Drei Innerschweizer Langläufer haben eine WM-Mission

Die Langläufer Cyril Fähndrich, Avelino Näpflin und Janik Riebli bestreiten die Junioren- und U23-Weltmeisterschaften in Oberwiesenthal.

Roland Bösch
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Cyril Fähndrich, Janik Riebli und Avelino Näpflin (von links) auf der Lenzerheide.

Cyril Fähndrich, Janik Riebli und Avelino Näpflin (von links) auf der Lenzerheide.

Flurin Pfäffli

Entspannt sitzen die drei Zentralschweizer Langläufer Cyril Fähndrich, Avelino Näpflin und Janik Riebli auf der Holzbank vor dem Trainingszentrum der Biathleten auf der Lenzerheide. Auf der Weltcup-Strecke der Tour de Ski haben sich die drei Nachwuchscracks den letzten Schliff für die Junioren- und U23-Weltmeisterschaften im deutschen Oberwiesenthal von Anfang März geholt.

Die drei Swiss-Ski Athleten sind sich einig: «Es waren knallharte Trainingstage im Bündnerland.» Ergänzend fügt der Eigenthaler Cyril Fähndrich an: «Unser Trainer hat gesagt, wir sollen die Batterien bewusst noch einmal vollständig leeren.» Der Obwaldner B-Kaderathlet Janik Riebli ist zufrieden mit dem Trainingslager und fühlt sich bereit für seine erste Teilnahme an einer U23-Weltmeisterschaft. Wie Avelino Näpflin stand er bereits 2018 bei der Junioren-WM im Goms letztmals bei einer internationalen Titelvergabe auf der Startliste. Cyril Fähndrich hingegen war auch im letzten Jahr in Lahti mit von der Partie. Und wie: Mit der Bronzemedaille über 30 km im klassischen Stil sorgte der 21-jährige Luzerner für den Höhepunkt aus Schweizer Sicht.

Ausgangslage ist nicht vergleichbar mit Vorjahr

«Die Ausgangslage für die diesjährigen Titelkämpfe ist nicht vergleichbar mit dem Vorjahr», stellt Cyril Fähndrich klar. Er bezieht sich dabei nicht nur auf seinen Wechsel von den Junioren zur U23-Kategorie. Fähndrich spricht die prekäre Schneesituation und die momentan fast frühlingshaften Bedingungen an. In Finnland herrschte im letzten Jahr tiefer Winter und Minus 20 Grad. Beeinflussen lässt sich Fähndrich dadurch nicht. Die drei Männer sind sich in dieser Saison bereits gewohnt, dass man vor einem Rennen das Einlaufen mit Rollskis oder Joggingschuhen absolvieren muss.

Viel mehr machte Cyril Fähndrich letzte Woche eine leichte Erkältung zu schaffen. «Als Spitzensportler muss man enorm aufpassen und zwischendurch auch abwägen, ob beispielsweise ein Besuch eines öffentlichen Fitnesszentrums vertretbar ist», erklärt Fähndrich und fügt an: «Die Gesundheit ist unsere Versicherung. Zu viel Beachtung schenken darf man dem Ganzen hingegen auch nicht, sonst zieht man es noch an.»

Näpflin letztmals bei den Junioren

Es ist vorgesehen, dass Cyril Fähndrich und der Beckenrieder C-Kaderathlet Avelino Näpflin alle Rennen bestreiten. Als Jüngster im Zentralschweizer Bunde tritt der Nidwaldner Näpflin ein letztes Mal bei den Junioren an. «Die Saison verlief zufriedenstellend. Ich konnte bei allen Continentalcup-Rennen solide Leistungen zeigen», erklärt der 20-Jährige. Da Näpflin in allen Disziplinen über ein ähnliches Niveau verfügt, hebt er kein Rennen hervor. «Mit einem Top 15 Ergebnis wäre ich sicherlich zufrieden», blickt der Nidwaldner in die Zukunft.

Für Janik Riebli steht das wichtigste WM-Rennen gleich zu Beginn auf dem Programm. Am kommenden Sonntag werden die U23-Sprinttitel vergeben. «Es ist wichtig, dass ich mit dem Spannungsaufbau nicht zu früh beginne. Der Wettkampftag braucht viel Energie», erklärt Riebli. Der Athlet des Skiclubs Schwendi-Langis weiss wovon er spricht, konnte er doch schon mehrfach auf ein Continental-Cup-Podest steigen. «An der WM ist die Konkurrenz mit den Skandinaviern, Russen und Amerikanern jedoch bedeutend grösser. Ich freue mich auf diese Herausforderung», gibt sich Riebli zuversichtlich. Das zweite WM-Rennen ist für den gelernten Landwirt am kommenden Dienstag über 15 km im klassischen Stil vorgesehen.

Lea Fischer läuft Sprint und 10 km

Am Mittwoch reist das Schweizer Team nach Oberwiesenthal. Als einzige Zentralschweizerin steht Lea Fischer im Aufgebot von Swiss-Ski. Die 21-Jährige aus Engelberg bestreitet den Sprint und das Rennen über 10 km im klassischen Stil. «Gelingen mir zwei gute Rennen, ist zudem ein Einsatz in der Mixed-Staffel möglich», lässt sich Fischer in die Karten blicken. Die C-Kaderathletin hat sich in Davos auf die WM vorbereitet, wo sie im Zuhause ihres Freundes Janis Lindegger ein- und ausging. «Janis ist zurzeit in Norwegen mit der Masterarbeit beschäftigt, ich fühle mich hier in Davos trotzdem sehr wohl», erklärt Lea Fischer. Mit Flavia Lindegger, der Schwester ihres Freundes, hat die Obwaldnerin zudem eine ideale Trainingspartnerin. Lindegger steht als 18-Jährige erstmals im Aufgebot einer Junioren-WM.
Alle Infos: www.jwm2020.de