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Annja Keiser turnt sich kompromisslos an die nationale Spitze

Die 25-jährige Annja Keiser (TSV Rotkreuz) dominiert zum Saisonauftakt in Büron die Königsklasse K7. Die Zugerin bringt bereits 20 Jahre Wettkampferfahrung mit.
Stefanie Meier
Annja Keiser aus Rotkreuz in perfekter Haltung bei der Bodenübung. Bild: Marianne Baschung (Büron, 30. März 2019)

Annja Keiser aus Rotkreuz in perfekter Haltung bei der Bodenübung. Bild: Marianne Baschung (Büron, 30. März 2019)

Wie es ist, wenn zig Augenpaare auf einen gerichtet sind, weiss sie ganz genau. Wie damit umzugehen ist, ebenfalls. Annja Keiser gehört mit ihren 25 Jahren schon zu den erfahrenen Turnerinnen im Business. Nach einem berauschenden 2018 und einigen Monaten der Erholung und neuer Saisonvorbereitung wagte sie am Samstag einen ersten Formtest am Gerätemeeting in Büron. Der Zugerin war die Favoritenrolle in der Königskategorie auf sicher. Zwar hatte sie einige Herausforderinnen – doch die wurden ihr nie richtig gefährlich. Es kam, wie es kommen musste und Keiser beendete diesen ersten Wettkampf als Siegerin zuoberst auf dem Podest. An den Schaukelringen (9,80) und an ihrem Paradegerät, dem Sprung (9,85), machte sie den entscheidenden Unterschied zur Konkurrenz.

In den vergangenen Jahren wandelte sich die gelernte Pflegefachfrau von der liebenswerten Annja zur kompromisslosen Spitzenathletin. Liebenswert und sympathisch ist die nur 1,55 kleine Athletin nach wie vor, keine Frage. Doch ihr zunehmender Erfolg der letzten Jahre machte sie zu einer ernst zu nehmenden Konkurrentin. Und das nicht nur auf regionaler, sondern auch und vor allem auf nationaler Ebene. Als Mehrkampf-Vierte, amtierender Reck-Champion sowie Silber- und Bronzemedaillengewinnerin im Sprung- und Schaukelringfinale an den letzten Schweizer Meisterschaften in Dietikon schaffte sie den Sprung in die Liga der Top-Athletinnen im Geräteturnen.

Strukturiert und durchdacht

Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr. Ob im Wettkampf oder kurz davor beim Aufwärmen; ihr Tun ist stets strukturiert und durchdacht. Keineswegs verbissen, aber hier spielt die Routine mit. «Ich habe realisiert, dass ich nun knapp 20 Jahre Wettkampferfahrung mitbringe. Da eignet man sich automatisch gewisse Abläufe oder «Rituale» an», so Annja Keiser. Seit Jahren ist sie die einzige K7-Turnerin in ihrem Verein. «Am Wettkampf bin ich Einzelkämpferin. Aber im Training sind wir ein grosses Team. Wir haben eine gute Gruppendynamik und das motiviert mich ungeheuer.» Keiser ist für viele aus ihrem Verein ein grosses Vorbild und sie fühlt sich wohl in dieser Rolle. «Man merkt schon, wie die Kleinen – die jetzt auch immer grösser werden (lacht) – einem zusehen und nacheifern. Das motiviert mich zum Weitermachen», sagt die Zugerin stolz.

Gepusht wird sie unter anderem auch von ihrer Familie. Vater René und Bruder Markus stehen ihr als Trainer zur Seite. Ob das immer funktioniert? «Ja, grossmehrheitlich schon. Weil wir eben Familie sind, gehen wir anders miteinander um, kriegen uns auch mal in die Haare, finden aber immer einen Weg», erklärt Keiser. Bruder Markus war selbst jahrelang sehr erfolgreich im Turnsport aktiv, weiss, worauf es ankommt und bringt viele neue Ideen ins Training mit ein. «Er fordert viel von mir, aber ich bin ihm sehr dankbar dafür. Auf dem Wettkampfplatz ist er mein Fixpunkt, meine Stütze und neben dem Wettkampfplatz wohl mein grösster Fan.»

