Handball
Kriens-Flügelspieler On Langenick ist ein Mann für «Spass-Handball»

Der HC Kriens-Luzern empfängt am Donnerstag den souveränen Tabellenführer aus Schaffhausen. Für den 20-jährigen Hochdorfer On Langenick ist es ein besonderes Spiel.

Stephan Santschi
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Schnell und sprunggewaltig: HCK-Flügel On Langenick.

Schnell und sprunggewaltig: HCK-Flügel On Langenick.

Bild: Nadia Schärli (Hochdorf, 15. Dezember 2021)

«Gemischt». So umschreibt On Langenick seine Gefühle vor dem Aufeinandertreffen am Donnerstagabend mit den Kadetten Schaffhausen (19.30 Uhr, Krauerhalle). Einerseits freut sich der linke Flügelspieler des HC Kriens-Luzern auf seine ehemaligen Teamkollegen, fünf Jahre spielte er vor seinem Wechsel im Sommer in Schaffhausen. Andererseits erinnert er sich mit einem Schaudern an das erste Duell in dieser Saison zurück. Gleich mit 15:28 verloren die Zentralschweizer in Schaffhausen. «Eine furchtbare Klatsche», sagt Langenick und er betont: «Die wollen wir vergessen machen.»

Für ihn war das Debakel Anfang Oktober aber so etwas wie der Ausgangspunkt auf dem Weg nach oben. Erstmals erhielt er bei seinem neuen Klub ansprechend Spielzeit, nutzte diese mit drei Treffern und wurde prompt zum besten Spieler seines Teams gewählt. Seither ist er am linken Flügel näher an seinen internen Konkurrenten Ramon Schlumpf herangerückt, in den letzten vier Partien stand Langenick sogar in der Startformation. «On ist schnell, frech und sprunggewaltig, er hat alles was ein guter Flügelspieler braucht», erklärt Trainer Goran Perkovac. «Wir setzen grosse Hoffnungen in ihn, er kann zu einem Spitzen- und Nationalspieler werden.»

Deshalb wechselte er nach Schaffhausen

On Langenick, der an Silvester 21 Jahre alt wird, stammt aus Hochdorf und fand wegen seines Vaters Ivo zum Handball. «Er war Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Präsident des Vereins. Früh war absehbar, dass ich ebenfalls Handball spielen werde, auch wenn ich zuerst noch andere Sportarten ausprobieren sollte», erzählt On Langenick und lacht beim Gedanken an die aussichtslosen Versuche im Eishockey, Judo oder Geräteturnen. Sein Talent wurde bald offensichtlich, Langenick wechselte für drei Jahre zur SG Pilatus, eher er weiter in die Suisse Handball Academy nach Schaffhausen zog.

«Dort konnte ich die Lehre zum Hochbauzeichner und Handball am besten kombinieren.»

Im Training traf er zudem auf viele seiner Teamkollegen aus der U17-Nationalmannschaft, intensive Übungseinheiten mit starker Konkurrenz waren ihm gewiss. Langenick profitierte von kompetenten Trainern wie Michael Suter, Chefcoach der Schweizer Nationalmannschaft und Marco Lüthi, oder den NLA-Stars Peter Kukucka und Gabor Csaszar.

«45 Minuten technisches Training, 45 Minuten Kraftraum und mehr als eine Stunde Taktiktraining standen auf dem Programm und das jeden Tag. Das war anstrengend, doch so wurde das Gelernte gefestigt.»

Blättler unterschreibt in Kreuzlingen

Bei den Elite-Junioren und später im NLB-Team GS/Kadetten Espoirs avancierte er zum Leistungsträger, im Fanionteam gab es an Sebastian Frimmel und Samuel Zehnder indes kein Vorbeikommen. «Kriens war meine erste Wahl», sagt Langenick und er erklärt: «In Kriens wird die Spielzeit meistens aufgeteilt und ich habe es mit meinen Leistungen selbst in der Hand, wie viele Minuten es sind. Für einen jungen Spieler ist Spielpraxis enorm wichtig.»

Mittlerweile ist Langenick in der QHL angekommen, beim HCKL übernahm er den Posten von Adrian Blättler, der vor kurzem bei B-Ligist Kreuzlingen einen Vertrag unterschrieben hat. 34 Tore hat Langenick in 16 Partien erzielt, grossartig war sein Auftritt gegen Suhr Aarau, als er im Stil seines Vorbilds Hampus Wanne in den ersten acht Minuten vier Treffer verbuchte. Der 1,83-Meter grosse Rechtshänder, der in Suters neu geschaffenem Nationalkader für Perspektivspieler figuriert, sagt dazu:

«Das war Spass-Handball, so will ich spielen. Doch ich bin hungrig, ich will mehr.»

Wacht der schlafende Riese auf?

Verbessern kann On Langenick vor allem die Abwehrarbeit und die Konstanz. Generell muss sich das ganze Team steigern, Platz acht ist eine herbe Enttäuschung. Eine Überraschung gegen den souveränen Leader käme heute gerade recht, Respekt ist beim Gegner jedenfalls vorhanden. «Die Kadetten treffen auf einen schlafenden Riesen, der in der Aufwach-Phase ist», heisst es auf deren Website.

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