Der Urner Biathlet Samuel Kägi hadert mit dem Schiessen

An den Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften im Biathlon kommen die Zentralschweizer noch nicht auf Touren.

Roland Bösch
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Der Urner Samuel Kägi belegt im ersten Rennen den 88. Schlussrang.

Der Urner Samuel Kägi belegt im ersten Rennen den 88. Schlussrang.

Bild: Heinz Wolf (Lenzerheide, 26. Januar 2020)

Mitten in Lenzerheide wurde am vergangenen Samstagabend in einer schlichten aber sehr würdigen Feier die Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften eröffnet. Nach 25 Jahren kehrte dieser Anlass mit einer Rekordbeteiligung von 500 Athletinnen und Athleten aus 43 Nationen in die Schweiz zurück. Mittendrin fieberte bei der Eröffnungsfeier auch der Urner Samuel Kägi seinem ersten Einsatz keine 24 Stunden später im Einzelwettkampf über 12,5 Kilometer entgegen. Für den Mann des Skiclub Gotthard-Andermatt ist es die erste Grossveranstaltung in seiner Karriere. «Klar habe ich mit einer Teilnahme an den Heim-WM geliebäugelt, habe aber in den letzten zwei Jahren nicht nur auf dieses Ziel hingearbeitet», erklärt Samuel Kägi. Der 18-jährige Urner ist sich sehr wohl bewusst, dass eine solche Selektion keine Selbstverständlichkeit ist. Sein drei Jahre älterer Bruder Elias beispielsweise hat als Mitglied des C-Kaders den Sprung ins WM-Team nicht geschafft. «Trotz seines Frusts hat sich mein Bruder mit mir gefreut», blickt Kägi auf den Tag der Selektionsbekanntgabe zurück.

Dem Schweizer Team gelang am Sonntag dank der Goldmedaille der Davoserin Lea Meier im Rennen der weiblichen Jugend ein Start nach Mass. Samuel Kägi hingegen zog insbesondere im Schiessstand einen schwarzen Tag ein. Zu viele Scheiben blieben bei bestem Schiesswetter stehen.

Sieben Fehler in den letzten beiden Schiesseinlagen

«Mit je vier Treffern bei den beiden ersten Schiesseinlagen bin ich eigentlich gut gestartet, danach habe ich stark abgebaut», analysiert Kägi. Eine schlüssige Antwort für die sieben weiteren Schiessfehler bei den verbleibenden zwei Schiesseinlagen hatte Kägi auf Anhieb nicht bereit. Den Schweizer Heimvorteil konnte der Elektromonteur-Lehrling des Elektrizitätswerks Ursern beim ersten Renneinsatz noch nicht nutzen.

Wobei der Heimvorteil in Bezug auf die Biathlon-Arena Lenzerheide bei Kägi eher bescheiden ausfällt. Der Urner trainiert mehrheitlich vor der Haustüre auf der Biathlon-Anlage in Realp. Dort ist Samuel Kägi nach der Arbeit oft mit seinem Oberstiften Simon Ehrbar beim Trainieren anzutreffen. «Für mich war es deshalb sehr wertvoll, in der WM-Vorbereitung einige Tage auf der Anlage in der Lenzerheide zu trainieren», erklärt Samuel Kägi.

Beim ersten WM-Rennen resultierte für den Urner schliesslich der 88. Schlussrang, da sich die Schiessfehler gerade beim Einzelwettkampf stark auswirken. Anstelle einer Strafrunde werden pro Fehler 45 Sekunden zur Laufzeit hinzugezählt. Entmutigen lässt er sich nicht. «Die Stimmung im Stadion war toll. Es macht Spass, das alles zu erleben», zeigt sich Kägi begeistert. «Jetzt will ich mich möglichst rasch erholen, um für die nächsten Rennen bereit zu sein.»

Mit sieben Schiessfehlern konnte auch Simon Zberg, der zweite Innerschweizer Athlet, seine besten Schiessleistungen nicht abrufen. Der Athlet des Skiclub Schwendi-Langis belegte den 66. Schlussrang. Aufgefallen ist hingegen die Fangruppe von Simon Zberg mit dem grössten Glücksbringer am Streckenrand. Der 1,8 Meter grosse Plüschbär soll dem 18-jährigen Obwaldner und dem ganzen Schweizer Team bereits heute im Staffelwettbewerb das nötige Wettkampfglück bringen.

33. Rang für Flavia Barmettler bei den Juniorinnen

Am Montag stand der erste WM-Einsatz für die 21-jährige Alpnacherin Flavia Barmettler auf dem Programm. Die C-Kaderathletin belegte bei ihrer vierten WM-Teilnahme im Einzelwettkampf der Juniorinnen über 12,5 Kilometer mit vier Schiessfehlern den 33. Schlussrang. Der 52. Schlussrang resultierte für ihre Teamkollegin Elena Häfliger (2 Fehler). Die in Mauensee wohnhafte Biathletin blickt somit auf einen geglückten Start bei ihrer ersten WM-Teilnahme zurück. (rb)