Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Für den Titel beisst er auf die Zähne

Der Luzerner SC trifft im Playoff-Final auf seinen ärgsten Widersacher Wettingen. Der junge Stürmer Nick Schwehr will sein Team zum Titel führen – auch wenn es ihn in der Leiste zwickt.
René Barmettler
Nick Schwehr, Stürmer des Luzerner SC, kann am kommenden Sonntag auf dem heimischen Utenberg-Kunstrasen Schweizer Meister werden. Bild: René Barmettler (Luzern, 25. Juni 2019)

Nick Schwehr, Stürmer des Luzerner SC, kann am kommenden Sonntag auf dem heimischen Utenberg-Kunstrasen Schweizer Meister werden. Bild: René Barmettler (Luzern, 25. Juni 2019)

Seit 16 Jahren spielt er für den Luzerner SC. Er ist inzwischen ein Führungsspieler – und doch wird er am 24. August erst 21 Jahre alt. Nick Schwehr ist in Schachen aufgewachsen und wohnhaft in Emmenbrücke. Seit dem sechsten Lebensjahr verbringt er einen grossen Teil seiner Freizeit beim Luzerner SC. Mit dem Zug fuhr Klein-Nick jeweils zu den Trainings auf dem damaligen Platz auf der Luzerner Allmend. Manchmal wurde er auch von den Eltern chauffiert. Landhockey prägte sein Leben. Mit dieser Sportart bringt es ein Sportler in der Schweiz auf keinen grünen Zweig, aber das macht Schwehr überhaupt nichts aus. Er fühlt sich wohl beim LSC, «der Klub ist für mich so etwas wie eine Familie».

Trotzdem dachte er schon mal ans Aufhören: Als er 16 war, erlitt er eine Knieverletzung, kämpfte sich dann aber via zweite Mannschaft zurück ins Fanionteam. Dieses hatte in der jüngeren Vergangenheit mit Schwierigkeiten zu kämpfen, war zeitweise ohne Trainer. Sportlich hatte das keine grossen negativen Auswirkungen, aber eben: Rotweiss Wettingen war nur in der Hallenmeisterschaft zu packen, nicht aber in der Feldmeisterschaft. Das soll sich nun ändern: Seit einem Jahr ist Jorge Federico Tanuscio am Ruder. Der Argentinier war Profi, «und er ist, wie auch ich, sehr emotional», sagt Nick Schwehr. Die beiden bewegen sich also auf der gleichen Wellenlänge, und Schwehr schätzt am Südamerikaner auch, «dass er Klartext reden kann. Er hat das Team innert kurzer Zeit vorwärts gebracht.»

Bronze an den Hallen-EM gewonnen

Es ist Dienstagabend, die Sonne ist längst hinter dem bewaldeten Hügel verschwunden. Dennoch herrscht noch immer eine brütende Hitze, als Tanuscio auf dem Utenberg-Kunstrasen das Frauenteam trainiert. Oben, im an diesem Abend geschlossenen Klubrestaurant, spricht Schwehr über seine Verletzung, die ein Training nicht möglich macht. Es zwickt ihn in der Leiste, doch für ihn ist klar: Er wird am Wochenende auf die Zähne beissen. Diesen Titel in der Feldmeisterschaft will er unbedingt gewinnen, es wäre ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere. Zuletzt feierte Schwehr in diesem Frühjahr die Bronzemedaille an den Hallen-Europameisterschaften in Wien. Doch das Thema Nationalmannschaft ist seither auf Eis gelegt – vorläufig jedenfalls. Die internationalen Einsätze seien schwer planbar, sein Job bei den Pilatus Flugzeugwerken in Stans liesse die zeitraubenden und auch sonst aufwändigen Absenzen nicht zu, sagt Schwehr. Vor einem Jahr hatte er die Polymechaniker-Lehre abgeschlossen, im Kanton Nidwalden arbeitet er nun als Flugzeugmechaniker in der Vormontage. Zusammen mit Sae Fontana, ebenfalls eine Nationalspielerin, trainiert er ausserdem das U18-Team des LSC, bei dem die Männer und Frauen zusammenspielen.

Es winkt der dritte Meistertitel auf dem Feld

Die Luzerner spielen am Samstag zuerst in Wettingen, am Sonntag dann in Luzern. «Ich spüre eine grosse Vorfreude, Druck empfinde ich keinen», sagt Schwehr. Das war nicht immer so. «Ich erwartete immer viel von mir. Doch seit ich Mentaltrainings besuche, kann ich gut damit umgehen.» Dank seiner gefundenen Ruhe auf dem Platz kann er auch seine Mitspieler führen und anspornen. So soll es auch am kommenden Sonntag sein. Denn: «Es gibt doch nichts Schöneres, als zu Hause Meister zu werden.»

Es wäre der dritte Titel im Feldhockey nach 1968 und 2007 für die Innerschweizer. Die Zuversicht ist so gross wie lange nicht mehr, konnte doch der Luzerner SC die Meisterschaftsqualifikation auf dem ersten Platz beenden. Die letzte Partie gegen Wettingen gewann er im Penaltyschiessen. Dank der Finalqualifikation hat es der LSC bereits in den Europacup geschafft. «Endlich mal wieder», sagt Nick Schwehr, «das wird ein Highlight für mich.» Ein weiteres in der Karriere des jungen Luzerners.

Auch die Frauen spielen im Final gegen Wettingen

Die Rollenverteilung im Final der Frauen ist eindeutig: Wettingen holte in der Qualifikation das Maximum von 30 Punkten. Es liess dabei nur drei Gegentreffer zu und erzielte mehr als fünf Tore im Schnitt. Die Luzernerinnen holten in zehn Spielen 18 Punkte (34:11 Tore) und nehmen deshalb die Aussenseiterrolle ein. (reb)

Playoff-Finals. Hinspiele, Samstag. Männer: Rotweiss Wettingen – Luzerner SC (16.00, Tägerhard). – Frauen: Luzerner SC – Rotweiss Wettingen (11.00, Utenberg). – Rückspiele, Sonntag. Männer: Luzerner SC – Rotweiss Wettingen (15.30, Utenberg). – Frauen: Rotweiss Wettingen – Luzerner SC (11.00, Tägerhard).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.