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FC Hergiswil – eine Braut, die sich nicht traut?

Hergiswil schlägt Sarnen mit 3:1 und sichert sich den Gruppensieg. Zu einem Aufstieg in die 1. Liga haben sich die Nidwaldner aber noch immer nicht bekannt – am Montag soll der Entscheid fallen. Goldau könnte erben.
Stephan Santschi
Sieg gegen Sarnen: Die Meisterfeier auf dem Sportplatz Grossmatt beginnt. (Bild: Manuela Jans-Koch (Hergiswil, 9. Juni 2018))

Sieg gegen Sarnen: Die Meisterfeier auf dem Sportplatz Grossmatt beginnt. (Bild: Manuela Jans-Koch (Hergiswil, 9. Juni 2018))

Die Spieler feierten, bespritzten sich gegenseitig mit Champagner. Aus den Lautsprechern dröhnte «Stand up for the champions», die Zuschauer applaudierten. «Ihr habt für den Verein Geschichte geschrieben. Herzliche Gratulation zum Gruppensieg in der 2. Liga interregional», frohlockte Klubpräsident Kurt Blättler ins Mikrofon. Nach dem 3:1-Sieg gegen Sarnen, dem zehnten Vollerfolg in Serie, beenden die Hergiswiler die Saison auf dem ersten Platz. Da der Verband dafür keinen Pokal vergibt, hat der Vorstand kurzerhand einen eigenen beschafft und ihn der Mannschaft gestern übergeben.

Wer genau hinhörte, stellte fest: Blättler gratulierte den Spielern nicht zum Aufstieg, den sie sportlich nun eigentlich geschafft hätten. Auch im Moment des Triumphs war nicht zu erfahren, ob die Nidwaldner nächste Saison tatsächlich erstmals in der 1. Liga spielen wollen oder nicht. «Es ist sehr schwer für uns», sagte Blättler nur und verwies auf den nächsten Montag, 19.30 Uhr. «Dann werden wir unseren Entscheid in einer Medienmitteilung kundtun. Davor treffen sich Spieler, Trainerstab und Vorstand nochmals zu einem Gespräch.»

Silvan Sager: «Die Mannschaft ist zerrissen»

Der FC Hergiswil wirkt damit wie eine Braut, die sich nicht traut. Die Mannschaft spielt sich seit Monaten in einen Rausch, klare Aussagen zur Zukunft werden aber keine gefällt. Der Verein fürchtet die finanziellen Investitionen, die vor allem aufgrund der mangelhaften Infrastruktur nötig würden. Der Grossmatt-Rasen muss mit einer Sanierung 1.-Liga-tauglich gemacht werden. Der (lange) Weg zu den Kabinen im Schulhaus, das aktuell wegen einer Erneuerung als Grossbaustelle daherkommt, muss für Spieler und Schiedsrichter kanalisiert werden. Die Spieler haben derweil Respekt vor dem Aufwand, der eine Liga höher auf sie wartet. «Wenn wir nächste Saison in der 2. Liga inter spielen, bleibe ich sicher in Hergiswil. Falls wir aufsteigen, muss ich mir nochmals Gedanken machen», sagt zum Beispiel Stürmer Silvan Sager, dessen Prioritäten sich nach der Geburt seiner Tochter vor einem Jahr verändert haben. So gehe es einigen im Team, sagt der 29-Jährige. Andere würden die grössere Herausforderung gerne annehmen. «Die Mannschaft», so Sager, «ist zerrissen.» Sollten sich die Nidwaldner gegen eine Promotion entscheiden, erbt der auf Rang zwei klassierte SC Goldau, der sich im Gegensatz zu Hergiswil schon vor über einem Monat zu einem allfälligen Aufstieg bekannt hat.

Das etwas gar zögerliche Verhalten der Hergiswiler schmälert in keiner Weise ihre fantastische Leistung in dieser Saison. Zu Hause blieb die Mannschaft ohne Niederlage, wettbewerbsübergreifend ist sie seit 19 Spielen ungeschlagen. Trainer Marc Odermatt gelang es in seiner ersten Saison, die langjährige Aufbauarbeit von Vorgänger Reto Burri weiterzuführen und sogar zu krönen. «Riesig, grandios – ich bin stolz auf meine Spieler. Wir stehen für Solidarität, wir sind keine Einzelkämpfer, die Mannschaft ist der Star. Ich kann es gar nicht richtig glauben», schwärmte Odermatt. Neben dem tollen Teamgeist ist das starke Kader ein zentraler Grund für die erfolgreichste Spielzeit der Vereinshistorie. «Es sind gute Ergänzungen gemacht worden, wir haben auch in der Breite Qualität», bemerkt Silvan Sager und erwähnt den 18-jährigen Norman Williner, der gegen Sarnen den gesperrten Captain Yves Erni in der Innenverteidigung ersetzte. Oder den 22-jährigen Markus Kiser, der mit einem satten Schuss zum 2:1 in der 90. Minute alles klar machte – auch ein Remis hätte bekanntlich zur Sicherung von Platz eins gereicht.

Nächstes Highlight für Hergiswil im Cup

Nach dem zukunftsweisenden Entscheid vom Montag folgt am Samstag ein letztes Highlight: Mit einem Sieg im Heimspiel gegen Uzwil ziehen die Hergiswiler in die 1. Hauptrunde des Schweizer Cups ein. Für dieses Ziel haben sie sich im Gegensatz zur Aufstiegsfrage schon vor der Saison klar ausgesprochen.

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