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Luzern befindet sich im Schach fest in indischer Hand

Erwartungsgemäss gewinnt am Luzern Open der Favorit aus Indien. Für eine grössere Überraschung sorgt aber ein 12-jähriger Spieler aus Basel.
Kurt Liembd
Konzentriert am Schachbrett: Sieger Reddy Chakravarthi (vorne links) aus Indien.Bilder: Kurt Liembd (Luzern, 4. November 2018)

Konzentriert am Schachbrett: Sieger Reddy Chakravarthi (vorne links) aus Indien.Bilder: Kurt Liembd (Luzern, 4. November 2018)

Luzern wurde seinem Ruf als Schachhochburg einmal mehr gerecht. Während vier Tagen, von Donnerstag bis Sonntag, kämpften 120 Spieler in der Sportanlage Dula um Ruhm und Ehre und lieferten sich teils erbitterte Partien. Gespielt wurde in den drei Stärkeklassen A (ab 1800 Elo-Punkte), B (1600–1799 Elo) und C (unter 1600 Elo). Das Turnier umfasste sieben Runden, jeweils zwei Runden pro Tag, ausser am Sonntag, wo zum Abschluss nur eine Runde anstand.

In der höchsten Kategorie A wurde der Inder Reddy Chakravarthi (22) seiner Favoritenrolle gerecht und gewann sechs von sieben Partien. Einzig gegen den 42-jährigen in Sempach wohnhaften Roger Moor (Schachclub Zug) musste Chakravarthi eine Niederlage einstecken. Diese Leistung ist umso höher einzustufen, weil Chakravarthi in Indien national «nur» die Nummer 72 unter den besten Spielern einnimmt.

Moor ist Innerschweizer Meister

Roger Moor, der wie Chakravarthi den Titel «Internationaler Meister» (IM) führt, erreichte den ausgezeichneten dritten Rang von insgesamt 30 Spielern der Kategorie A. Platz zwei belegte Rao Srinath (21), ebenfalls ein Inder und Kollege des Siegers. Dass die beiden Inder im Hostel Lion in Luzern logierten, ist wohl symbolisch dafür, dass sie am Brett wie Löwen kämpften und am Schluss die ersten beiden Plätze für sich beanspruchten und damit auch stattliche Preisgelder (900 Franken/Rang 1; 700 Franken/Rang) 2 einstreichen konnten.

Da das Turnier gleichzeitig als Innerschweizer Einzel-Meisterschaft (ISEM) gewertet wurde, ging dieser Titel an Roger Moor. Dies hochverdient, weil der Sempacher als Einziger den Turniersieger bezwingen konnte. Aber auch in den Kategorien B (31 Teilnehmer) und C (59) wurde erbittert gekämpft. Souveräner B-Sieger wurde Josef Lustenberger vom Schachclub Emmenbrücke, während Alan Timme vom Schachclub Baar die C-Kategorie meisterte. Beide erreichten je 6 Punkte wie der Sieger der höchsten Kategorie. Für die grosse Überraschung sorgte der erst 12-jährige Moritz Valentin Collin vom Kinderschachklub Basel, der sich in der Kategorie C (59 Klassierte) mit 5,5 Punkten auf Rang 2 festsetzte.

20 Spieler mussten abgewiesen werden

Kurt Gretener, Turnierschiedsrichter und Präsident des Innerschweizer Schachverbandes (ISV), zeigte sich nach dem Turnier hocherfreut und sprach von einem «erfreulichen und problemlosen Turnier». Es habe keinen einzigen Rekursfall gegeben und alle Teilnehmer hätten sich sehr diszipliniert verhalten. Die Nachfrage sei sehr gross gewesen, so Gretener, rund 20 Spieler hätten aus Platzgründen abgewiesen werden müssen.

Auch Spielleiter Urs von Wyl sorgte mit Professionalität für einen reibungslosen Ablauf. Für die Innerschweizer Spieler stehen in den nächsten Wochen die Innerschweizer Mannschaftsmeisterschaft (IGM), am 18. November der Schachtag in Entlebuch und am 15. Dezember die Blitzmeisterschaft in Sursee auf dem Programm.

Weitere Innerschweizer Spitzenplatzierungen erreichten. Kategorie A: 5. Lubomir Kovac (SC Goldau). 6. Frank Neubert (SC Luzern-Tribschen). 8. Serge Wilhelm (SC Zug). 15. Ramon Suter (SC Sursee). 16. Nicolas Küng (SC Sursee). 17. Hans Speck (SC Luzern). – Kategorie B: 3. Igor Paholok (SC Baar). – Kategorie C: 4. René Studer (SC Emmenbrücke). 5. Raoul Sidler (SC Meggen).

