Für das Luzerner Beachvolleyballduo Nussbaumer/Giroud kommt das Beste zum Schluss

Nach einer durchzogenen Saison hat das Luzerner U19-Duo Michaela Nussbaumer und Sandrine Giroud am Ende allen Grund zum Feiern.

Stefanie Meier
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Verdeutlichen ihre Ambitionen: Sandrine Giroud (links) und Michaela Nussbaumer.

Verdeutlichen ihre Ambitionen: Sandrine Giroud (links) und Michaela Nussbaumer.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 21. August 2020)

Kommt Zeit, kommt Rat. Coronabedingt begann die Saison der Beachvolleyballer später als geplant. Auch Michaela Nussbaumer (18) und Sandrine Giroud (17) fehlten wichtige Trainingseinheiten. Dennoch mischten die beiden Nachwuchstalente in der höchsten regionalen Turnierserie, der B-Tour (B1), vorne mit und sammelten überdies wichtige Erfahrungen in der nationalen Turnierserie der Kategorie A3 inmitten vieler ambitionierter Teams. Erfahrungen zu sammeln heisst aber nicht, viele Punkte für die Jahreswertung zu gewinnen. Ausserdem wechselten einige A-Teams in die B-Tour – dementsprechend zeigten die Resultate der Luzernerinnen nicht den gewünschten Verlauf. Nichtsdestotrotz schaffte das Duo die Qualifikation für die Junior Beach Tour SM Luzern vom vergangenen Wochenende.

Sowohl Nussbaumer wie auch Giroud weisen trotz jungen Alters einen bemerkenswerten Palmarès auf. «Eines meiner schönsten Erlebnisse war die Top-10-Klassierung an den Europameisterschaften mit dem U18-Team», erinnert sich Nussbaumer.

Die Services sind eine ausgeprägte Stärke

Neben dem Spielfeld geben sich die beiden sehr zurückhaltend und bescheiden. Auf dem Spielfeld jedoch zeigen sie sich von einer komplett anderen Seite. Fokussiert, zielstrebig und ehrgeizig. «Mit einem präzisen Service wollen wir möglichst viel Druck auf den Gegner ausüben», so Giroud. «Die beiden servieren ausgezeichnet. Doch gerade bei den Frauen gilt es, nicht nur hart draufzuschlagen, sondern dabei die Lücken zu finden», präzisierte Trainer und Coach Max Meier. Meier setzt auf eine etwas andere Zukunftsstrategie, wenn es um Nussbaumer/Giroud geht. «Anstelle vieler Spiele bei den Junioren stellen wir uns den Teams der höheren Kategorien A3 und B1 und bereiten uns so indirekt auf die Zukunft bei der Elite vor.» So verzichtet er bewusst auf direktes Coaching bei den Junioren-Matches. «Bei den Frauen müssen sie während des Spiels auch allein zurechtkommen», erklärt er sein Vorgehen.

Und dann wäre da noch der «Monsterblock» der 1,80 Meter grossen Michaela Nussbaumer, wie Sascha Ruefer wohl sagen würde. Setzt der Gegner zum Smash an, mobilisiert Nussbaumer sämtliche Kräfte zur Abwehr. Die gewaltige Sprungkraft, eine weitere Stärke beider Athletinnen. Vor allem aber muss sich die «nur» 1,70 Meter grosse Sandrine Giroud in dieser Disziplin besonders beweisen, um mit den grösseren Spielerinnen mithalten zu können. Trotz der fehlenden Zentimeter agiert sie auf gleicher Höhe und überrascht damit manchen Gegner. Und doch kommen hie und da Zweifel auf. «Manchmal leidet die Motivation darunter, weil ich weiss, dass ich an meiner Grösse nichts ändern kann. Ich muss sie mit genügend Sprungkraft und Schnelligkeit kompensieren», erklärte die in Luzern wohnhafte Walliserin. Trainer Max Meier ist überzeugt: «Wir finden einen Weg, wie sie es an die Volley-Spitze schafft. Sandrine bringt viele weitere wichtige Eigenschaften mit sich. Beispielsweise ihre Cleverness, ihr gutes Auge fürs Spiel, die richtige Technik. Darauf gilt es aufzubauen.»

Situationen, wo Spielerinnen an ihren Qualitäten zweifeln oder wo der gesunde Ehrgeiz zu viel wird und in eine Blockade übergeht, gehören dazu. Da ist der ehemalige Nationalspieler gefragt und gefordert. Michaela Nussbaumer träumt von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen. Solche Gedanken und Ziele würden wohl ohne Background von Trainer, Team und Familie gar nicht erst entstehen. «Mir ist bewusst, dass das ein langer Weg ist, aber Volley ist mein Leben», bestätigt Nussbaumer, die in Steinhausen wohnt und in Luzern die Sport-Kanti besucht. Das Duo absolviert pro Woche nebst vier Beachtrainings im Lido Luzern zwei Krafttrainings-Einheiten. Ob sie sich auch mal zoffen? Beide verneinen im Gleichtakt. «Wir befinden uns sportlich und menschlich auf derselben Wellenlänge. Wir motivieren uns gegenseitig, haken Fehlpässe schnell ab und blicken nach vorne», gibt Giroud zu verstehen.

Happy End am Heimspiel

Als drittbestes Team stiegen Nussbaumer/Giroud ins SM-Turnier ein und verdeutlichten ihre Ambitionen mit zwei klaren 2:0-Siegen in den beiden Vorrundenspielen vom Freitag. Die Halbfinal-Partie vom Samstag war zu Beginn ausgeglichen mit dem schliesslich besseren Ende für Nussbaumer/Giroud. Im Finalspiel liessen sie den Gegnerinnen dann keine Chance. Mit 21:15 im ersten und 21:12 im zweiten Satz waren sie das Mass aller Dinge und holten verdient den U19-Schweizer-Meistertitel. Die Erleichterung und Freude war den beiden anzusehen. Und Coach Max Meier? Der nickt zufrieden, schmunzelt und lässt sich beglückwünschen – coronabedingt mit Faustschlag, versteht sich.

Hinweis: Ranglisten unter beachsm-luzern.ch