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Luzern und Zürich: Roland Eggspühler schafft zwei Wettkämpfe am selben Tag

Alle paar Jahre passiert es: Der Luzerner Stadtlauf und die SOLA-Stafette in Zürich finden am selben Tag statt. Das ist ein Problem, aber es lässt sich lösen. Ein Erlebnisbericht über ein paar Wettkampf-, aber sehr viele Bahnkilometer.
Roland Eggspühler
Der Luzerner Roland Eggspühler am Luzerner Bahnhof. (Bild: Dominik Wunderli, 4. Mai 2019)

Der Luzerner Roland Eggspühler am Luzerner Bahnhof. (Bild: Dominik Wunderli, 4. Mai 2019)

Mit Luzern verbindet mich fast alles, ausser das Studium an der ETH Zürich. Zwei Mal zwei Jahre, unterbrochen von einem Praktikum in der Luzerner Agglo, hatte ich vor vielen Jahren im Exil auf dem ETH-Campus Hönggerberg verbracht. Immer im Frühling organisiert der Akademische Sportverband Zürich (ASVZ) die SOLA-Stafette, mit 14'000 Teilnehmenden ist das – wie der Luzerner Stadtlauf – einer der grössten Schweizer Laufsportanlässe. Nur weiss das ausserhalb des studentischen Zirkels kaum jemand. Seit 1989 laufe ich immer im selben Team, mit meinen Langlauf-Kumpels des Schweizerischen Akademischen Skiclubs (SAS).

Wenn der Luzerner Stadtlauf am selben Tag wie die SOLA stattfindet, bringt mich das jedes Mal in ein ernsthaftes Dilemma. Meine Lösung für dieses Jahr war ein interner Streckenabtausch, so dass ich meine Laufschuhe in Zürich bereits am Mittag (statt wie sonst üblich am Nachmittag) schnüren konnte. Also packte ich am Freitagabend zwei Taschen: Eine für alles, was ich an der SOLA und zwischen Zürich und Luzern brauchen würde, die andere enthielt das nur am Stadtlauf benötigte Material. Alles in Säcke und in der richtigen Reihenfolge verpackt, falls es plötzlich schnell gehen müsste.

Depot an einem strategisch sicheren Ort

Am Samstagmorgen deponiere ich die «Luzerner Tasche» auf dem Weg zum Bahnhof an einem strategisch sicheren Ort. Um 9.10 Uhr sitze ich im Zug nach Zürich und gehe alle Details des Tages nochmals durch. Mit Tram und Bus erreiche ich den Hönggerberg – irgendwie ist es wie damals während des Studiums, auch wenn sich das ETH-Gelände inzwischen stark weiterentwickelt hat.

Während meinem Einlaufen kommen die ersten Läufer zur Übergabe, ich halte mich weiter warm, bis ich den Staffelstab ebenfalls übernehmen darf. Ich finde schnell einen guten Rhythmus, mache einige Ränge gut und beschliesse unterwegs, dieses Tempo nach dem Zwischenziel gleich durchzuziehen – so dass es sicher auf den anvisierten Zug reicht, der mich nach Luzern an den Stadtlauf bringt. Zu Ende Schwitzen kann man ja auch im VBZ-Tram, und Umziehen und Verpflegen auch im Interregio der SBB! In Zug hat der Zug eine technische Störung. Dass sich die Weiterfahrt um 13.30 Uhr «um unbestimmte Zeit verzögert», macht mich leicht nervös, obwohl ich für genau einen solchen Fall eine Stunde Reserve eingeplant habe. Nach 20 Minuten geht es weiter, und bei der Ankunft im Luzerner Bahnhof bin ich bereit für die nächsten Programmpunkte: Stadtlauf-Shirt und Lunch-Säckli abholen, Fototermin um 15.00 Uhr im Bahnhof, Umziehen, Treff (15.45) und Fototermin (16.30) mit dem Team.

Am Luzerner Stadtlauf starte ich um 17.03 Uhr bei den Happy Runners der Firmenteams und unterhalte mich mit Andrea – als frühere SOLA-Siegerin ist sie eine der ganz wenigen am Luzerner Stadtlauf, die nachvollziehen können, warum mir die SOLA so viel bedeutet.

Das Teamerlebnis am Stadtlauf

Bei den Happy Runners ist das Tempo gemächlich und es regnet – trotzdem ist mir gerade sehr warm. Ums Herz, und auch sonst. Ich habe zwei Schichten mehr an als an der SOLA und sauge die Stadtlauf-Stimmung so intensiv auf wie es meine Textilschichten mit dem Regen tun. Die meteorologischen Kapriolen kann ich gut ausblenden, die Plauschkategorie ist für mich purer Spass. Vom Ziel der Happy-Runners verschiebe ich mich auf die andere Reuss-Seite zum Start der (kompetitiven) City-Runners, wo mich Manuel, Marco, Michi, Noah, Stefan, Ursi und die anderen des Teams nach meinem schnellen Umziehen beziehungsweise ihrem Einlaufen herzlich begrüssen. Um 17.44 Uhr geht es schon wieder los: Bis zum ersten Mal Weinmarkt laufen die Beine noch rund, aber im Löwengraben merke ich, wie meine Schritte schwer und schwerer werden und ich mich jetzt trotz leerem Akku durchbeissen muss. Auf dem Kapellplatz verabschiede ich mich um 17.57 Uhr ausser Atem beziehungsweise auf französisch und gehe nicht zum After-Race-Bier unseres Stadtlauf-Firmenteams ins Restaurant Ente – denn eine halbe Stunde nach meinem City-Runners-Zieleinlauf in Luzern trifft sich mein SAS-SOLA-Team in Zürich zum Apéro. Diesen verpasse ich wegen meines Doppel-Einsatzes am Luzerner Stadtlauf, aber auf das gemeinsame SAS-Nachtessen um 19.00 Uhr schaffe ich es an die Limmat. Auch dank den SBB, die beim 18.10-Interregio netterweise auf den Einschub einer technischen Störung verzichten.

Als ich zum zweiten Mal nach Luzern zurückkehre, ist es erstens bereits Sonntag und zweitens der Stadtlauf fast vollumfänglich aufgeräumt – unser Teamessen an der SOLA ist immer eine Art Klassentreffen, wo sich alte Gschpänli treffen. Und das dauert dann eben meist etwas länger …

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