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Letzte Spielrunde: Ein «Heisser Tanz» für die Buochser

Der SC Buochs ist ein Urgestein der 1. Liga. Im letzten Spiel droht allerdings der Abstieg.

Stephan Santschi
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Der Buochser Jérôme Bühler (rechts) wird im letzten Spiel wegen einer Sperre fehlen.

Der Buochser Jérôme Bühler (rechts) wird im letzten Spiel wegen einer Sperre fehlen.

Pius Amrein/Luzerner Zeitung

Es sind Zahlen, die beeindrucken und von Konstanz zeugen: 42 Saisons absolvierte der SC Buochs in der 1. Liga, so viele wie kein anderes Team aus der Zentralschweiz. In der ewigen Rangliste stehen die Nidwaldner auf Platz 14 von über 260 Mannschaften aus dem ganzen Land. 1968 gelang der erstmalige Aufstieg mit einem gewissen Paul Wolfisberg als Spielertrainer, seither gehört man praktisch zum Inventar der höchsten Schweizer Amateurliga.

In der jüngeren Vergangenheit geriet der SCB allerdings in einen etwas unruhigeren Wellengang. 2006 und 2011 stieg er jeweils aus der 1. Liga ab, und nun, am kommenden Samstag, droht dasselbe Szenario ein weiteres Mal: Vor dem letzten Heimspiel gegen Baden steht der Klassenerhalt auf des Messers Schneide, gleich drei Teams stehen in der Gruppe 2 punktgleich in der Abstiegszone – Muttenz knapp unter dem Strich, Buochs und Schötz unmittelbar darüber, getrennt nur durch ein einziges Minustor. «Die Ausgangslage macht mir schon etwas Angst», gesteht Co-Präsident Daniel Gasser. «Das wird ein heisser Tanz, jeder Treffer kann entscheidend sein», sagt Trainer Marco Spiess.

Wichtige Absenzen im Showdown

Während Muttenz und Schötz mit Wohlen und Bassecourt zur gleichen Zeit auf Konkurrenz ohne grössere Ambitionen treffen, steht dem SCB mit dem zweitklassierten Baden eine Auswahl gegenüber, die sich noch kleine Hoffnungen auf den Aufstieg in die Promotion League macht. «Auch wenn es einfachere Gegner gäbe, werden wir nun nicht jammern. Wir spielen gegen jede Mannschaft einmal und wir haben es vor dem Spiel gegen Baden nicht geschafft, in eine bessere Ausgangsposition zu kommen. Wir müssen einfach alles geben, in einem einzigen Spiel ist immer alles möglich», sagt Spiess ebenso kämpferisch wie pragmatisch.

Sein Team macht seit Wiederaufnahme der Meisterschaft vor zwei Wochen einen zwiespältigen Eindruck. Das Heimspiel gegen Goldau gewannen die Buochser mit 3:1, am letzten Wochenende setzte es in Bassecourt aber eine unnötige 0:3-Niederlage ab.

«In den entscheidenden Momenten verfügten wir über zu wenig Biss und zu wenig Cleverness»,

konstatiert Spiess. Zu allem Ungemach werden mit Captain Jérôme Bühler, Mittelfeldspieler Goran Stojanov (beide gesperrt) und Angreifer Fabian Rüedi (verletzt) auch noch drei wichtige Akteure im Showdown fehlen. Als Hoffnungsträger ist mit Haxhi Neziraj ein ehemaliger Akteur des FC Luzern verpflichtet worden, der 28-Jährige soll die unproduktive Offensivmaschinerie ankurbeln. «Gegen Baden möchten wir so lange wie möglich im Spiel bleiben», erklärt Spiess, der über die Partien der direkten Konkurrenz informiert sein wird, um gegebenenfalls mit taktischen Massnahmen reagieren zu können.

Umbruch vor zweiJahren wiegt schwer

Sollte der SCB die Relegation nicht verhindern können, wäre dies «kein Weltuntergang, aber sehr schade», hält Gasser fest.

«Wir wussten, dass der Zeitpunkt kommt, wo es schwierig werden könnte. Wir hatten lange eine erfolgreiche Mannschaft zusammen, vor zwei Jahren kam es aber zu einem grossen Umbruch.»

Den Buochsern mangelt es an Erfahrung und wohl auch etwas an Qualität, hinzu kamen Verletzungsprobleme von Schlüsselspielern wie Augustin Tanushaj oder Emanuele Guidotti. Den Platz werden sie aber nicht kampflos räumen, die Zugehörigkeit zur 1. Liga gehört aus Tradition zum Selbstverständnis des Klubs am Gestade des Vierwaldstättersees.

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