Luzern ist Schweizer Mannschaftsmeister

Die SG Luzern (von links): Robert Hübner, Lena Georgescu, Davide Arcuti, Oliver Kurmann, Noel Studer, Valery Atlas, Roland Lötscher und Roger Gloor. Auf dem Bild fehlen Fabian Bänziger (Junioren WM), Martin Krämer, Georg Fröwis, Vincent Riff und Enrique Almada.Bild: Werner Rupp (Lausanne 28. Oktober 2018)

Die SG Luzern (von links): Robert Hübner, Lena Georgescu, Davide Arcuti, Oliver Kurmann, Noel Studer, Valery Atlas, Roland Lötscher und Roger Gloor. Auf dem Bild fehlen Fabian Bänziger (Junioren WM), Martin Krämer, Georg Fröwis, Vincent Riff und Enrique Almada.Bild: Werner Rupp (Lausanne 28. Oktober 2018)

Schach ist eigentlich eine Einzelsportart, doch seit 1951 organisiert der Schweizer Schachbund eine nationale Mannschaftsmeisterschaft. Geistiger Vater ist der 2016 verstorbene Luzerner Dr. Ruedi Hedinger. Mit Basel, Bern, Genf und Luzern waren damals die stärksten Teams mit je sechs Spielern vertreten. Erst später kamen Nimzowitsch, Zürich, Winterthur und weitere Vereine dazu. 1991, im Jubiläumsjahr «700 Jahre Eidgenossenschaft», errang Luzern erstmals den nationalen Meistertitel. Am Spitzenbrett spielte Dr. Robert Hübner, der in den 80er-Jahren zu den weltbesten Spielern gehörte und auf Rang 3 der Fide-Weltrangliste stand. Nun führte der Kölner die SG Luzern nach 27 Jahren an der Doppelschlussrunde am letzten Oktober Wochenende in Lausanne zum zweiten Meistertitel. Die SG Luzern hatte sich schon zum Auftakt im März mit einem diskussionslosen Sieg gegen Riehen, einem der Meisterschaftsanwärter, eine gute Ausgangslage geschaffen. In den folgenden Runden reihten die Luzerner Sieg an Sieg und teilten die Punkte gegen die Favoriten aus Genf, Zürich und Winterthur mit je einem 4:4. Damit war die Ausgangslage vor den letzten beiden Runden ausgezeichnet und Luzern durfte durchaus mit einer Medaille rechnen. Mit Echallens (7:1) und Réti Zürich (5,5:2,5) wurden die Pflichtaufgaben gemeistert. Jetzt lag es nur noch am Ausgang der Begegnung Genf gegen Riehen (mit je acht Ausländern an den Brettern), ob Luzern zum zweiten Meister oder zumindest Vizemeister würde. Dank einem 4:4 wurde die Sensation perfekt und Luzern durfte den Meisterpokal in Empfang nehmen. Auch die Jugend war kaum zu schlagen Mannschaftsleiter Oliver Kurmann hatte dieLuzerner die ganze Saison ausgezeichnet eingestellt und taktisch ein kluges Händchen bewiesen. Mit dem deutschen Grossmeistern Robert Hübner und Martin Krämer waren die Luzerner an der Spitze ausgezeichnet aufgestellt und mit dem 22-jährigen Berner Grossmeister Noel Studer passte das Mosaik perfekt zusammen. Dahinter hielten Oliver Kurmann und Roland Lötscher (Werthenstein) sowie Valery Atlas und Georg Fröwis aus Österreich alles in Schach. Mit dem Einbau der beiden Jugendnationalspieler Davide Arcuti (Luzern) und Fabian Bänziger (Pfäffikon) war Luzern auch an den hinteren Brettern kaum zu schlagen, zumal auch Enrique Almada (Kriens), Roger Gloor (Aarau), Vincent Riff (Mulhouse) und Lena Georgescu (Bern) regelmässig Punkte sammelten. Arcuti beispielsweise erzielte mit 5,5 Punkten aus sechs Partien ein Traumergebnis und auch alle andern eingesetzten Spieler erreichten mindestens 50 Gewinnprozente. Mit dem Meistertitel hat sich Luzern auch für den Europapokal qualifiziert. Die Philosophie der SG Luzern geht dahin, bis 2020 eine reines Schweizer Team ins Rennen zu schicken. (pd)

Schweizer Mannschaftsmeisterschaft, Schlussranglisten. Nationalliga A: 1. SG Luzern 9/15 (49 Einzelpunkte). 2. CE Genève 9/15 (47,5). 3. SG Riehen 9/14 (45,5). 4. SG Zürich 9/13 (41,5). 5. Winterthur 9/11 (43). 6. Réti 9/9 (38). 7. Wollishofen 9/7 (35). 8. Echallens 9/3 (24,5). 9. Mendrisio 9/3 (22). 10. St. Gallen 9/0 (14). Nationalliga B: 1. Solothurn9/15 (45). 2. Bodan 9/12 (38,5). 3. Wettswil 9/10 (38). 4. SG Luzern ll 9/9 (41,5). 5. Winterthur ll 9/9 (38). 6. Tribschen 9/9 (36). 7. Zürich ll 9/7 (34,5). 8. Réti ll 9/7 (32,5). 9. Wollishofen ll 9/6 (27). 10. Baden 9/5 (29).

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