Das Luzerner Fussball-Stadtderby geht an den SC Obergeissenstein

Obergeissenstein gewinnt das 2.-Liga-Stadtderby gegen Littau 3:1. Littaus Lage bleibt ungemütlich.

Michael Wyss
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Samuel Stalder, Mittelfeldspieler SC Obergeissenstein. Bild: Michael Wyss

Samuel Stalder, Mittelfeldspieler SC Obergeissenstein. Bild: Michael Wyss

«Ich bin erleichtert. Der Sieg verschafft uns etwas Luft nach hinten», freute sich Obergeissensteins Präsident Andreas Piattini nach dem 3:1-Sieg über Littau. Der 47-Jährige sagt: «Mit der Entwicklung bin ich sehr zufrieden. Der eingeschlagene Weg stimmt. Doch wir sind uns bewusst, dass es ein Kampf bis am Schluss geben wird.» Was muss besser werden? «Die Konstanz. Innerhalb einer Partie, dann aber auch über mehrere Partien. Wir haben viele Hochs und Tiefs», so der Vereinshöchste.

Marco Häfliger (32), der auf diese Saison vom Assistenztrainer zum SCOG-Cheftrainer befördert wurde, war glücklich nach dem vierten Sieg im 12. Spiel. «Das waren Big-Points gegen einen Mitkonkurrenten.» Häfliger hat ein junges, hungriges und motiviertes Team im Sommer übernommen. «Es ist eine schöne Herausforderung, dieses Team zu führen. Wir haben ein Durchschnittsalter von 23 Jahren. Die Ältesten sind Ueli Scherer mit 35 und Kevin Vogel mit 29 Jahren und erfreulich ist, dass unser Kader rund aus 80 Prozent Eigengewächsen besteht und Spielern, die seit vielen Jahren auf der Wartegg spielen. Zudem habe ich eine grosse Trainingspräsenz. Seit Mitte Juli habe ich konstant 20 Spieler.»

Am 11. April 2020 wird der SCOG 100-jährig

Einer, der rund 200 Meter vom Sportplatz Wartegg, der Heimstätte des Stadtluzerner Vereins aufgewachsen und wohnhaft ist, ist der 20-jährige Mittelfeldspieler Samuel Stalder. «Ich spiele nun schon die vierte Saison in der ersten Mannschaft. Beim SC Obergeissenstein entdeckte ich die Freude zum Fussball.» Häfliger: «Er ist ein grosses Vorbild für die jungen Spieler. Zudem engagiert er sich auch im Nachwuchs als Ea-Juniorentrainer. Chapeau.» Und wie ist Stalder mit den bisherigen Leistungen zufrieden? «Punktemässig könnte es besser sein, doch wir haben nach dem Abgang im Sommer der beiden Routiniers und menschlich tollen Typen wie eines Manuel Bucheli und Michael Meier viel Substanz verloren. Doch wir sind auf Kurs, eine Mittelfeldrangierung ist machbar.» Und im IFV-Cup hofft der an der Uni Luzern Rechtswissenschaft Studierende den Wettbewerb zu gewinnen. Stalder: «Wir stehen im Viertelfinal, wo wir auf den Drittligisten Malters treffen. Ich hoffe, dass wir den Cup gewinnen und gegen den FC Luzern spielen. Das wäre ein Traum.» Verständlich sind seine Träumereien, denn Stalder war einst Balljunge beim FCL. Der SC Obergeissenstein feiert übrigens am 11. April 2020 sein 100-Jahr-Jubiläum (Gründung: 11. April 1920). Da wäre die Qualifikation zur 1. Hauptrunde ein schönes Geburtstagsgeschenk. Zum Vorrundenabschluss gastiert Obergeissenstein am Samstag bei Gunzwil, einem weiteren Mitstreiter im Kampf um den Klassenerhalt.

Littau ist guten Mutes im Kampf gegen den Abstieg

Und für Littau, welches das Tabellenende ziert mit einer Hypothek von vier Zählern auf den Ligaerhalt (12. Rang), heisst es im letzten Spiel dieses Jahres einen Sieg einzufahren. Zu Gast ist am Samstag der stark aufspielende Aufsteiger Entlebuch. Littaus Assistenztrainer Fabio Competiello (31): «Wir wollen einen positiven Abschluss und werden uns bestens auf die Rückrunde vorbereiten und sind guten Mutes für die Zukunft. Wir haben eine tolle Equipe mit grossem Kämpferherz. Die Spieler werden ihren Weg meistern.» Littau steht ebenfalls IFV-Cup-Viertelfinal und trifft im Frühling auf den Ligakonkurrenten Hochdorf.