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Die Schweizer Frauen-Eishockey-Auswahl ist gegen die Besten gefordert

Das Schweizer Frauen-Nationalteam baut an der WM in Finnland auf drei Innerschweizerinnen: Auf die erfahrene Luzernerin Lara Stalder und die beiden Zugerinnen Rahel Enzler und Noemi Ryhner.
Daniel Monnin
Lara Stalder (links) steht vor ihrer fünften WM-Teilnahme. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Pyeongchang, 20. Februar 2018)

Lara Stalder (links) steht vor ihrer fünften WM-Teilnahme. Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Pyeongchang, 20. Februar 2018)

Das Schweizer Team, das jüngste aller Zeiten mit zehn Spielerinnen mit Jahrgang 1999 und jünger sowie acht WM-Rookies, steht im finnischen Espoo vom (4. bis 14. April) vor einer besonderen Herausforderung: Die Schweizerinnen, Nummer 5 der aktuellen Weltrangliste, sind in der erstmals mit zehn Teams ausgetragenen WM in der «oberen Gruppe» mit Weltmeister USA (8 WM-Titel), Herausforderer Kanada (10 WM-Titel), Finnland (12-mal Bronze) und Russland (3-mal Bronze) eingeteilt.

Nationaltrainerin Daniela Diaz sieht im Umbruch nach den Olympischen Spielen von Pyeongchang auch eine Chance für die Zukunft: «Die jungen Spielerinnen werden die Möglichkeit erhalten, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und von den Spielen gegen die besten Nationen sowie von der Erfahrung unserer Leader und Routiniers zu lernen und viel zu profitieren.»

Bereits für die Viertelfinals qualifiziert

Dabei kommt dem Team der neue Modus entgegen: Als Mitglied der Top 5 sind die Schweizerinnen bereits für den Viertelfinal qualifiziert und können nicht absteigen. «Wir wollen den starken Gruppengegnern das Leben so schwer wie möglich machen und diese vier Spiele nutzen, um als Team noch enger zusammenzurücken und für das Viertelfinal bestens vorbereitet zu sein.»

Mit ihren 111 Länderspielen und ihrer 5. WM-Teilnahme gehört die bald 25-jährige Lara Stalder zu den Routiniers im Team. Zusammen mit ihrer kongenialen Sturmpartnerin Alina Müller (21) ist die Linköping-Söldnerin eine der konstantesten und treffsichersten Spielerinnen der letzten Jahre. Die ehemalige Topskorerin der schwedischen Liga hat eine Seuchensaison hinter sich, bestritt nur knapp ein Drittel aller Spiele. Mittlerweile hat sie sich von ihrer Schulterverletzung erholt und sieht der WM zuversichtlich entgegen: «Da wir in der stärkeren Gruppe eingeteilt sind, können wir in der Gruppenphase ohne Druck spielen, wir wissen ja bereits, dass wir die Viertelfinals erreichen werden.» Sie weiss um ihre besondere Aufgabe, ihr Wissen und ihre Erfahrung an die jungen Spielerinnen weiterzugeben. «Wir haben ein junges, aber entwicklungsfähiges Team, es macht Spass, Mitglied dieser Gruppe zu sein», sagt Stalder, die den ersten Höhepunkt in der Geschichte der Frauen-Nati, den WM-Bronzemedaillengewinn von 2012, verletzungsbedingt verpasste, beim Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in Sotschi allerdings bereits ein wichtiger Bestandteil des Teams war.

Enzler spielt ihre zweite WM

Zu den jungen und wenig erfahrenen Spielerinnen gehören die beiden anderen Innerschweizerinnen im Team, die bald 19-jährigen Rahel Enzler (Unterägeri) und Noemi Ryhner (Baar), beide in Diensten des Frauen-Teams des SC Reinach. Enzler hat bisher 41 Länderspiele bestritten und steht nach ihrem Debüt 2017 vor ihrer zweiten WM, Ryhner kommt auf 24 Länderspiele und ist eine der acht Rookies im Team. Enzler hat in dieser Saison einen ungewöhnlichen Weg bestritten: Sie sicherte sich die Dienste eines Personal Trainers, der ihr für die Trainings im physischen Bereich zur Seite stand. «Ich bin überzeugt, dass ich die Saison ohne diese Investition nicht ohne Einbruch hätte durchziehen können. Das Krafttraining hat mir auch bei der Regeneration geholfen», sagt sie und stellt auch gleich in Aussicht, «das bewährte Schema auch für die kommende Saison beizubehalten, denn ich bin mir bewusst, dass ich im Vergleich mit nordamerikanischen Spielerinnen noch viel in die Physis investieren muss.»

Apropos Nordamerika: Für Enzler wird die kommende Saison die vorläufig letzte in der Schweiz sein, danach zieht sie für vier Jahre an die University of Maine in den USA. Ähnlich wie Stalder sieht sie in den vier Gruppenspielen gegen die «Grossen» eine willkommene Gelegenheit, «uns bestens auf den Viertelfinal vorzubereiten. Die ganze Frauen-Eishockeywelt schaut zu, wir haben nichts zu verlieren.»

Rookie Rhyner will ihre Chance nützen

Während Enzler den Traum von der ersten WM bereits geträumt hat, steht Noemi Ryhner vor ihrem Début. «Ich fühle mich super, und ich freue mich riesig auf diese Herausforderung», sagt sie. Genau wie Enzler hat Ryhner sämtliche 16 Nati-Testspiele dieser Saison bestritten und beide haben zwei Skorerpunkte (1 Tor, 1 Assist) gesammelt. Sie sieht im WM-Aufgebot «durchaus eine Bestätigung meiner harten Arbeit». 2017 hatte sie sich das Kreuzband gerissen und fiel fast die ganze Saison aus. An ihrer letzten U18-WM im Januar 2018 kam sie nur bedingt auf Touren, doch sie hat sich mit ihrem Willen und einer exemplarischen Arbeitsmoral zurückgekämpft und darf auf eine gelungene Saison zurückblicken. Doch Noemi Ryhner wäre nicht sie selbst, wenn sie sich für die WM nicht hohe Ziele gesetzt hätte: «Ich weiss, ich bin ein Rookie und werde hinten anstehen müssen. Doch ich bin überzeugt, dass ich meine Chance nutzen werde.» Und: «Warum soll uns kein Exploit gelingen?», fragen sich Enzler und Ryhner.

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