Einen Plan B für die Zukunft

Die Zugerin trainiert in Rotkreuz, in Hünenberg und zusätzlich mit der Schaukelringsektion des TV Schattdorf. Durchschnittlich etwa drei Trainings pro Woche seien möglich. Sie schaffte stets den Spagat zwischen Risiko und Vernunft und blieb bis dato grundsätzlich verletzungsfrei. «Mein Schwachpunkt sind die Fussgelenke. Ich achte darauf, dass ich sie nicht mehr strapaziere als wirklich notwendig». So präsentierte sie in Büron eine noch immer anspruchsvolle aber dennoch etwas abgeschwächte Bodenübung (9,45).

Ans Aufhören denkt die junge Turnerin noch nicht. Und doch gibt es Momente, da steht sie dem Turnsport kritisch gegenüber. «Gerade bei Rückschlägen oder Schmerzen fragt man sich schon, warum tue ich das.» Und doch fängt sie sich jedes Mal auf, macht weiter, wird besser und besser. Immer das Optimum rausholen – im Wettkampf wie auch im Training – das ist ihr Motto. Und sollte sie in ferner Zukunft dann doch irgendwann ihre Reckleder an den Nagel hängen, schnallt sie sich die Skates unter die Füsse. Ihr Bruder Markus hat ihr die Faszination Speed-Inlineskating vermittelt. Adrenalin pur, wobei die Athleten mit bis zu 50 Stundenkilometer der Strasse entlanggleiten. «Aktuell hat das Skaten gegen das Turnen noch keine Chance. Das Skaten ist mein Plan B», erklärt Keiser. Schliesslich steht heuer das Eidgenössische Turnfest in Aarau auf dem Programm. So ein Turnfestsieg würde sich in ihrem jetzt schon vollen Palmarès bestimmt ganz gut machen.

