letzten Schliff für diesen Saisonhöhepunkt holten sich die qualifizierten Turnerinnen und Turner des Verbandes Luzern, Ob- und Nidwalden am vergangenen Freitagabend am Vorbereitungswettkampf in Sarnen. Die besten Athleten des Verbandes standen im Mittelpunkt des Geschehens. Unter ihnen auch die Obwaldnerin Nicole Odermatt, die den Wettkampf der Kategorie Damen gewann.

Schon mehrfach in dieser Saison glänzte die 27-jährige mit Top-10-Resultaten und nun reichte es ihr mit 36,75 Zählern zum Sieg. Odermatt beendete damit die Siegesserie der Spitzenturnerin Melanie Konzelmann (Eschenbach), die bisher jeden Wettkampf souverän für sich entschied. Konzelmann erwischte einen nicht ganz optimalen Start am Reck und unterlag der Siegerin Odermatt um 35 Hundertstel. Nicole Odermatt selbst gab sich äussert zufrieden mit ihrem Wettkampf. «Ich freute mich über meine gute Leistung am Reck (9,40) und dass mir der Ausgang wie gewünscht gelang», resümierte die Siegerin. Auch am Boden (9,30) und an den Schaukelringen (9,25) turnte sie die Übungen wie gehabt und kam ihrem ersten Saisonsieg immer näher. Beim abschliessenden Sprungdurchgang hingegen war dann die Luft etwas raus (8,80). «Meine Kraft- und Konditionsreserven waren aufgebraucht», so Odermatt.

Mit fokussiertem Training zum Erfolg

Nicht zum ersten Mal vergab Odermatt wertvolle Punkte ganz zum Schluss des Wettkampfes. «Ich muss lernen, die Konzentration bis ganz zum Schluss hochzuhalten. Oftmals passieren mir beim letzten Gerät unnötige Fehler. Das nur, weil mein Kopf wahrscheinlich den Wettkampf schon beendet hat», erklärte die Ergotherapeutin. Der Wettkampf sei aber erst mit der letzten Landung auch wirklich zu Ende, fügte Odermatt hinzu. Und genau darauf will sie die nächsten zwei Wochen den Fokus legen. In Sachen Ausdruck, Konzentration und Standsicherheit kann sie noch mehr Fortschritte machen.

Zusammen mit Melanie Konzelmann (Eschenbach), Sarah Bargetzi (Malters), Chantal Rötheli (Obwalden) und Petra Reichmuth (Grosswangen) absolviert sie am Wochenende vom 27./28. Oktober den Mannschaftswettkampf in Winterthur. Das Fünferteam um Coach Reto Schurtenberger (Grosswangen) bereitete sich unter anderem an zwei Trainingszusammenzügen für diesen SM-Wettkampf vor, entwickelte in den letzten Wochen eine sehr gute Teamdynamik und ist bereit, sich auf nationaler Ebene zu messen. «Ich kann nicht einschätzen, wo wir stehen. Mir persönlich ist wichtig, dass ich am Tag X meine beste Leistung zeigen kann und dass ich als Einzelkämpfer meinen Beitrag fürs Team leisten kann.»

Zu viel Ehrgeiz kann zum Verhängnis werden

Gezieltes Mentaltraining vor und nach dem Training soll ihr die nötige Lockerheit für den Wettkampf geben. «Mentaltraining heisst in meinem Fall, dass ich nach dem Training kurz reflektiere, was gut und was weniger gut war. Dasselbe dann unmittelbar vor dem Training, damit ich auch wirklich dort anknüpfen kann, wo ich beim letzten Mal stehen geblieben bin», erklärte Odermatt. Auf die Frage, was ihr an den Schweizer Meisterschaften denn zum Verhängnis werden könnte, spricht sie ihren Ehrgeiz an. Es sei schön, dass sie nach all den Jahren noch immer diesen Ehrgeiz entwickle, jedoch bremse es sie oftmals aus, weil sie sich dann zu sehr verkrampfe. Ihre Devise sei, immer das Optimum herauszuholen, gibt die gebürtige Kernserin zu verstehen. Um diesem eigenen, inneren Druck ein wenig entgegenzuwirken, wahrt sie nun während des Wettkampfes eine gewisse Distanz zu den Noten. Sprich, Übung turnen, ein Gefühl fürs Geturnte entwickeln und sich dann direkt auf das nächste Gerät konzentrieren, ohne sich von der Note beeinflussen zu lassen. «Das funktioniert ganz gut. Ich bin dadurch viel fokussierter und lasse mich weniger ablenken», sagte Nicole Odermatt.

Genau solche Tipps und Tricks will sie später einmal ihren Turnerinnen und Turnern weitergeben. Aktuell steht sie «nur» als Turnerin und noch nicht als Leiterin in der Halle. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. In erster Linie konzentriert sich Odermatt aber auf die bevorstehenden Wettkämpfe von Ende Oktober und Mitte November und was dann kommt, nimmt sie peu à peu.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.