Für den HC Luzern kommen nur noch Siege in Frage

Nach der 1:10-Niederlage in Herisau hat der HC Luzern noch sechs Spiele Zeit, um den Ligaerhalt zu schaffen.

Michael Wyss
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Simon Racheter, Stürmer des HC Luzern.

Simon Racheter, Stürmer des HC Luzern.

Michael Wyss

«Was soll ich dazu sagen. Einfach unbeschreiblich war dieses Glücksgefühl. Am Donnerstagmorgen nach dem Spiel habe ich zuerst die Eishockey-App geöffnet und das Telegramm nochmals angeschaut, ob es wirklich stimmt oder ich das alles träumte», lacht Simon Racheter. Dem Reussbühler und angehenden Wirtschaftsstudent glückten letzte Woche im Auswärtsspiel bei den Red Lions Reinach beim 7:2-Kantersieg Luzerns gleich drei Treffer. «Ich bin eigentlich nicht der Goalgetter, eher der Playmaker. Ich habe einmal sechs Tore in einer Partie erzielt, das war aber im Mini-Alter», so der Stürmer grinsend.

Auch am Samstag, bei seinem sechsten Einsatz dieser Saison in der 1. Liga, konnte er seinen ersten Assist und insgesamt vierten Skorerpunkt dieser Meisterschaft bei der 1:10-Packung in Herisau verbuchen. Seine Vorbilder spielen übrigens in Übersee, in der NHL. «Ich bin Fan von Sidney Crosby von den Pittsburgh Penguins und Nico Hischier von den New Jersey Devils. Ihre Spielweisen faszinieren mich.»

Die Freude zum Eishockey entdeckte Racheter spät. «Ich spielte früher Fussball im Nachwuchs des FC Littau. Erst mit 12 Jahren begann ich beim HCL mit Eishockey.» Grund dafür war der Besuch der Herbst-Sportwoche. «Ich stand während einer Woche auf dem Eis, da hat es mich gepackt und ich entdeckte eine neue Leidenschaft.» Aktuell spielt der 19-Jährige in der U20 (früher A-Junioren) und in der 1.-Liga-Mannschaft. «Es gefällt mir sehr gut in Luzern. Hier habe ich meine Wurzeln. Ich würde natürlich gerne weiterhin in der 1. Liga spielen. Hier werde ich gefordert und kann viel profitieren.»

«Sechs Cupspiele auf dem Programm»

Wie gross beziffert Racheter denn die Chancen auf den Ligaerhalt? «Es wird nun sehr schwierig. Wir haben 10 Punkte Rückstand auf Reinach. Bei 6 verbleibenden Partien kann man sich die Rechnung selber machen. Es braucht nun 6 Siege. Wir kämpfen weiter und werden in der Abstiegsrunde versuchen, das Unmögliche noch möglich zu machen.» In dieser dritten und letzten Phase der Meisterschaft (Beginn: 12. Februar) heissen die Gegner Rheintal (31), Prättigau-Herrschaft (26) und Reinach (22). Die Punkte werden mitgenommen, der Letztplatzierte steigt nach der Hin- und Rückrunde in die 2. Liga ab. «Wir haben alles Direktduelle und könnten theoretisch noch auf 30 Punkte kommen. Mit anderen Worten stehen nun 6 Partien mit Cupcharakter auf dem Programm.» Der HCL ist nun zum Siegen verdammt. Er muss aber auch darauf hoffen, dass Reinach nicht mehr viele Punkte holt. Sonst ist das 1.-Liga-Abenteuer nach nur einem Jahr bereits wieder Geschichte.

Eishockey, 1. Liga

Qualifikation-Masterround (5. und letzte Runde): Herisau – Luzern 10:1 (5:0, 2:0, 3:1). Argovia Stars – Rheintal 4:3 n. V. Prättigau-Herrschaft – Reinach 3:0.
Rangliste: 1. Argovia Stars 46. 2. Herisau 40. 3. Rheintal 31. 4. Prättigau-Herrschaft 26. 5. Reinach 22. 6. Luzern 12. – Argovia Stars und Herisau in den Playoffs).

Herisau – Luzern 10:1 (5:0, 2:0, 3:1)
Sportzentrum. – 135 Zuschauer. – SR Rüegg; Weiss, Ernst. – Tore: 11. 1:0. 12. 2:0. 16. 3:0. 18. 4:0. 20. 5:0. 32. 6:0. 33. 7:0. 45. Emanuel Guidon (Burkart, Racheter) 7:1. 49. 8:1. 51. 9:1. 60. 10:1.

2. Liga

Playoff-Achtelfinals (best of 5): Sursee – Kreuzlingen-Konstanz 4:3 (2:1, 2:0, 0:2); Stand: 2:2. Eisbären St.Gallen – Zug 3:5 (0:2, 1:1, 2:2); Stand: 2:2. Illnau-Effretikon – Küssnacht; Schlussstand 3:0. Weinfelden – Seetal; Schlussstand 3:0. Dürnten – Schaffhausen; Schlussstand: 3:0. St.Moritz – Bellinzona 2:3; Stand 1:3. Dielsdorf/Niederhasli – Küsnacht 4:0; Stand 3:1.

Sursee – Kreuzlingen-Konstanz 4:3 (2:1, 2:0, 0:2)
Eishalle. – 180 Zuschauer. – SR Rivera, Murer. – Tore: 5. Salzmann (Schmerda) 1:0. 8. 1:1. 10. Schmerda (Kiser) 2:1. 25. Iliev (Kiser, Schmerda) 3:1. 29. Augstburger (Zürcher) 4:1. 41. 4:2. 48. 4:3.

Eisbären St.Gallen – Zug 3:5 (0:2, 1:1, 2:2)
Lerchenfeld. – 225 Zuschauer. – SR Bertolo, Egli. – Tore: 13. Leandro Blaser (Rickli) 0:1. 20. Leandro Blaser (Steiger) 0:2. 31. 1:2. 38. Romeo Blaser (Leandro Blaser) 1:3. 42. Blankl (Hieringer, Elsener) 1:4. 55. 2:4. 55. 3:4. 60. Fill (Kunz) 3:5.

Nächste Runde. Heute. 20.00: Kreuzlingen-Konstanz – Sursee (Bodensee-Arena). 20.30: Zug – Eisbären St.Gallen (Bossard-Arena).