Goran Perkovac, Trainer vom Handballclub Kriens-Luzern: «Wir lassen uns nicht irritieren»

Kriens-Luzern – Bern findet nicht mit Fans in der Maihofhalle, sondern vor leeren Rängen in der Krauerhalle statt.

Roland Bucher
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Filip Gavranovic (rechts) schiesst hier in der Krauerhalle ein Tor.

Filip Gavranovic (rechts) schiesst hier in der Krauerhalle ein Tor.

Patrick Hürlimann / Patrick Huerlimann

Stand gestern Mittag, exakt 14Uhr: «Ich gehe davon aus, dass uns sehr viele Fans dabei unterstützen werden, gegen Bern Muri wichtige Punkte zu erobern.» Goran Perkovac, der Trainer des HC Kriens-Luzern, täuschte sich. Wenige Minuten später kommunizierte Daniel Frank, der umtriebige Medienchef des NLA-Vereins: «Der HC Kriens-Luzern hat entschieden, das Heimspiel vom Samstag gegen den BSV Bern unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen.» Im Anhang: Das Spiel wird nicht wie vorgesehen in der Luzerner Maihofhalle, sondern in der Krienser Krauerhalle (18.00 durchgeführt).

Kriens und besonders sein CEO Nick Christen sind bekannt dafür, dass sie nicht gerne Zahlen, welche den Verein und seine finanziellen Belange betreffen, publik machen. Eine Hochrechnung lässt aber durchaus vermuten, dass dem Verein durch diesen Entscheid Einnahmen (Zuschauereintritte, Restauration) in der Grössenordnung zwischen 10 000 und 15 000 Franken entgehen. «Das ist sehr ärgerlich», sagt Christen, «aber es bedroht uns noch nicht existenziell. Wenn wir auch in den Playoffs Geisterspiele ansetzen müssten, wird’s ungemütlich.»

Livestream im Matchcenter von Handball.ch

Erstaunlich: Kriens hätte, weil kaum mehr als 1000 Fans zu erwarten sind, die Partie regulär – also mit kantonaler Bewilligung und Zuschauern – durchführen dürfen. «In diesen Tagen denken wir nur an die Gesundheit und wollten auch im Zusammenhang mit Direktbetroffenen ein Zeichen setzten», erklärt Christen. So verkommt Kriens – Bern trotzdem überhaupt nicht zur Farce. «Wir haben unsere Pflicht zu tun», fordert Trainer Goran Perkovac, und die laute nicht anders als: «Wenn wir uns das Heimrecht für die Playoffs sichern wollen, dann müssen wir diese Partie gewinnen.» Punktum, und als Ausrede auf Vorrat wolle er auch nichts davon wissen, dass in den letzten Tagen die Hauptakzente sport- (Protest zum Spiel Kriens – Schaffhausen) und gesundheitspolitisch geprägt waren: «Wir lassen uns nicht irritieren, wir konzentrieren uns auf 60 Minuten Handball. Und wir wollen das guttun. Ich spüre, dass meine Leute parat sind, dies auch gegen ein erstarktes Bern durchzuziehen.»

Was, der Vollständigkeit halber, noch anzufügen wäre:

Wer sein Ticket bereits online geordert hat, bekommt den Kaufpreis zurückerstattet.

Der HCK bietet aufgrund der besonderen Situation ab 17.50Uhr einen kommentierten Livestream der Partie an. Dieser wird im Matchcenter von Handball.ch gestreamt und von Länderspiel-Kommentator Manuel Schnellmann sowie Nick Christen verbal begleitet, der noch anfügt: «So leid es uns auch tut: Es macht keinen Sinnt, darauf zu hoffen, dass es Schlupflöcher gibt.» Im Klartext: Es kommt keiner rein, der nicht direkt etwas mit dem regulären Ablauf der Partie Kriens-Luzern gegen den BSV Bern Muri zu tun hat.

Handball

Männer. NLA. 24. Runde. Samstag. 17.30: St.Otmar St.Gallen – Wacker Thun. – 18.00: Kriens-Luzern – BSV Bern (unter Ausschluss der Öffentlichkeit). Suhr Aarau – Endingen. GC Amicitia Zürich – Kadetten Schaffhausen. – Sonntag. 17.00: RTV Basel – Pfadi Winterthur.
Rangliste: 1. Kadetten Schaffhausen* 24/41. 2. Pfadi Winterthur 23/32. 3. Kriens-Luzern 23/31. 4. St. Otmar St.Gallen 24/27. 5. Wacker Thun 23/26. 6. Suhr Aarau 24/26. 7. BSV Bern 23/24. 8. GC Amicitia Zürich 23/16. 9. RTV Basel 23/6. 10. Endingen 24/5. – * in den Playoffs.

Spono ohne Fans, Stans vertagt Spiel

Die SPL1-Handballerinnen der Spono Eagles müssen ihr Heimspiel am Sonntag gegen den LC Brühl (17.00 Uhr, SPZ) wegen des Corona-Virus vor leeren Rängen austragen. Das Spitzenspiel in der NLB der Männer zwischen dem BSV Stans und dem STV Baden, das am Freitagabend hätte stattfinden sollen, ist derweil verschoben worden. Neuer Termin: Samstag, 18. April, 19.30 Uhr. Alle anderen Partien finden plangemäss, teilweise aber unter Auflagen statt. Dazu zählt der Spitzenkampf in der 1.-Liga-Finalrunde vom Freitag zwischen Emmen und Olten (20.30 Uhr, Rossmoos). «Wir werden, wie vom Kanton vorgeschrieben, die Personalien der Zuschauer aufnehmen», teilt Emmens Medienchef Peter Küng mit. Zudem dürfen die Zuschauer gewisse Gebiete vor kurzem nicht bereist haben (China, Hongkong, Singapur, Südkorea, Iran, Norditalien). Der Basketball-Verband hat unterdessen entschieden, die NLA- und NLB-Meisterschaften der Männer und die NLA-Meisterschaft der Frauen bis am 15. März zu unterbrechen. Die Fussball-Amateurligen dürfen in Absprache mit den kantonalen Behörden den Betrieb wieder aufnehmen. Die Promotion League und die 1. Liga werden an diesem Wochenende allerdings noch auf Spiele verzichten. Swiss Unihockey hält derweil am Spielbetrieb fest – dies unter Einhaltung der Auflagen von Bund und Kantonen. (ss/ars)