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FCSG-Sieg gegen Xamax: Applaus für die Glücksgöttin

Die St.Galler haben den 1:0-Sieg gegen Neuenburg Xamax dem Glück zu verdanken. Und ein bisschen der Tatsache, dass sie im wichtigen Spiel die Nerven nicht verloren haben. Für die jüngste Mannschaft der Liga ist dies doppelt bemerkenswert.
Ralf Streule
Die St.Galler mit Trainer Peter Zeidler bedanken sich bei den mitgereisten St.Galler Anhängern. (Bild: Valentin Flauraud/KEY)

Die St.Galler mit Trainer Peter Zeidler bedanken sich bei den mitgereisten St.Galler Anhängern. (Bild: Valentin Flauraud/KEY)

Kemal Ademi und Peter Zeidler sagten es ohne Umschweife. «Wir hatten Pech», so lautete das Fazit des Xamax-Stürmers. «Wir hatten Glück», so jenes des St.Galler Trainers. Und vielleicht ist damit der wichtigste Teil des Spiels vom vergangenen Samstag in Neuenburg wirklich bereits erzählt.

Vielleicht aber steckt doch etwas mehr dahinter, dass der FC St.Gallen in einem ausgeglichenen Spiel für einmal die Oberhand behielt. Nämlich, dass man in den entscheidenden Momenten Nervenstärke zeigte. Dies in einem Spiel, in dem es um sehr viel gegangen war: Um die Frage etwa, ob St.Gallen nach der Partie neun, sechs oder drei Punkte Abstand von Xamax und dem Barrageplatz haben würde. Neun sind es nun.

Nervenstärke zeigten die St.Galler in zwei Schlüsselmomenten: In jenem, als der 21-jährige Axel Bakayoko in der zweiten Halbzeit den 21-jährigen Dereck Kutesa bediente, dieser vor dem gegnerischen Strafraum die Ruhe behielt und den 35-jährigen Goalie Laurent Walthert bezwang. Und in jener zuvor, als der 25-jährige Goalie Dejan Stojanovic einen Penalty des 35-jährigen Raphaël Nuzzolo abwehrte. Warum die Altersangaben hier so wichtig sind? Weil Nervenstärke oft mit Erfahrung und dem Alter in Verbindung gebracht wird. Am Samstag war das anders.

Dejan Stojanovic: Note 5,5. Er hält sein Team dank des gehaltenen Penaltys im Spiel. Pariert auch in der Schlussphase stark.Dejan Stojanovic: Note 5,5. Er hält sein Team dank des gehaltenen Penaltys im Spiel. Pariert auch in der Schlussphase stark.
Nicolas Lüchinger: Note 4. Kämpferisch ohne Fehl und Tadel. Im Offensivspiel fehlt oft die Ruhe. Verschuldet den Penalty.Nicolas Lüchinger: Note 4. Kämpferisch ohne Fehl und Tadel. Im Offensivspiel fehlt oft die Ruhe. Verschuldet den Penalty.
Leonel Mosevich: Note 4,5. Verteidigt auch in seinem dritten Spiel in Folge sehr solid. Starke Tacklings und Kopfbälle.Leonel Mosevich: Note 4,5. Verteidigt auch in seinem dritten Spiel in Folge sehr solid. Starke Tacklings und Kopfbälle.
Milan Vilotic: Note 4,5. Auch er zeigt wiederum eine gute Partie in der Innenverteidigung. Entschärft viele Flanken.Milan Vilotic: Note 4,5. Auch er zeigt wiederum eine gute Partie in der Innenverteidigung. Entschärft viele Flanken.
Silvan Hefti: Note 5. Vorwärtsdrang schon von Beginn weg. Dennoch auch defensiv stets zur Stelle. Scheint sich als Aussenverteidiger wohl zu fühlen.Silvan Hefti: Note 5. Vorwärtsdrang schon von Beginn weg. Dennoch auch defensiv stets zur Stelle. Scheint sich als Aussenverteidiger wohl zu fühlen.
Musah Nuhu: Note 4,5. Defensiv räumt er vieles ab, ist physisch präsent. Was fehlt, ist die Angriffsauslösung.Musah Nuhu: Note 4,5. Defensiv räumt er vieles ab, ist physisch präsent. Was fehlt, ist die Angriffsauslösung.
Vincent Sierro: Note 4. Er hat starke Momente. Er ist aber in seinen Aktionen weit weniger einflussreich wie noch 2018.Vincent Sierro: Note 4. Er hat starke Momente. Er ist aber in seinen Aktionen weit weniger einflussreich wie noch 2018.
Majeed Ashimeru: Note 4,5. Ist oft anspielbar, wendig und sehr aktiv. Hat aber seine Durchhänger. Weiterer Assist.Majeed Ashimeru: Note 4,5. Ist oft anspielbar, wendig und sehr aktiv. Hat aber seine Durchhänger. Weiterer Assist.
Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Weniger präsent als gegen GC. Viele Offensivaktionen in der ersten Halbzeit laufen aber über ihn.Tranquillo Barnetta: Note 4,5. Weniger präsent als gegen GC. Viele Offensivaktionen in der ersten Halbzeit laufen aber über ihn.
Axel Bakayoko: Note 4. Zeigt einige starke, schnelle Vorstösse, aber auch Ungenauigkeiten im Passspiel. Will manchmal mit dem Kopf durch die Wand.Axel Bakayoko: Note 4. Zeigt einige starke, schnelle Vorstösse, aber auch Ungenauigkeiten im Passspiel. Will manchmal mit dem Kopf durch die Wand.
Yannis Tafer: Note 4. Verpasst vor der Pause eine Grosschance. Einige starke Pässe, prägt das Spiel aber weniger als noch gegen YB.Yannis Tafer: Note 4. Verpasst vor der Pause eine Grosschance. Einige starke Pässe, prägt das Spiel aber weniger als noch gegen YB.
Dereck Kutesa: Note 5. Er kommt nach einer Stunde für Barnetta und trifft kurz darauf. Auch danach mit viel Zug.Dereck Kutesa: Note 5. Er kommt nach einer Stunde für Barnetta und trifft kurz darauf. Auch danach mit viel Zug.
Simone Rapp: Note 4. Zeigt nach seiner Einwechslung einige Male seine Wasserverdrängung – aber nichts Zwingendes.Simone Rapp: Note 4. Zeigt nach seiner Einwechslung einige Male seine Wasserverdrängung – aber nichts Zwingendes.
Leonidas Stergiou: Keine Note. Kommt erst kurz vor Schluss.Leonidas Stergiou: Keine Note. Kommt erst kurz vor Schluss.
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Stojanovic der Beste, Sierro der Schlechteste: Die Noten der FCSG-Spieler gegen Xamax

