Handball-Juniorinnen sind so gut wie noch nie

Die Schweizer U17-Juniorinnen gewinnen die zweitklassige Handball-Europameisterschaft in Georgien.

Michael Wyss
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Celia Heinzer vom LK Zug feiert mit der Schale und ihren Teamkameradinnen. Bild: PD (Tiflis, 11. August 2019)

Celia Heinzer vom LK Zug feiert mit der Schale und ihren Teamkameradinnen. Bild: PD (Tiflis, 11. August 2019)

Die Schweizer-U17-Nationalmannschaft setzte sich im Final gegen Serbien klar mit 35:27 durch. Dieser Sieg ist viel Wert. Er beinhaltet die Qualifikation für drei internationale Turniere in den nächsten beiden Jahren. Es ist ein historischer Augenblick für den Schweizer Frauenhandball, aber auch für die jungen Spielerinnen der Spono Eagles aus Nottwil und des LK Zug, die ihren Beitrag zum grossartigen Erfolg leisteten. «Das war beste Image-Werbung für unsere Ausbildung und unsere Vereine. Wir sind sehr stolz auf diese Leistung», freute sich LK-Zug-Vorstandsmitglied und Frauenhandball-Experte Peter Stutz.

Auch der U17-Nationaltrainer Jürgen Fleischmann zollte den Zentralschweizerinnen grossen Respekt: «Die Spono Eagles und der LKZ leisten seit vielen Jahren hervorragende Arbeit im Nachwuchsbereich. Das hat man nun wieder gesehen an dieser Europameisterschaft.

Schaller und Annen im All-Star-Team

Die Selektionierung diverser Akteurinnen ist der Verdienst für die Anstrengungen, die in der Zentralschweiz betrieben wird. Ein Blick auf die Kaderliste zeigt und bestätigt die Wichtigkeit des Zentralschweizer Frauenhandballs.»

Speziell gelobt hatte Fleischmann aus Zentralschweizer Sicht Soraya Schaller (Spono), die als beste Torhüterin und Deborah Annen (LK Zug) als beste Kreisläuferin ins All-Star-Team gewählt wurden. «Schaller war der gewohnt starke Rückhalt und hat uns vor allem im schwierigen Halbfinalspiel gegen die Ukraine sehr geholfen», so Fleischmann. Lob gab es auch an Celia Heinzer (LKZ): «Sie hat sehr viel Verantwortung übernommen und war in Verteidigung und Angriff sehr wichtig. Und Deborah Annen war vor allem in der Verteidigung sehr wichtig. Sie konnte mit ihrer beeindruckenden Physis die Gegner ausschalten.» Ein Versprechen für die Zukunft sind auch die jungen Spielerinnen: Nuria Bucher (Spono) und Mia Emmenegger (Spono) konnten viel Erfahrungen in den Gruppenspielen sammeln.

Mit dem Turniersieg und dem zweitklassigen Europameistertitel in Georgien steigen die U17-Frauen in die Europäische Handball Federation (EHF) A-Gruppe auf und werden sich in Zukunft mit den besten europäischen Teams messen.

Gleichzeitig qualifizierten sich die Schweizer Juniorinnen der Jahrgänge 2002 und jünger dank dem Europameistertitel für die U18-WM-Endrunde (diesmal mit den besten Nationen) im nächsten Sommer in Rumänien, für die U19-EM-­Endrunde in zwei Jahren – und gleichzeitig auch noch für die U17-EM-Endrunde der nachfolgenden Generation (Jahrgänge 2004 und jünger) im Sommer 2021. Es sind allesamt Premieren: Bisher hat noch keine Schweizer Frauen-Nationalmannschaft an einem grossen Turnier teilgenommen.

EM-Kader

Schweiz U17: Malin Altherr (Brühl), Deborah Annen (Zug), Emma Bächtiger (GC Amicitia Zürich), Nuria Bucher (Nottwil), Clairebel Coker (Neftenbach), Mia Emmenegger (Nottwil), Norma Goldmann (Zug), Kyra Gwerder (Zug), Celia Heinzer (Zug), Sina Hess (Zug), Carmen Jund (Nottwil), Janina Käser (Herzogenbuchsee), Zora Litscher (GC Amicitia Zürich), Soraya Schaller (Nottwil), Tabea Schmid (Brühl), Anna Lena Speerli (Zug).