Folgt Andrin Näpflins dritter Streich am Bürer Langlauf?

Der Bürer Langlauf feiert am Sonntag die 50. Auflage und eröffnet einmal mehr die regionale Langlaufsaison.

Roland Bösch
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Andrin Näpflin, hier bei den Rennen im Goms, zählt zu den Favoriten bei der 50. Austragung.

Andrin Näpflin, hier bei den Rennen im Goms, zählt zu den Favoriten bei der 50. Austragung.

Urs Steger

«Die Loipe in Realp ist in einem guten Zustand. Der Austragung des Bürer Langlaufs im klassischen Stil dürfte nichts im Weg stehen», diese Worte aus dem Mund des Beckenrieder Langläufers Andrin Näpflin freuen den OK-Präsidenten des traditionellen Langlaufrennens Christof Gerig bestimmt.

Andrin Näpflin ist zurzeit oft im Urserental anzutreffen. Der 22-Jährige aus Beckenried befindet sich mitten in einem Trainingsblock im Hinblick auf die Continentalcup-Rennen im österreichischen St.Ulrich, die am Wochenende vor Weihnachten über die Bühne gehen. «Es ist für mich Ehrensache, beim Bürer Langlauf an den Start zu gehen. Ich werde das Rennen am Sonntag aber aus dem Training heraus bestreiten», erklärt der gelernte Landschaftsgärtner. Der Fokus von Andrin Näpflin liegt klar bei den nationalen und internationalen Rennen. Dennoch wird der Nidwaldner am Sonntag versuchen, das regionale Saisonauftaktrennen zum dritten Mal in Serie für sich zu entscheiden.

Reduziertes Pensum als Landschaftsgärtner

Näpflin gehört dem Kader des Zentralschweizer Schneesportverbandes, nicht aber einem Kader von Swiss Ski an. Der Beckenrieder versucht, sich ohne eine nationale Zugehörigkeit mit guten Resultaten für internationale Einsätze aufzudrängen. Der Athlet des Skiclubs Beckenried-Klewenalp investiert dafür viel Zeit und hat sein Pensum als Landschaftsgärtner auf ein bis zwei Tage in der Woche reduziert. «Ich bin noch jung und habe nichts zu verlieren. Ich verspüre keinen Druck, sondern mache das Ganze aus purer Leidenschaft und mit voller Freude», erzählt Andrin Näpflin und präzisiert: «Sollte mir der Durchbruch nicht gelingen, habe ich viel erlebt und gelernt.»

Im Sommer 2019 steigerte Andrin Näpflin seinen Trainingsumfang erneut, um damit leistungsmässig auch Fortschritte erzielen zu können. Der Start in die Swiss-Cup-Saison ist Näpflin entsprechend Anfang Dezember 2019 im Goms geglückt. Er belegte über 15 km klassisch der Männer den 14. Rang. Am Tag zuvor im Sprint verhinderte ein Stockbruch in den Viertelfinals eine bessere Rangierung als den 18. Rang. «Auch wenn nüchtern betrachtet der Rückstand auf die Besten noch etwas gross ist, konnte ich rangmässig einen Schritt nach vorne machen.», analysiert Andrin Näpflin.

Der Bruder von Avelino Näpflin, dem Athleten von Swiss Ski, ist sich bewusst, dass der Weg noch weit ist. Dennoch lebt der Traum, bei einem Weltcup-Rennen am Start stehen zu können, weiter.

Bürer Langlauf

Sonntag. Ab 08:30: Startnummernausgabe. – Ab 10:30: Einzelrennen, klassischer Stil. – 13.30: Rangverkündigung. – Nachmeldungen: Sind am Renntag möglich. - Alle Infos unter: www.scbo.ch

Fast 30 Jahre lang auf der Gerschnialp

Was am 24. Januar 1971 dank der Initiative von Sigi Zwyssig auf dem Talboden in Büren begann, bewährt sich am Sonntag bereits zum 50. Mal. Der erste Bürer Langlauf wurde als Jugend- und Sportrennen ausgetragen. Bernadette Odermatt und Ernst Vogler gingen dabei als Sieger hervor. Bereits die zweite Austragung fand auf der Gerschnialp statt. Die Loipe oberhalb von Engelberg diente während rund 30 Jahren als Austragungsort. Aufgrund der Schneeproblematik setzt das OK seit 2000 jedoch auf Realp. Einiges hat sich seit der ersten Austragung geändert, der Laufstil jedoch ist geblieben. Die Skating-Technik hat bei vielen Anlässen Einzug gehalten, beim Bürer Langlauf wird noch immer klassisch gelaufen. Die Teilnehmerzahlen schwanken zwischen 140 und 220. Mit Christof Gerig hat erst der siebte OK-Präsident das Sagen. Der Bürer Langlauf musste nur fünfmal abgesagt werden. Zuletzt war dies im 2016 der Fall. Zahlreiche Topcracks wie Nadine Fähndrich, Christine Brügger, Natascia Leonardi Cortesi, Walter Hurschler, Erwin Lauber oder Evgeniy Bogdano gingen in den letzten 49 Jahren als Tagessieger in die Geschichte ein. Heidi Niederberger, Tanja Schumacher und Carmen Emmenegger gelang es je dreimal, das Rennen für sich zu entscheiden. Bei den Männern führt die Siegerliste der Stanser Bruno Joller an. Der Athlet des Skiclubs Bannalp-Wolfenschiessen ist der einzige Athlet, der den Lauf viermal für sich entscheiden konnte. Folgt in diesem Jahr der fünfte Streich oder gewinnt der Beckenrieder Andrin Näpflin nach 2017 und 2018 zum dritten Mal in Serie? (rb)