«Junge Spieler waren nie in dieser Drucksituation»

Als das Stadion längst leer war, der St.Galler Teambus unten schon bereitstand und Zeidler die erste gute und die zweite eher fahrige Halbzeit an der Medienkonferenz analysiert hatte, kam der Trainer ebenfalls auf diesen Punkt zu sprechen.

«Besonders freut mich, wie unsere jungen Spieler den Sieg geniessen konnten und über den Erfolg strahlten.»

Viele der Jungen – Zeidler nannte hier explizit Majeed Ashimeru oder Bakayoko – seien noch nie in einer derartigen Drucksituation gewesen. Es sei schön zu sehen, wie sie damit umgingen.

Ashimeru und Bakayoko sind flinke, draufgängerische Fussballer, die auf dem Feld sorglos wirken. Was manchmal zu Fehlpässen führt – aber eben auch zu jener Lockerheit, die es in einem kapitalen Spiel braucht. Natürlich, auch bei den St.Gallern flatterten hin und wieder die Nerven. Die Erfahrung von Tranquillo Barnetta, Milan Vilotic oder Yannis Tafer habe es da schon auch gebraucht, sagte Zeidler. Und in der Schlussphase, als die Xamaxiens auf der Suche nach dem Ausgleich anrannten und St.Gallen auseinanderzufallen drohte, half eben auch das Glück. Und ein stark spielender Stojanovic.

In Sachen Jugendlichkeit des St.Galler Teams zeigt der Blick auf die Statistik Erstaunliches. Fast immer schickte St.Gallen in dieser Saison das jüngere Team auf den Rasen als der Gegner. 25,2 Jahre war das Durschnittsalter gestern – dasjenige von Xamax 30,1. Meist aber pendelte der St.Galler Durchschnitt in dieser Saison um die 24 Jahre. Nur einmal, im Spiel gegen die Grasshoppers auswärts, war das gegnerische Team jünger.

Zweimal in Folge kein Gegentor – ein Novum

Und vielleicht ist der Altersschnitt schon am kommenden Sonntag gegen Thun wieder tiefer. Gut möglich nämlich, dass der 17-jährige Leonidas Stergiou wieder von Beginn weg dabei sein wird. In der Innenverteidigung werden dann die gelbgesperrten Vilotic und Leonel Mosevich fehlen. Was keine gute Nachricht ist: Denn mit dem Duo Vilotic/Mosevich, im Verbund mit den Aussenverteidigern Silvan Hefti und Nicolas Lüchinger, haben die St.Galler eine über weite Strecken gute Figur gemacht und zuletzt zweimal hintereinander keine Tore erhalten; ein Novum für Zeidlers Team in diesem Jahr.

Was sicher ist: Die Ostschweizer können sich vorübergehend wieder nach oben orientieren. Mit einem Sieg in Thun hätte man die schwächelnden Berner Oberländer punktemässig eingeholt. Nur das Torverhältnis ist um mehr als zehn Goals schlechter. Es ist etwas des Erstaunlichsten der diesjährigen St.Galler Saison: Dass die Ostschweizer mit einem Torverhältnis von 40:49 kaum Rückstand auf den dritten Platz haben. Da kann es sich auszahlen, die Nerven zu behalten.

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