FC Altdorf demontiert den Leader Luzerner SC

Der FC Altdorf fegt den Luzerner SC mit 4:1 vom Feld. Den Grundstein legen die Urner in der ersten Halbzeit. Wegen eines Handgemenges unter den Zuschauern musste der Schiedsrichter das Spiel in der zweiten Halbzeit kurz unterbrechen.

Urs Hanhart
Drucken
Teilen
Doppeltorschütze Ali Mourad drückt ab. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 3. November 2019)

Doppeltorschütze Ali Mourad drückt ab. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 3. November 2019)

Seit dem vor Monatsfrist knapp verlorenen 2.-Liga-Derby gegen den Kantonsrivalen Schattdorf haben die Gelb-Schwarzen einen geradezu sensationellen Lauf. Es folgten zwei Siege und ein Unentschieden. Auch im Duell mit dem bislang so souveränen Tabellenführer Luzerner SC, das am Sonntag auf der Altdorfer Schützenmatte ausgetragen wurde, setzte sich dieser Aufwärtstrend fort. Die Platzherren zeigten keinerlei Respekt und rissen das Spieldiktat von Beginn weg resolut an sich. Das Ganze mit Erfolg, denn bereits in der 6. Minute gelang Captain Calderon Mavembo der Führungstreffer. Er wurde mit einem genau gezirkelten weiten Pass bedient, sprintete den Verteidigern davon und schob den Ball eiskalt am herauslaufenden LSC-Goalie Noel Schweizer vorbei in den Kasten.

Fans verursachen Spielunterbruch

Nach diesem Blitzstart setzten die Gastgeber sogar noch einen drauf. Sie erarbeiteten sich weitere hochkarätige Chancen, vermochten diese jedoch nicht zu verwerten. Aber das zweite Tor liess dennoch nicht lange auf sich warten. Ali Mourad erhöhte in der 18. Minute mit einer wunderschönen Direktabnahme nach einem Eckball auf 2:0. Nur zwei Minuten später konnten die Gäste durch einen umstrittenen Penalty auf 1:2 verkürzen. Immerhin gab es aber ausgleichende Gerechtigkeit. Mourad stellte ebenfalls mittels Elfmeter in der 27. Minute den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Damit war das Feuerwerk der Hausherren noch nicht abgeschlossen. Sieben Minuten vor dem Pausenpfiff durfte sich nach Mourad auch Mavembo als Doppeltorschütze feiern lassen. Altdorfs Sturmtank schloss einen blitzschnell vorgetragenen Bilderbuchkonter mit dem 4:1 ab. An diesem Zwischenstand änderte sich bis zum langen Break nichts mehr.

Nach dem Seitenwechsel versuchten die sichtlich verdutzten und gereizten Luzerner, den Abstand möglichst schnell zu verkürzen. Dabei gingen sie zum Teil sehr hart zur Sache. Die Gäste waren zwar mehrheitlich in Ballbesitz, vermochten gegen die sattelfeste Altdorfer Hintermannschaft jedoch fast keine gefährlichen Aktionen zu kreieren. Insgesamt verlor die Partie im zweiten Durchgang deutlich an Fahrt und Qualität, wohl nicht zuletzt auch aufgrund des kräfteraubenden, weil tiefen und klebrigen Terrains. Der Spitzenreiter war weit davon entfernt, der Partie noch eine Wende zu geben. Im Gegenteil, er musste froh sein, nicht noch weitere Gegentreffer kassiert zu haben.

Die beste Chance eröffnete sich Altdorfs Einwechselspieler Markus Zurfluh, der in der 79. Minute unbedrängt aufs Tor losziehen konnte, aber am geschickt den Winkel verkürzenden Keeper Schweizer scheiterte. In der 70. Minute musste der Schiedsrichter die Partie wegen eines unerfreulichen Zwischenfalls kurz unterbrechen. Dies weil sich am Spielfeldrand zwei Fangruppen in die Haare gerieten. Spieler waren an diesem Handgemenge nicht beteiligt.

Vom Gegner nicht provozieren lassen

«Spielerisch und angesichts des tiefen Bodens auch läuferisch ist unserem Team eine hervorragende Leistung gelungen. Wir hätten sogar noch deutlicher gewinnen können», bilanzierte Altdorf-Spielertrainer Samuel Lustenberger. Dann fügte er noch an: «Wichtig war, dass wir uns durch die harte Spielweise der Gäste nicht haben provozieren und aus dem Konzept bringen lassen. Wir haben genau so gespielt wie im Vorfeld besprochen. Sehr erfreulich ist, dass bei unseren Stürmern der Knopf mittlerweile aufgegangen ist. Jetzt werden wir alles daran setzen, auch noch den letzten Vorrundenmatch gegen Sempach für uns zu entscheiden. Das dürfte alles andere als einfach werden.» Altdorf ist dank diesem Sieg vom neunten auf den sechsten Platz vorgerückt. Der Abstand zum oberen und unteren Strich beträgt jeweils sechs Punkte.

Altdorf – Luzerner SC 4:1 (4:1)
Schützenmatte. – 300 Zuschauer. – Tore: 6. Mavembo 1:0. 18. Mourad 2:0. 21. Rodrigues 2:1. 27. Mourad 3:1. 38. Mavembo 4:1. – Altdorf: Stutz; Asaro, Gnos, Dario Zgraggen, Cil (75. Lars Zgraggen), Lustenberger, Gisler, Nimi, Baumann (81. Manz), Mavembo (61. Herger), Mourad (61. Zurfluh). – Luzerner SC: Schweizer; Inäbnit, Murina, Procopio, Huruglica, Rodrigues (57. Palushi), Qupi, Tika (87. Ghanam), Murati, Markaj, Balaj (87. Scherer).