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«Ich kam in eine andere Welt»

Mario Obad war Spielertrainer und Torschützenkönig in Altdorf. Nun startet der 35-jährige Kroate am Samstag im Dress von Ligarivale Stans in die neue NLB-Saison – und will etwas Besonderes schaffen.
Stephan Santschi
Mario Obad (am Ball) während des Trainings in der Eichli-Halle. (Bild: Dominik Wunderli (Stans, 28. August 2018)

Mario Obad (am Ball) während des Trainings in der Eichli-Halle. (Bild: Dominik Wunderli (Stans, 28. August 2018)

Es waren harte Momente für Mario Obad am 10. März und auch in den Wochen danach. An diesem Tag war der Spielertrainer der Altdorfer mit seinem Team im Heimspiel gegen Stans regelrecht demontiert worden (33:38). Als Konsequenz wurde der 35-jährige Kroate als Trainer freigestellt, bis zum Saisonende sollte er sich nur noch auf seine Funktion auf dem Platz konzen­trieren. Sportchef Mirko Funke, der zuvor bereits als Assistenztrainer auf der Bank gesessen hatte, übernahm die Hauptverantwortung. «Es ist besser, wenn ich darüber nicht rede», sagt Obad heute, «das ist Geschichte, ich will ein Gentleman bleiben und nach vorne schauen.»

Dass er mit der Zurückstufung nicht einverstanden war, ist spürbar. Bereits im Februar hatte der Verein verkündet, dass sein bis 2019 dauernder Vertrag vornehmlich aus finanziellen Gründen im Sommer 2018 aufgelöst werde. Hierzu nimmt Obad deutlicher Stellung: «Das stimmt nicht, ich bin kein Mann, für den Geld am wichtigsten ist.» Am Ende stimmte wohl einfach die Chemie zwischen ihm und Funke nicht mehr – nach vier Jahren in Altdorf kam es zur Trennung.

Meister, Champions League, Länderspiele

Es darf also als Ironie des Schicksals gewertet werden, dass ausgerechnet jener Verein, der die Degradierung von Obad in Altdorf ausgelöst hatte, nun sein neuer Arbeitgeber ist. Beim BSV Stans hat er einen Zweijahresvertrag unterzeichnet und wird neben seiner Rolle als Rückraumspieler auch Trainer Andy Gubler als Assistent unterstützen. «Ich bin sehr zufrieden. Der Verein ist gut organisiert, die Mannschaft motiviert, etwas Besonderes zu erreichen, und mit Andy diskutiere ich viel über Handball.»

In Altdorf verhielt er sich bis zum Schluss professionell, mit 183 Treffern wurde er sogar NLB-Torschützenkönig. Rund 15 Jahre lang verdiente er mit Handball seinen Lebensunterhalt, begonnen hat seine Karriere in Metkovic. Die Stadt im Süden Kroatiens bringt hin und wieder bekannte Handballer hervor, darunter beispielsweise den Rechtsaussen Ivan Cupic von Vardar Skopje. Zehnmal spielte Obad für Kroatiens Nationalteam, an der EM in der Schweiz 2006 stand er im Kader seines Heimatlandes, kam aber nicht zum Einsatz. Im Klubhandball wurde er mit Bregenz dreimal österreichischer Meister und sammelte Champions-League-Erfahrung, mit den Kroaten von Nexe Nasice scheiterte er im 1/8-Final des EHF-Cups knapp an Magdeburg, ehe er für zwei Jahre in den Pariser Vorortsklub Créteil wechselte.

Entsprechend gross war der Kulturschock, als er 2014 aus der französischen Hauptstadt ins idyllische Urnerland zog, um die angebotene Stelle als Spielertrainer anzunehmen. «Ich kam in eine andere Welt», erzählt er schmunzelnd, um sofort festzuhalten: «Es gefällt mir sehr. Ich bin oft in den Bergen oder am See unterwegs – solche Sachen machte ich früher nicht. Und ich mag die Lebensphilosophie der Schweizer.» Damit meint er zum einen die Disziplin, «auch ich bin bei der Arbeit zu 100 Prozent fokussiert». Zum andern schätzt er, wie hier der Kindergarten, die Schule oder die Versicherungen organisiert sind. «Das sind sehr wichtige Themen», sagt Obad, der mit seiner Frau Marta und den Kindern Maria (bald 6-jährig) und David (3) weiterhin in Altdorf lebt. Dort hat er neben dem Handball auch sein zweites berufliches Standbein aufbauen können – der diplomierte Sportlehrer arbeitet halbtags in einer Physiotherapie-Praxis als Bewegungstherapeut und gibt Kurse für funktionelles Training.

Während vier Spielzeiten kein Spiel verpasst

Der Spitzensport verliert also allmählich etwas an Raum in seinem Leben, doch das ändert nichts an seinem Ehrgeiz. Obad, der nach eigener Aussage kaum je verletzt war und in Altdorf während vier Spielzeiten kein einziges Spiel verpasst hat, investiert viel in seinen Körper. In Stans will er seine Erfahrung einfliessen lassen und die Jungen im Team weiterentwickeln. «Wenn in einem Spiel zehn Tore von mir gefragt sind, versuche ich auch weiterhin, diese zu schiessen», sagt der 1,97 grosse und 98 Kilo schwere Rückraumspieler. Von seiner neuen Mannschaft hält Mario Obad viel, er glaubt nicht, dass sie bis zum letzten Tag um den Ligaerhalt wird bangen müssen. «Unser Ziel ist eine Platzierung von der Mitte der Tabelle nach oben – also mindestens Rang sieben.» Am Samstag, im Heimspiel gegen Solothurn, kann der Routinier mit den Nidwaldnern den ersten Schritt in diese Richtung machen.

1. Runde: Samstag. 18.00: Endingen – Emmen (GoEasy-Arena, Siggenthal Station). Altdorf – Stäfa (Feldli). – 18.30: Birsfelden – Baden. – 19.30: Stans – Solothurn (Eichli). Kadetten Espoirs SH – Wädenswil/Horgen. – 20.00: Möhlin – Steffisburg. – Sonntag. 17.30: Biel – Yellow/ Pfadi Espoirs.

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