BSV-Stans-Trainer Andy Gubler kennt im Training kein Pardon

30:25-Sieg in Steffisburg und Vertragsverlängerung mit Trainer Andy Gubler: Der BSV Stans startet ansprechend ins neue NLB-Jahr.

Stephan Santschi
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Andy Gubler, Trainer BSV Stans.

Andy Gubler, Trainer BSV Stans.

Roger Zbinden (neue Lz) / Neue Luzerner Zeitung

Es sind besondere Umstände in der Sporthalle Musterplatz in Steffisburg. Die Masse des Spielfeldes sind eigentlich zu klein für NLB-Handball, der Verein darf es nur wegen einer Ausnahmebewilligung nutzen. «Ich bin schon lange Trainer und oft habe ich in Steffisburg nicht gewonnen – an einem Wochentag schon gar nicht», erzählt Stans-Chefcoach Andy Gubler.

Genau das ist seinem Team am letzten Freitag aber gelungen. Die Nidwaldner siegten im Berner Oberland mit 30:25 und realisierten einen Start nach Mass ins neue Sportjahr. «Darüber», so Gubler, «sind wir sehr happy.» Auf dem von Ziegelsteinen ummantelten Platz legte das favorisierte Stans los wie die Feuerwehr und führte nach nicht einmal fünf Minuten bereits mit 5:1. Der Tabellenvorletzte kämpfte sich danach aber ins Spiel und rückte bis zur 18.Minute wieder auf Schlagdistanz (10:11) heran.

Goalie Yves Imhof «nimmt Gegner den Mut»

In dieser Phase wirkte Bruder Leichtsinn im Angriff der Stanser kräftig mit, sodass sich der Kontrahent zum Laufen von Gegenstössen animiert fühlte. Einer verlor allerdings nie die Übersicht – und das war der Stanser Goalie Yves Imhof. Der Muotathaler parierte insgesamt 21 Abschlüsse und erreichte damit eine Abwehrquote von grossartigen 46 Prozent. «Yves hat dem Gegner den Mut genommen», lobte Gubler.

Bis zur Pause zogen die Gäste auf 17:12 davon, und sie hatten nach dem Seitenwechsel keine grosse Mühe mehr, um den Gegner zu kontrollieren. Bis zur 57.Minute bauten sie die Führung sogar bis auf neun Tore aus (29:20), ehe die Steffisburger noch etwas Resultatkosmetik betrieben. Die Deckung des BSV Stans wirkte stabil und der Angriff funktionierte gut, obwohl mit Pascal Achermann (krank) und dem unentschuldigt abwesenden Gianluca Lima beide Linkshänder im Aufbau fehlten.

Auch Spielmacher Skrebsky Dutra bleibt in Stans

Den Stansern ist damit der Auftakt in die zweite Saisonhälfte geglückt. Aktuell belegen sie in der NLB den sechsten Platz, was jedoch keinen wirklich zufrieden stellt. «Wir möchten in der Rückrunde besser und konstanter spielen als in der Vorrunde», betont Trainer Gubler. Rang vier sei das Minimum, das man anstrebe, selbst eine Klassierung in den Top 2 und die damit verbundene Teilnahme am Playoff-Final ist nicht ausser Reichweite – der Rückstand auf das zweitplatzierte Stäfa beträgt nur vier Punkte. «Es gibt kein Team, das sich in der Tabelle absetzt, die Liga ist ausgeglichen, die Resultate sind knapp», sagt Gubler, der auch am kommenden Samstag im ersten Heimspiel des Jahres (19.30Uhr, Eichli) gegen die zehntrangierten Birsfelder mit einer schweren Aufgabe rechnet: «Sie stellen die Abwehr oft um, wir müssen im Kopf parat sein und die Ruhe bewahren.»

Nägel mit Köpfen macht derweil auch der Vorstand der Stanser. Während die Planung der neuen Trainingshalle auf Kurs ist, konnte vor kurzem auch die Zusammenarbeit mit Andy Gubler um eine Saison bis 2021 verlängert werden. «Andy kennt im Training kein Pardon, er fordert sehr viel. Dabei zuzuschauen, ist imposant», erklärt Präsident Philipp Bühlmann. Auch der brasilianische Spielmacher Fernando Skrebsky Dutra wird ein weiteres Jahr in Stans bleiben.

Steffisburg – Stans 25:30 (12:17)
Musterplatz. – 238 Zuschauer. – SR Abalo/Maurer. – Strafen: je 3-mal 2 Minuten. – Steffisburg: Zuege/Stettler; Recher, Chernov (2), Schwab (2), Lutz (4), Giovanelli (4), Lory (1), Christinat (1), Scheidegger, Gruber (4) Drollinger (1), Manse (4/2), Sorgen (2). – Stans: Imhof; Gwerder (4), Obad (9/6), Skrebsky Dutra (4/1), Scherer (1), Imfeld (2), Riederer (3), Kuster (3); Gnos (3), Gautschi, Wanner, Niederberger (1). – Bemerkung: Imhof pariert Penaltys von Manse (13./7:9; 60./24:30).

Kriens: Schockierende Szene führt zum Spielabbruch

Das Heimspiel des HC Kriens gegen den BSV Bern II in der Gruppe vier der Abstiegsrunde wurde am letzten Samstag nach 20 Minuten beim Stand von 6:5 abgebrochen. Grund war ein epileptischer Anfall des Kriensers Joel Wyss. Nach einer gelungenen Abwehraktion mit einem Foulspiel gegen Michael Walther liess sich der Berner zu einer Trotzreaktion hinreissen und stiess Wyss gegen die Brust, berichtet Kriens-Trainer Ralf Stojan. «Da die Aktion eigentlich bereits vorbei war, hatte Joel keine Körperspannung mehr, fiel rückwärts zu Boden und knallte auf den Hinterkopf.» Was folgte, schockte alle Anwesenden in der Meiersmatthalle. «Joel begann zu zittern, eineinhalb bis zwei Minuten. Und er hatte Schaum vor dem Mund. Ich dachte, der Junge stirbt mir weg, ich hatte Angst ohne Ende», erzählt Stojan, der wie Wyss in Stans wohnt und ihn daher jeweils im Auto mit ins Training nimmt. Glücklicherweise haben die Krienser mit Kreisläufer Roland Knabl einen Arzt im Team, der wusste, was zu tun war. Wyss wurde anschliessend mit dem Notfallwagen ins Spital gebracht. «Ihm geht es gut, die Untersuchungen haben nichts Negatives ergeben. Joel hatte Glück im Unglück», sagt Stojan, der am Samstag wegen einer Erkrankung mit Schüttelfrost auf der Bank gesessen hatte. «Dem Spieler tat es leid, er war völlig konsterniert» Der fehlbare Spieler der Berner wurde mit einer blau-roten Karte bestraft, was eine Sperre zur Folge haben wird. «Die Szene war unglücklich, dem Spieler tat es ja auch leid, er war völlig konsterniert und hatte Tränen in den Augen. Aber er hatte eine Verletzung des Gegenspielers in Kauf genommen», findet Stojan und fügt an: «Deshalb hoffe ich, dass der Verband bei der Sanktionierung ein ordentliches Zeichen setzt.» Das Spiel wird derweil nachgeholt werden. (ss)