Regionale Langlauf-Jungspunde brillieren in der Loipe von Realp

Die aufstrebenden Lea Fischer (21) und Cyril Fähndrich (20) holen sich die Zentralschweizer Langlauftitel.

Urs Hanhart
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Cyril Fähndrich vom SC Horw (vorne) holt sich den Tagessieg.

Cyril Fähndrich vom SC Horw (vorne) holt sich den Tagessieg.

Urs Hanhart / Urner Zeitung

Das kleine Bergdorf Realp im Urner Oberland mausert sich immer mehr zum Mittelpunkt der Zentralschweizer Langlaufszene. Nach dem Bürer- und Weihnachtslanglauf wurden am Samstag im Urserental auch die regionalen Langlaufmeisterschaften ausgetragen. Ursprünglich hätten diese in Engelberg stattfinden sollen. Allerdings lag dort zu wenig Schnee. Die Verlegung zahlte sich aus, konnten doch die Athleten von ausgezeichneten Bedingungen pro­fitieren, und die Zuschauer ­kamen in den Genuss von teils sehr spannenden, in klassischer Technik gelaufenen Massenstartrennen.

Lea Fischer läuft ein einsames Rennen ganz an der Spitze.

Lea Fischer läuft ein einsames Rennen ganz an der Spitze.

Urs Hanhart / Urner Zeitung

Zu den wenigen Wettkämpfen, in denen es zu einer schnellen Entscheidung kam, gehörte jener der Frauen über 9 Kilometer. Dies, weil sich Lea Fischer bereits in der Startphase resolut vom Feld absetzte und in der Folge einem ungefährdeten Soloerfolg entgegenlief. Die Swiss­ski-C-Kader-Athletin von Nordic Engelberg verwies U18-­Siegerin Bianca Buholzer (SC Horw) mit 32 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Stefanie Arnold (SC Unterschächen) büsste als Dritte bereits 1:35 Minuten auf die völlig entfesselte Nidwaldnerin ein.

Harte Trainingsphase gut verdaut

«Das ist mein erster ZSSV-Meistertitel bei den Frauen. Ich freue mich sehr über diesen Sieg. Er bedeutet mir sehr viel», sagte Fischer nach dem ersten Verschnaufen. Dann fügte sie noch an: «In den letzten drei Wochen habe ich einen Trainingsblock in Davos mit grossen Umfängen absolviert. Diesen habe ich offensichtlich ganz gut verkraftet. Mit dieser Leistung und meinem aktuellen Formstand bin ich sehr zufrieden.» In den nächsten Tagen will die 1,74 Meter grosse und 63 Kilogramm schwere Athletin trainingsmässig etwas kürzer treten, um gut erholt an den Schweizer Meisterschaften, die am kommenden Wochenende ebenfalls in Realp über die Bühne gehen werden, antreten zu können.

Zu ihren Zielen an den nationalen Titelkämpfen verriet die begeisterte Hobbyköchin und -zeichnerin: «Rangmässig habe ich mir nichts vorgenommen. Ich möchte ganz einfach das ­Optimum aus meinen derzeitigen Möglichkeiten herausholen. Wenn mir dies gelingt, sollte ­sicherlich ein gutes Ergebnis drinliegen.» Die schnelle Engelbergerin, die in Trondheim (NOR) Bewegungswissenschaften studiert, strebt als Hauptsaisonziel die Teilnahme an der U23-WM an, die Anfang März in Oberwiesenthal (GER) stattfindet. Um den Sprung ins Schweizer Aufgebot zu schaffen, muss Fischer bei den nächsten Con­tinentalcup-Rennen in Italien möglichst gute Resultate abliefern.

Cyril Fähndrichs eindrücklicher Finish

Bereits etwas weiter in Sachen Teilnahme an der U23-WM ist Cyril Fähndrich, seines Zeichens der frisch gebackene ZSSV-Meister bei den Männern. Er hat nämlich die halbe Qualifikation bereits in der Tasche. In Realp lieferte der 20-jährige Luzerner, der für den SC Horw startet und 2019 an der Junioren-WM über 30 Kilometer klassisch die Bronzemedaille gewann, ebenfalls eine überzeugende Vorstellung ab. Allerdings kam er mit einer ganz anderen Taktik zum Erfolg als Fischer. Erst in der letzten von drei Runden à 4,5 Kilometer sprengte er mit einem Schmetterantritt eine Viererspitze und lief in der Folge seinen drei Fluchtgefährten davon. Fähndrich verwies Andrin Näpflin (SC Beckenried-­Klewenalp), der in der Spitzengruppe viel Führungsarbeit geleistet hatte, schliesslich mit 24 Sekunden Vorsprung auf den Silbermedaillenplatz.

«Das Rennen war von taktischen Geplänkeln geprägt und in den ersten beiden Runden recht langsam. In der Schlussphase konnte ich mich dann entscheidend absetzen. Mir ist es tipptopp gelaufen, insbesondere wenn man bedenkt, dass ich eine harte Trainingswoche hinter mir habe und recht müde angetreten bin. Die Form kommt langsam. Es ist cool, dass ich meinen ersten Zentralschweizer Meistertitel bei Männern holen konnte», bilanzierte der neue ZSSV-Champion. Der SM blickt der Swiss-Ski-B-Kaderläufer nun optimistisch entgegen, gab jedoch zu bedenken: «Es kommt darauf an, wer von den Topläufern am Start sein wird. Ein rangmässiges Ziel zu setzen, ist deshalb sehr schwierig.»

Ranglisten auf: www.swiss-ski-kwo.ch