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«Es ist wie eine Sucht»

Beim 24-Stunden-Rennen in Schötz in der Elite-Kategorie startete der gebürtige Menzberger Adrian Neuenschwander. Bei ihm zählte der olympische Gedanke: «Mitmachen kommt vor dem Rang».
Michael Wyss
Der Menzberger Adrian Neuenschwander schafft in Schötz in 24 Stunden bei der Elite 89 Runden (445 km) und erreicht dabei bei den Eliten den fünften Rang. (Bild: Michael Wyss (Schötz, 4. August)

Der Menzberger Adrian Neuenschwander schafft in Schötz in 24 Stunden bei der Elite 89 Runden (445 km) und erreicht dabei bei den Eliten den fünften Rang. (Bild: Michael Wyss (Schötz, 4. August)

«Mein Ziel ist das Ziel», sagte Adrian Neuenschwander vor dem 24-Stunden-Rennen in Schötz. Was vielleicht simpel klingt, war es für das Gros der Fahrerinnen und Fahrer nicht. Es ist immer wieder eine grosse Challenge, wenn man während 24 Stunden im Sattel sitzt. Dieses Jahr kam noch die brütende Hitze dazu. Neuenschwander, der gebürtige Menzberger, der dieses Wochenende in Schötz in der ­Kategorie Einzel Herren (Elite) startete, sagte vor dem Rennen: «Meine Zielvorgabe sind 80 bis 85 Runden. Der Rang ist sekundär. Mitmachen kommt vor dem Rang.» Letztlich schaffte der in Alberswil wohnhafte 26-Jährige 89 Runden. «Ich habe das Ziel ­erreicht und mehr Runden geschafft als erhofft. Ich bin happy. Es war ein schönes Erlebnis.»

Für Neuenschwander war es die dritte Teilnahme in Schötz. Zweimal (2016 und 2017) star­tete er im 4-er Team (6. und 3. Rang). Dieses Jahr meisterte Neuenschwander, der seinen Lebensunterhalt als Schreiner in Ettiswil verdient, die Strecke (pro Runde 5 Kilometer; 70 Höhenmeter) als Einzelfahrer. Er klassierte sich auf dem 5. Rang unter 14 Gestarteten in seiner Kategorie. «Lediglich am Sonntagmorgen hatte ich Oberschenkelkrämpfe und etwas Schmerzen in den Handballen. Sonst ging es mir gut.»

Das Problem mit der Hitze

Zu schaffen machte Neuenschwander am meisten die tropische Hitze mit Temperaturen um die 32 Grad am Tag. «Davor hatte ich grossen Respekt, denn die körperliche Belastung war schon enorm. Viel trinken, den Kopf und Körper immer wieder abkühlen, war das beste Rezept dagegen.» Während des Rennens wurde Neuenschwander von einer «24-Stunden-Crew», bestehend aus Freundin Stefanie Späni (Alberswil), Stefan Duss (Alberswil), Pascal Felber (Luthern) Thomas Willi (Ettiswil), Ueli Häfliger (Alberswil) und Jessica Steinger (Ettiswil), betreut, die ihn unter anderem mit Spaghetti, Reis und Kohlenhydraten versorgten. «Die Ernährung war sehr wichtig. Ich habe deshalb im Vorfeld des Rennens auch auf die Einnahme von Zucker verzichtet.» Moralisch unterstützt wurde der Menzberger, der für das 24-Stunden-Rennen einige Sponsoren gewinnen konnte, an der Strecke von seiner Familie und Freunden. «Sie alle waren für mich eine grosse Stütze. Ihre ­Anwesenheit motivierte mich.»

Neuenschwander ist leidenschaftlicher Velorennfahrer und Mountainbiker. Die Freude und Leidenschaft dazu entdeckte der 26-Jährige allerdings erst vor drei Jahren. «Lieber spät als nie», grinste er. «Ich wollte etwas für meine Fitness machen. Hier kann ich zugleich vom ­Berufsalltag abschalten, in eine eigene Welt eintauchen und Energie tanken. Ich könnte heute nicht mehr darauf verzichten.» Wöchentlich sind es bis zu zwölf Stunden, die Neuenschwander im Luzerner Hinterland und Napfgebiet unterwegs ist. Im Winter pedalt der Menzberger auf dem Rollentrainer seine Kilometer und geht gerne Ski fahren. «Es ist wie eine Sucht, ein Virus, von dem man befallen ist. Das Velofahren und Biken ist zum wichtigen Lebensinhalt geworden.»

Sechs Marathon-Rennen im In- und Ausland pro Jahr

Dass dem so ist, beweist Neuenschwander mit seinen Teilnahmen an Langdistanz-Rennen (in der Regel rund 100 Kilometer) mit dem Bike. «Ich besuche in der Schweiz und im Ausland im Jahr durchschnittlich sechs Marathon-Rennen.» Seinen grössten Erfolg feierte der 26-Jährige im vergangenen Monat in Frankreich. Neuenschwander wurde in der Kategorie «Fun» Dritter. Er musste nebst 100 Kilometern auf dem Bike eine Höhendistanz von fünf Kilometern bewältigen. «Der Podestplatz machte mich stolz. Doch für mich stehen die Erlebnisse und dass ich jeweils gesund im Ziel ankomme, an erster Stelle. Der Rest ist Zugabe.» Genau wie in Schötz, wo Neuenschwanders Ziel das Ziel war. Gewonnen wurde das Elite-Rennen vom 39-jährigen Deutschen Jochen Böhringer (aus Tamm), der 108 Runden absolvierte.

Hinweis

Die kompletten Ranglisten: www.24stundenrennen.ch

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