Krienser Handballer gewinnen gegen Dubrava knapp mit 29:27

Der HC Kriens-Luzern ringt im Hinspiel der ersten EHF-Runde RK Dubrava mit 29:27 (17:16) nieder. Gut gemacht – aber reicht das kleine Polster fürs Rückspiel in einer Woche?

Roland Bucher
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Der Krienser Janus Lapajne im Spiel gegen die kroatische Mannschaft RK Dubrava.

Der Krienser Janus Lapajne im Spiel gegen die kroatische Mannschaft RK Dubrava.

Bild: Pius Amrein, Kriens, 29. August 2020

Nun, die Stimmung bei den Kriensern war nach dem Schlusspfiff eher in gedämpfter Dimension anzusiedeln, den Sieg euphorisch zu feiern, das stieg keinem in den Kopf: Viel zu fahrlässig war man bei verschiedenen Wegkreuzungen, in denen man sich fürs Rückspiel Speck hätte zulegen können, umgegangen. Und Goran Perkovac, der Chefcoach, zauderte nicht zu betonen:

«Mir hat heute die Leidenschaft, die Euphorie und der Wille, etwas Ausserordentliches zu bewegen, klar gefehlt.»

Immerhin: Der HCK schlug Dubrava, den Dritten der höchsten kroatischen Liga, verdient, interpretierte über weite Phasen den moderneren, dynamischeren Handball, präsentierte eine ordentliche Leistung bei seinem ersten Ernstkampf in dieser neuen Saison, die so viele Fragezeichen birgt – in jeder Beziehung. Es sei vieles «recht gut» gewesen, gestand Perkovac, doch: «Es war unschwer zu erkennen, dass das Team bei dieser ersten Reifeprüfung gehemmt wirkte. Wir haben nicht das abgerufen, was wir wollten und können, wir waren Einzelkämpfer, aber kein Team.» Daran müsse man noch feilen, im Hinblick aufs Rückspiel – aber auch auf den Meisterschaftsstart am Mittwoch gegen Wacker Thun.

Captain Blättler: «Wir schaffen das»

Es war ein Start in diese Partie, welche jedem Trainer die Zornesröte ins Gesicht treibt: Drei Gegentreffer hatte Kriens in den ersten 135 Sekunden kassiert. «Wir waren zu sorglos», betonte Adrian Blättler, Linksflügel und Krienser Identifikationsfigur, das könne man sich auf internationaler Ebene nicht leisten. Ärgerlich indes sei gewesen, dass «wir zwei, drei Mal beste Möglichkeiten hatten, auf vier, fünf Tore davonzuziehen und uns mit technischen Fehlern die Chance zur deutlichen Vorentscheidung selber geraubt haben.» Schwamm drüber. Blättler, das Urgestein, welches die Mannschaft als neuer Captain in die Meisterschaft führen wird, sagt ohne Umschweife:

«So viele kleine Dummheiten werden wir im Rückspiel nicht noch einmal begehen. Ich bin sicher: Wir schaffen das.»

Tönt schon fast verzweifelt optimistisch – teilt aber durchaus die Ansicht seines Trainers: «Wir haben uns nicht optimal verkauft», sagt Perkovac, «wir werden bis zum Rückspiel an Sicherheit gewonnen haben». Das Rezept, um den Zweitorevorsprung zu verwalten: «Ivankovic wird nicht noch einmal zehn Tore werfen, das garantiere ich.» Dubravas Rückraum-Riese war der Mann für alle Fälle, zeigte immer dann seine Muskeln, wenn sich bei den Krienser Larifari einschlich.

Dubravas Heimstärke fordert HCK heraus

Trotz zuversichtlicher Prognose: Jene Qualität, die er in der letzten, abgebrochenen Saison demonstrierte, vermochte der HCK noch nicht zu demonstrieren. Blättler war auf der Flügelposition stark, Topskorer Harbuz auf einer Gratwanderung von genial bis provinzial, Rellstab in seinem Kurzeinsatz ein Versprechen. Janus Lapajne, der neue Mann im Mittelaufbau, verriet seine Talente, die Fehleranfälligkeit war noch grösser. «Er wollte zu viel», nahm Perkovac den Nachfolger der HCK-Legende Tom Hofstetter in Schutz. «Er wird in Zukunft grösseren Einfluss auf unser Spiel nehmen.» Das ist zu hoffen.

Wissen muss man in der Chancenbeurteilung: RK Dubrava pflegt seine Heimspiele vor begeisterungsfähigem Publikum in der Regel ziemlich diskussionslos zu gewinnen, die Heimstärke dieser Mannschaft ist seit Jahren in Stein gemeisselt. Kriens-Luzern wird am kommenden Samstag im Rückspiel beweisen müssen, dass die Mannschaft gut genug für weitere Europa-Abenteuer ist.

HC Kriens-Luzern – RK Dubrava Zagreb 29:27 (17:16)

Krauerhalle – 400 Zuschauer – SR:Bounouara/Khaid (Frankreich). – Strafen: Kriens 5 x 2, Dubrava 4 x 2 Minuten.
Kriens: Eicher/Bar; Harbuz (7/3), Wanner (3), Blättler (4), Piroch (1), Papez (2), Rellstab (3), Gavranovic (2), Oertli, Schlumpf (1), Lavric (1), Idrizi (1), Lapajne (2).
Dubrava: Grahovac/Markovic; Ivankovic (10), Bahtijarevic (1), Vinkovic (3/3), Salic, Vucelic ((4), Godec (2), Malbasic (1), Mihaljevic, Sehic, Gaca (1), Obradovic, Kastelan, Babic (5), Topic. Bemerkungen: Kriens ohne Delchiappo (verletzt).