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Handball Emmen stehen vor dem Sturz in die 1. Liga

Die Emmer verlieren das Schlüsselspiel zu Hause gegen die SG Wädenswil/Horgen diskussionslos mit 31:36. Damit ist der NLB-Abstieg in den letzten vier Runden nur noch schwer zu verhindern.
Stephan Santschi
Der Zürcher Pascal Gantner (links) versucht, den sechsfachen Emmer Torschützen Mark Schelbert am Torschuss zu hindern. Bild: Dominik Wunderli (Emmen, 30. März 2019)

Der Zürcher Pascal Gantner (links) versucht, den sechsfachen Emmer Torschützen Mark Schelbert am Torschuss zu hindern. Bild: Dominik Wunderli (Emmen, 30. März 2019)

«Viel zu einfach!» Oder: «Anfassen!» Und: «Packt hinten doch richtig zu, hey!» Die Rufe der Fans von der Tribüne in der Emmer Rossmooshalle hatten etwas Verzweifeltes, Gehör allerdings fanden sie nicht. Ihre Mannschaft tat sich am Sonntag Nachmittag sehr schwer mit aggressiver Verteidigungsarbeit – 31:36 verloren die Emmer am Ende gegen die SG Wädenswil/Horgen. Es war ein Vierpunktespiel gewesen, eines, das im Abstiegskampf von wegweisender Bedeutung sein kann. Dazu später mehr.

Die Emmer kassierten also zu viele Tore. Schon wieder. In der aktuellen NLB-Saison sind sie das Team mit den meisten Gegentreffern, pro Spiel sind es im Schnitt über 32 – ein fatal hoher Wert. Egal in welchem System – ob im 5:1, 6:0 oder vorübergehend auch mit Manndeckung – die Lethargie vermochten die Luzerner am Sonntag nie abzulegen. Sie waren unbeweglich auf den Beinen, wenig konsequent in den Zweikämpfen und auch die Abstimmung passte nicht. «Uns haben die Erfahrung und die Geduld gefehlt», sagte Trainer Heinz Fuhrimann und bezog sich damit auch auf den Angriff. «Letztlich ist das eine einfache Geschichte. Wir haben mehr technische Fehler gemacht als der Gegner.» Konter waren die Folge und diese kumulierten sich mit der schwachen Defensiv-Performance zu einer erneut hohen Anzahl an Gegentoren.

Nach der Pause brechen die Emmer ein

Dabei hatte es zur Pause noch ganz gut ausgesehen. Emmen lag nur 16:17 zurück, bewegte sich mit dem Gast vom Zürichsee auf Augenhöhe. Die Verteidigung machte zwar schon in Hälfte eins einen behäbigen Eindruck, doch der starke Goalie Marcel Luthiger und das wirkungsvolle Offensivspiel über den Kreis hielten die Luzerner im Spiel.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel, als sich das Geschehen überraschend schnell entschied. «Wir hatten einen Bruch in unserem Spiel», erkannte Fuhrimann, nach 37 Minuten lagen die physisch überforderten Emmer bereits mit 17:24 hinten. Zwischenseitlich wuchs der Rückstand auf neun Längen an, das Gegentor in der 49. Minute zum 21:30 hatte sogar etwas Demütigendes: Die Zürcher spielten den Ball vom linken an den rechten Flügel und von da zurück an den Kreis, ehe er im Netz landete. In der Schlussphase gelang den Emmern nur noch etwas Resultatkosmetik. «Wädenswil/Horgen ist eine routinierte Mannschaft mit einigen Spielern, die bei den Grasshoppers ausgebildet worden sind. Sie waren individuell besser. Diese Niederlage macht mich daher nicht wütend», hielt Fuhrimann fest.

Der Trainer schien damit den Rückschlag im Abstiegskampf ähnlich schicksalsergeben hinzunehmen, wie es davor sein Team auf dem Platz getan hatte. Vier Runden sind in der NLB noch zu spielen, der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt weiterhin vier Zähler. Ist die Hoffnung, die nach dem überraschenden Sieg vor einer Woche in Solothurn aufgekommen war, nun wieder verflogen? «Nein», antwortete Fuhrimann, «der Ligaerhalt ist noch möglich. Wir brauchen nun aber einen Luckypunch auswärts gegen Möhlin oder Baden. Und wir müssen die beiden Heimspiele gegen Altdorf und Yellow/Pfadi Espoirs gewinnen.» Er glaube an die Qualität seiner Mannschaft, versicherte er, doch Fuhrimann weiss auch: «Das ist nun eine Frage der Mentalität.»

Fest steht: Finden die Gegner auch in den letzten Partien der Saison auf so einfache Weise zu ihren Toren, wird Emmen nur ein Jahr nach dem Aufstieg wieder in die 1. Liga zurückkehren. Und mit ihm, so sieht es derzeit aus, auch der KTV Altdorf. Damit verbliebe mit Stans nur noch eine Zentralschweizer Equipe in der NLB.

22. Runde: Emmen – Wädenswil/Horgen 31:36. Biel – Birsfelden 27:24. Endingen – Stäfa 37:30. Altdorf – Stans 18:32. Möhlin – Solothurn 29:28. SG Yellow/Pfadi Winterthur – Steffisburg 23:28. Baden – Kadetten Espoirs SH 25:32. – Rangliste: 1. Endingen 22/42. 2. Stäfa 22/33. 3. Möhlin 22/31. 4. Stans 22/28. 5. Baden 22/25. 6. Kadetten Espoirs SH 23/24. 7. Solothurn 22/20. 8. Steffisburg 22/20. 9. SG Wädenswil/Horgen 22/19. 10. Birsfelden 23/19. 11. Biel 22/15. 12. Yellow/Pfadi Winterthur 22/14. 13. Emmen 22/10 (623:709). 14. Altdorf 22/10 (541:631).

Emmen – Wädenswil/Horgen 31:36 (16:17)

Rossmoos. – 278 Zuschauer. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Emmen; 3-mal 2 Minuten gegen Wädenswil/Horgen. – Emmen: Luthiger (1)/Winiger (für 1 Penalty); Idrizi (2), Kovacevic (1), Schelbert (6/1), Ravlija (8), Brunner, Dossenbach (3); Gnos (1), Häberli (2), Augugliaro (2), Huwiler (5/2), Zürcher. – Bemerkungen: Huwiler wirft Penalty über das Tor (30./16:16); Schäfer pariert Penalty von Huwiler (46./21:29).

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