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Radquer in Pfaffnau: Hart, dreckig

Viele Teilnehmer, ein Schweizer auf dem Podest, gute Atmosphäre und ein ehemaliger Superstar im Elitefeld der Frauen: Das dritte internationale Cross-Race in Pfaffnau war ein Erfolg.
Stephan Santschi

Lars Forster hebt den Daumen und lächelt ins Publikum, als er die Ziellinie überquert. Sein Arbeitstag am internationalen Cross-Race in Pfaffnau ist nach etwas mehr als einer Stunde Fahrzeit beendet. Seine Gestik lässt erahnen, dass er mit dem zweiten Platz im Elitefeld der Männer nicht unzufrieden ist. Zwar strebte der 25-jährige Radprofi aus dem st. gallischen Eschen­bach nach dem Sieg, «es wäre sicher megaschön gewesen, das Jahr mit einem Sieg zu beenden».

Der aktuelle Mountainbike-Europameister musste im Cross-Country aber anerkennen, dass mit dem Italiener Giole Bertolini ein Konkurrent überlegen war. 30 Sekunden nahm ihm der Sechste der letzten Radquer-Weltmeisterschaft ab. «Ich habe mich eigentlich gut gefühlt. Doch Bertolini war technisch eine Spur stärker und hatte in den Aufstiegen die besseren Beine», resümierte Forster. Er mag es richtig dreckig, in Pfaffnau war es wegen ausbleibender Regenfälle aber nicht allzu matschig. «Der Dreck war klebrig, man musste stark in die Pedale drücken. Es war recht hart, härter als in Dagmersellen.»

OK-Präsident freut sich über einen «Lotto-Sechser»

In Dagmersellen hat Lars Forster die letzten drei Austragungen gewonnen, 2017 fand dort nach 42 Jahren die Dernière statt. In die Fussstapfen des Veranstalters trat der VC Pfaffnau-Roggliswil, der den Termin am Stephanstag übernahm und mit 120 Helfern einen gelungenen Anlass auf die Beine stellte. Von 9.30 bis 16 Uhr massen sich Geübte und weniger Geübte in verschiedenen Kategorien. «200 bis 250 Teilnehmer machten mit, damit sind wir sehr zufrieden. Erfreulich ist auch, dass der Kidscross und das Pföderirennen gut besucht waren. Schliesslich machen wir das für die Jungen, ihnen wollen wir eine Plattform für die Zukunft bieten», erklärte OK-Präsident Michael Wechsler.

Der Italiener Giole Bertolini gewinnt. Bild: Chris Roos (Pfaffnau, 26. Dezember 2018)

Der Italiener Giole Bertolini gewinnt. Bild: Chris Roos (Pfaffnau, 26. Dezember 2018)

Ein besonderes Highlight präsentierte er im Elitefeld der Frauen mit Hanka Kupfernagel. Die 44-jährige Deutsche, die 2015 zurücktrat, war eine prägende Figur im Radsport der Frauen. Unter anderem wurde sie Weltmeisterin und Vizeolympiasiegerin auf der Strasse und gewann viermal Gold an Radquer-Weltmeisterschaften. «Ich schrieb sie per E-Mail an und sie antwortete, dass sie ein Einsatz bei uns reizen würde. Ich hatte ‹rüüdig› Freude, als sie zusagte. Das war für uns wie ein Sechser im Lotto», schwärmte Wechsler. Auch Kupfernagel sprach hinterher von einem anspruchsvollen Kurs, am Ende klassierte sie sich auf dem 13. Platz.

Wenn Reifen quietschen und Dreck ins Publikum fliegt

Tatsächlich war es nichts für schwache Beine, was der Veranstalter im Nuttelen-Gebiet im Pfaffnau vorbereitet hatte. Herzhafte Steigungen wechselten sich ab mit rasanten Abfahrten. Die Bremsen quietschten, wenn es runterging, tückische Kurven ­bargen höchste Rutschgefahr, der eine oder andere Athlet touchierte schon mal die Bande. Nachdem der anschliessende Kletterabschnitt bewältigt war und es zurück auf den asphaltierten Teil der Strecke ging, lösten sich die Dreckklumpen von den Rädern und flogen den Zuschauern um die Ohren. Wer sein Rad säubern lassen wollte, steuerte in die Wechselzone, schnappte sich das Ersatzrad und warf sich wieder ins Wettkampfgeschehen. Die Betreuer lieferten sich derweil ein eigenes Rennen, indem sie zu den Wasserstationen rannten, die Räder mit einem Schlauch abspritzten und für den nächsten Wechsel bereitmachten.

Rund 1200 Schaulustige hatten sich während des gesamten Tages eingefunden, die Stimmung war gut. «Hopp Raphi!», «Gut so, Marcel!» oder «Allez Papi» tönte es vom Streckenrand, «die Leute haben uns gut angefeuert, so macht es Spass», hielt Lars Forster fest. Im Elitefeld der Männer, dem abschliessenden Höhepunkt dieses Radquer-Events, trennte sich die Spreu schnell vom Weizen. Zum Weizen zählten neben Bertolini und Forster auch der Tscheche Emil Hekele (3.) und der St. Galler Andri Frischknecht (4.).

Pfaffnau plant auch 2019 mit Radquer am Stephanstag

Und nun? Wie geht es weiter mit dem Radquer auf der Luzerner Landschaft am Stephanstag? «Wir haben das Datum für 2019 beim Weltverband bereits reserviert. Zwar erhalten wir erst im Februar einen definitiven Entscheid. Da aber am 26. Dezember sonst keine Einträge vorhanden sind, gehen wir vom Zuschlag aus», sagt OK-Präsident Michael Wechsler. Lars Forster, der Schweizer Aufsteiger des Jahres, freut sich derweil auf das nächste Festtagsessen im Kreis der Familie, ehe er am 2. Januar in Meilen im Finalrennen der internationalen Radquer-Serie EKZ-Cross-Tour wieder am Start stehen wird.

Männer. Elite (26 klassiert): 1. Giole Bertolini (ITA) 1:01:39. 2. Lars Forster (Eschenbach SG) 0:30 Minuten zurück. 3. Emil Hekele (CZE) 1:01. 4. Andri Frischknecht (Eschenbach SG) 1:18. Ferner: 7. Marcel Wildhaber (Galgenen) 3:21. 9. Andreas Moser (VC Pfaffnau) 3:57. 10. Lukas Winterberg (VC Pfaffnau-Roggliswil) 4:34. – U19/Amateure/Masters (44): 1. Sammy Leumann (VC Maur) 43:07. 2. Eric Lüthi 0:04 zurück. 3. Dominic Graf 0:25. Ferner: 6. David Kaufmann (VC Sursee) 1:30. 23. Pascal Hofmann (RMV Hochdorf) 5:34. 25. Ivo Steinmann (VC Schötz) 5:53.

Frauen, Elite (24 klassiert): 1. Yara Kastelijn (NED) 47:16. 2. Marlène Morel Petitgirard (FRA) 0:59 zurück. 3. Rebecca Gariboldi (ITA) 2:10. Ferner die Schweizerinnen: 5. Lara Krähemann 2:55. 6. Svenja Wüthrich 3:01. 7. Tina Züger 3:10. 11. Yvonne Walthert 4:59. 12. Andrea Waldis (Gersau) 5:15. 22. Rebekka (VC Sursee) 9.20.

Hinweis: Rangliste: www.cross-race.ch

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