Den Krienser Squashern droht die totale Playoff-Pleite

Die drei Teams aus Kriens liegen nach der NLA-Vorrunde hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Stefan Kleiser
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Nach der NLA-Vorrunde belegt Cédric Kuchen (vorne) mit Pilatus Kriens keinen Playoff-Platz.

Nach der NLA-Vorrunde belegt Cédric Kuchen (vorne) mit Pilatus Kriens keinen Playoff-Platz.

Bild: Stefan Kleiser (Grabs, 3. Oktober 2019)

«Und dann kommt Bern plötzlich mit diesem Ausländer», stöhnt Cédric Kuchen. Genauer gesagt mit Bernat Izcara Jaume. Erst ein einziges Mal stand der Spanier, die Nummer 85 der Welt, in dieser Saison für das NL-Team aus der Hauptstadt im Squashcourt. Doch dies ausgerechnet am 7. November im Auswärtsspiel bei Pilatus Kriens. Prompt gewann nur Cédric Kuchen auf Position zwei sein Match. Die Innerschweizer verloren die wichtige direkte Begegnung gegen den Konkurrenten um einen der vier Playoff-Plätze 1:3.

Liegt es also an den Gegnern, dass Pilatus Kriens nach der Vorrunde nur Platz fünf belegt? «Nein», sagt Kuchen, und der 27-Jährige zählt die unnötigen Niederlagen gegen schwächer eingestufte Spieler auf. Zudem bestritt Roman Allinckx, zweitstärkster Squasher der Equipe, verletzungshalber noch keine einzige Partie. «Ich bin momentan immer noch sehr beeinträchtigt», gibt er Auskunft. «Ich habe die ersten Solo-Trainings hinter mir, aber bis ich wieder wettkampfmässig spielen kann, dürfte es noch etwas dauern.» Sicher bis Ende Januar.

Fordernde Spiele für alle

Spitzenspieler Reiko Peter wiederum, seit dem Sommer nahe Toronto zu Hause, reist nicht für jede Partie an. Die Absenzen kosteten wichtige Punkte. «Natürlich wollen wir Schweizer Meister werden», sagt Cédric Kuchen trotzdem. «Wir rücken dafür aber nicht alles andere in den Hintergrund. Wir wollen einerseits ein Team stellen, das gewinnen kann, aber auch den anderen Spielern gerecht werden.» Es soll niemand langweilige Matches auf zu tiefen Positionen bestreiten müssen.

Zum Beispiel Amadeo Costa, die Nummer neun der Schweiz. Weil vier Krienser noch besser sind, wäre der 22-Jährige bei Pilatus in dieser Saison bestenfalls auf Position drei zum Einsatz gelangt. Der Verein stellt darum drei Teams in der NLA, Costa ist der Spitzenspieler der Panthers. So traf er in der Vorrunde auf Raphael Kandra, Nicolas Müller und Iker Pajares, die Nummern 25, 27 und 35 der Welt. Natürlich könne er gegen solche Squasher resultatmässig wenig herausholen. «Aber ich kann viel von ihnen abschauen.»

Das ist Amadeo Costa wichtig im Hinblick auf seine Starts auf der Profi-Tour. Sein Ziel sei es, wieder öfter international zu spielen, verrät er. Das nächste Mal vom 11. bis 14. Dezember am Tour-5-Event in Bratislava. Nach der Vorrunde belegen die Panthers jedoch den letzten Platz. Und die Pythons, die dritte Krienser Equipe, den vorletzten. Sind drei Teams aus Kriens also zu viel in der höchsten Spielklasse? «Nein», antwortet Costa, der auch im Vorstand von Pilatus sitzt.

Eine Mannschaft ohne Ausländer

«Alle Spieler, die für uns in der NLA antreten, wären in der NLB massiv unterfordert», erklärt Costa. Für ihn selbst gilt das ebenfalls. «In der Nationalliga A treffe ich auf herausfordernde Gegner. Das ist mir zehn Mal lieber als in 20 Minuten zu gewinnen.» Pilatus Kriens sei die am stärksten besetzte der eigenen Mannschaften, «und wenn sie vollständig antritt, ist sie wirklich stark». Vielleicht sogar ein Titelanwärter.

Mit ausländischer Verstärkung wäre dies ganz sicher so. Doch wie in den Vorjahren ist keine auswärtige Nummer eins unter Vertrag. Das sei eine Frage der Prioritäten, erklärt Cédric Kuchen. «Sollen wir das bisschen Geld, das wir zur Verfügung haben, lieber in einen Ausländer investieren oder in Reiko Peter und Roman Allinckx? Letzteres war uns wichtiger. Dass wir mit unseren Leuten antreten, ist viel wert.»