Büron. Gerätemeeting. Turnerinnen. Kategorie 5 (95 Klassierte): 1. Niggli Leandra (Rotkreuz) 37,05. 2. Stuber Aileen (Rotkreuz) 37,00. 3. Dillschneider Lara (Büron) 36,95. 4. Hürlimann Alma (BTV/STV Luzern) und Krügel Lara (Willisau), je 36,90. 6. Hanselmann Zoe (BTV/STV Luzern) 36,80. 7. Wey Fabienne, Willimann Svenja, Loose Amélie (alle Beromünster) und Dimmler Lou (BTV/STV Luzern), je 36,60. 11. Michel Jael (Neuenkirch) 36,45. 12. Lang Luana (Beromünster) und Frei Sara (Sursee), je 36,40. 14. Hübscher Nadine (Grosswangen) und Müller Lea (Kriens), je 36,20. 16. Scherrer Chantal (Willisau) 36,05. 17. Huber Anja (Beromünster) 36,00. 18. Velstra Quirine (STV Luzern) 35,95. 19. Widmer Alissa (Hochdorf) 35,85. 20. Purtschert Lena (Roggliswil) und Meier Alicia (Willisau), je 35.80. Kategorie 6 (62 Klassierte): 1. Küng Noana (BTV/STV Luzern) 37,60. 2. Strebel Marion (Altbüron) 37,50. 3. Dillschneider Kaja (Büron) 37,05. 4. Jud Kim (BTV/STV Luzern) 37,00. 5. Bänninger Luana BTV/STV Luzern) 36,90. 6. Stöckli Livia (Beromünster) 36,80. 7. De Silva Nelicia (Rotkreuz) 36,65. 8. Bänninger Larissa (BTV/STV Luzern) 36,30. 9. Banzer Jill (BTV/STV Luzern) 36,15. 10. Helfenstein Nadine (Neuenkirch) und Frei Lea (Sursee), je 36,10. 12. Sieber Samara (BTV/STV Luzern) 36,05. 13. Huber Leandra (Grosswangen) 35,95. 13. Widmer Livia (Hochdorf) und Weber Leya (Rotkreuz), je 35,95. 16. Wolfisberg Debora (Neuenkirch) 35,80. 17. Giger Michelle (Malters) 35,75. 18. Hodel Corina (Neuenkirch) 35,65. 19. Imboden Livia (TZN Nidwalden) 35,55. 20. Bühlmann Anna (Neuenkirch) 35,50. Kategorie 7 (17 Klassierte): 1. Keiser Annja (Rotkreuz) 38,60. 2. Von Ziegler Florence (BTV/STV Luzern) 37,65. 3. Dimmler Kaya (BTV/STV Luzern) 37,05. 4. Wismer Léonie (Beromünster) 36,10. 5. Meier Jacqueline (Grosswangen) 35,75. 6. Von Ah Nina (Rothenburg) 35,55. 7. Schnider Carole (Grosswangen) 35,50. 8. Wey Tatjana (Beromünster) und Bättig Franca (Grosswangen), je 35,20. 10. Frank Janina (Büron) 34,25. 11. Fleischlin Eva (Sempach) 34,15. Kategorie Frauen (19 Klassierte): 1. Meier Stefanie (Grosswangen) 37,70. 2. Bargetzi Sarah (Malters) 37,35. 3. Stadelmann Andrea (Willisau) und Salvini Romana (BTV/STV Luzern), je 37.20. 5. Käch Noémie (STV Luzern) 36,95. 6. Heller Rahel (Beromünster) 36,65. 7. De Rosa Joana (Sempach) 36,30. 8. Bühler Lea (Willisau) 36,25. 9. Reichmuth Petra (Grosswangen) 35,95. 10. Strässle Rebekka (STV Luzern) 35,85. 11. Stütz Leonie (Beromünster) 35,80. 12. Wüest Petra (Grosswangen) 35,60. Turner. Kategorie 5 (20 Klassierte): 1. Fischer Manuel (Triengen) 45,35. 2. Häfeli Fabio (Rickenbach) 45,15. 3. Meier Jan (Rickenbach) 45,05. 4. Bucher Fabrice (Sempach) 44,25. 5. Faden Martin (Sempach) 43,65. 6. Bättig Pascal (Altbüron) 43,30. 6. Bucheli Elia (Ettiswil) 43,30. 8. Gross Michael (BTV/STV Luzern) 42,60. 9. Plüss Elias (Malters) 42,50. 10. Sägesser Levin (Sempach) 42,40. 11. Steffen Simon (Altbüron) 42,35. 12. Brunner Luciano (Sursee) 42,25. Kategorie 6 (23): 1. Gartenmann Luca (Rickenbach) 46,75. 2. Hüsler Nicola (Rickenbach) 45,95. 3. Zihlmann Rafael (Malters) 45,50. 4. Franssen Rik (Sursee) 45,15. 5. Bernet Manuel (Altbüron) 45,00. 6. Fischer Marco (Grosswangen) 44,85. 7. Fischer Manuel (Grosswangen) 44,80. 8. Tatschl Livio (Malters) 44,70. 9. Arnold Jonathan (Ballwil) 44,40. 10. Gerber Gabriel (Grosswangen) 44,35. 11. Lindemann Simon (Büron) 44,00. 12. Koller Samuel (Hitzkirch) 43,80. 13. Schreiber Etienne (Altbüron) 43,50. 14. Geiser Tim (Sursee) 43,45. Kategorie 7 (6 Klassierte): 1. Stalder Simon (Rickenbach) 46,70. 2. Hofstetter Christian (Ettiswil) 45,70. 3. Fischer Kilian (Grosswangen) 44,85. 4. Wilhelm Roger (Triengen) 43,40. 5. Portmann Benedict (Triengen) 42.95. 6. Meier Seppi (Grosswangen) 42.80. Männer (7 Klassierte): 1. Hüsler Christoph (Rickenbach) 46,50. 2. Brühlmann Kurt (Ettiswil) 45,10. 3. Irniger Stefan (Hitzkirch) 44,80. 4. Widmer Christian (Hitzkirch) 44,40. 5. Müller Marcel (Malters) 44,30. 6. Zihlmann Sämi (Malters) 43,55. Resultate: www.turnverband.ch

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