Ad Astra Sarnen mit emotionaler Achterbahnfahrt

Ad Astra Sarnen unterliegt Wiler-Ersigen mit 2:8 und erlebt neben dem Platz ein Wechselbad der Gefühle.

Drucken
Teilen
Ad Astra Sarnen (Basil von Wyl, links) hatte gegen Wiler-Ersigen einen schweren Stand.

Ad Astra Sarnen (Basil von Wyl, links) hatte gegen Wiler-Ersigen einen schweren Stand.

Bild: Nadia Schärli (Sarnen, 19. September 2020)

Spät fiel er, der erste Treffer von Ad Astra Sarnen. Ganze 39 Minuten musste sich das treue Sarner Publikum gedulden, ehe es das 1:5 von Neuzuzug Julian Lingg bejubeln durfte. Dass wenig später zum zweiten Mal das Pausenhorn klang, spielte dem Heimteam nicht in die Karten. «Schade, dass unser Schwung durch die Drittelpause ein wenig gebremst wurde. Allerdings fiel dieses Tor etwas zu spät, um in diesem Spiel etwas reissen zu können», meinte der Sarner Assistenzcoach Michal Rybka nach Spielschluss. Rybka entschied sich kurz vor Saisonstart, den Staff von Ad Astra zu verstärken und damit nach drei Jahren in Langnau nach Sarnen zurückzukehren.

Im Schlussdrittel gelang es Ad Astra nicht, weitere Tore nachzulegen und den Bernern nochmals näher zu rücken. «Unsere Konterchancen müssen wir besser nutzen als heute. In der Offensive fehlt uns vielfach die Ruhe und Abgeklärtheit am Ball. In diesem Aspekt sind uns die absoluten Spitzenteams wie Wiler klar voraus», so Rybka. Die Ballsicherheit und die Spielfreude des letztjährigen Qualifikationssiegers und noch immer amtierenden Schweizer Meisters zeigten sich am Samstagabend in Sarnen immer wieder. Mehr als einmal konnten sich die Sarner bei ihrem stark aufspielenden Torwart Pascal Amrein bedanken, dass er sie vor weiteren Gegentreffern bewahrte. Insbesondere den Weltmeister Joonas Pylsy in den Reihen von Wiler liess er mehrfach verzweifeln – ehe der schussgewaltige Finne kurz vor Schluss doch noch seine Tore Nummer zwei und drei an diesem Abend bejubeln konnte. Rybka: «Pesche spielte heute sehr stark. Allerdings finde ich, dass wir defensiv – abgesehen von wenigen Aussetzern – allgemein gut agiert haben. Wir sind gut in die Zweikämpfe gekommen und haben die Räume in unserer Zone eng gemacht. Diesbezüglich haben wir uns klar gesteigert im Vergleich zum Auftaktspiel gegen GC.»

Marco Schöni fällt mit Kreuzbandriss aus

Trotz allem: Von einem Punktgewinn gegen Wiler-Ersigen war Ad Astra einiges entfernt. «Dazu bräuchte es zwingend ein Tor im Startdrittel. Besser sogar mehr. Wir hatten die eine oder andere Chance dazu, haben sie jedoch liegen gelassen. Wenn du dann mal 0:4 oder 0:5 hinten liegst, wird es sehr schwer, nochmals zurückzukommen. Es hätte uns darum schon gutgetan, wenn unser erster Treffer früher gefallen wäre», meinte Rybka.

In den letzten Tagen erlebten die Sarner ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle. Zunächst folgte der Tiefpunkt im Abschlusstraining am Donnerstag: Center Marco Schöni verdrehte sich das Knie und musste am Freitag nach dem Untersuch beim Spezialisten dem Team mitteilen, dass die Saison für ihn aufgrund eines Kreuzbandrisses vermutlich bereits vorbei sei. Am gleichen Tag folgte wenig später aus dem Kantonsspital Obwalden die freudige Nachricht, dass Coach Eetu Vehanen und seine Ehefrau Jasmine Eltern eines gesunden Sohnes wurden. Dies wiederum führte dazu, dass Rückkehrer Michal Rybka im Spiel gegen Wiler-Ersigen das Zepter hinter der Bande übernahm. «Wir wussten ja, dass es jederzeit so weit sein könnte mit der Geburt. Ausserdem stand ich nicht zum ersten Mal hinter der Bande, darum hielt sich meine Nervosität in Grenzen», so der Tscheche. Schon beim nächsten Heimspiel am kommenden Samstag wird Rybka jedoch wieder eher in den Hintergrund treten. «Ich unterstütze Eetu und den Staff in erster Linie mit taktischen Analysen und Anweisungen. Der Chef ist aber Eetu.» Nach der deutlichen Leistungssteigerung ist zu hoffen, dass sich das emotionale Hoch ihres Coaches auf das gesamte Team überträgt. (JH)

Sarnen – Wiler-Ersigen 2:8 (0:2, 1:3, 1:3)Dreifachhalle. – 221 Zuschauer. – SR Crivelli/Rampoldi. – Tore: 7. Känzig (Affolter) 0:1. 15. N. Mutter (Rentsch) 0:2. 24. Affolter 0:3. 32. Pylsy (Louis) 0:4. 36. Väänänen (C. Mutter) 0:5. 39. Lingg 1:5. 46. Dudovic (Savonen) 1:6. 58. Pylsy (Savonen/Ausschluss Kramelhofer) 1:7. 59. Durot 2:7. 59:35 Pylsy (Savonen) 2:8.– Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Sarnen. – Sarnen: Amrein; Höltschi, Markström; J. von Wyl, Berchtold; Läubli, Kramelhofer; Danis, Savinainen, R. Schöni; B. von Wyl, Ma. Furrer, C. von Wyl; Dubacher, Lingg, Durot. – Wiler Ersigen: Flury; Väänänen, Ziehli; Savonen, Hollenstein; Wyss, Känzig; N. Mutter, C. Mutter, Rentsch; Louis, Pylsy, Dudovic; Sikora, Alder, Affolter. –Bemerkungen: Sarnen ohne Britschgi, Bitterli und Durrer (alle Ersatz), Gnos und M. Schöni (beide verletzt), Sommerhalder (krank) sowie Boschung (abwesend). 41. C. von Wyl verletzt ausgeschieden.