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Die Zuger Freeskierin Michelle Rageth bewegt sich zwischen Nervenkitzel und Chopin

Michelle Rageth ist zunächst nur aus Spass gefahren. Mittlerweile ist die erst 15-jährige Baarerin bereits dreifache Schweizer Meisterin. Ihre zweite Leidenschaft steht für ihre ruhige Seite.
Martin Mühlebach
Alles im grünen Bereich: Die 15-jährige Michelle Rageth aus Baar hat in kurzer Zeit grosse Fortschritte erzielt. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 1. November 2018)

Alles im grünen Bereich: Die 15-jährige Michelle Rageth aus Baar hat in kurzer Zeit grosse Fortschritte erzielt. (Bild: Stefan Kaiser (Baar, 1. November 2018)

Im Jahr 2016 ging die noch nicht 15-jährige Michelle Rageth ohne Ambitionen an den Start zu den Schweizer Meisterschaften der Freeskier. Nachdem sie in der Halfpipe auf Anhieb den dritten Platz belegt hatte, bekam sie Lust auf mehr. Sie intensivierte das Training – es lohnte sich. Ein Jahr danach winkte die Baarerin bereits vom obersten Treppchen des Podests, darüber hinaus belegte sie in der Disziplin Slopestyle den zweiten Rang. An den vergangenen Schweizer Meisterschaften im Frühjahr gelang es der Zugerin schliesslich, sich in beiden Disziplinen den Meistertitel zu holen. Es gilt hierbei zu erwähnen, dass die Schweizer Kaderathleten in der Regel nicht zu diesen Titelkämpfen antreten. Rageths Erfolge sind dennoch äusserst bemerkenswert.

Der Grundstein dazu wurde schon früh gelegt. «Ich war erst drei Jahre alt, als mir mein Vater Ben die Grundlagen des Skifahrens beibrachte. Als Sechsjährige besuchte ich erstmals eine Skischule, ehe ich zwei Jahre später dem Skiclub Einsiedeln beitrat. Auf dem Hoch-Ybrig fuhr ich rund drei Jahre lang Slalom- und Riesenslalomrennen», schildert Rageth. Ihr Bruder, der Freeskier Mike Rageth (16), und der Trainer Adrian Kälin hätten sie anschliessend animiert, ihr Können im Snowpark auf dem Hoch-Ybrig zu testen. Das habe ihr derart Spass gemacht, dass sie ihr Training 2015 nach Laax verlegt habe, um ihrem Hobby auf einer Anlage für Fortgeschrittene frönen zu können. «Ich konnte von meinem Bruder Mike und von Adrian viel profitieren», sagt Michelle Rageth dankbar.

Die Schönheit, durch die Luft zu fliegen

Seit der laufenden Saison gehören ihr Bruder Mike und sie der Trainingsgruppe «NS7 United Coaches» an, die von den Tschechen Lukas Mikula und Fanda Horejsi geleitet wird. Für Michelle Rageth ist in erster Linie Horejsi zuständig. Von ihm könne sie enorm viel lernen, da er ein ausgezeichneter Skifahrer und Schanzenspringer sei, betont Michelle Rageth. Ihre Stärken seien die Geschwindigkeit im Anlauf und hohe Sprünge. «Ich liebe den Nervenkitzel, den man verspürt, wenn man abhebt und hoch durch die Luft fliegt. Dies ist ein derart schönes Erlebnis, dass man es kaum treffend in Worte fassen kann.»

Die Baarerin bestreitet heute alle Freeski-Disziplinen: neben Slopestyle und Halfpipe also auch Big Air. «Besonders gerne mache ich die beiden Sprünge über die Schanze, die im Big Air verlangt werden. Der stilistisch und technisch bessere der beiden Sprünge kommt in die Wertung», erklärt sie. Die Freeskierin ist sich bewusst, dass ihre waghalsigen Sprünge eine gewisse Verletzungsgefahr beinhalten. Dass die Baarein sich bisher noch keine gravierenden Verletzungen zugezogen hat, hängt nicht zuletzt mit ihrem intensiven Ausdauer- und Krafttraining zusammen, das sie das ganze Jahr hindurch gewissenhaft betreibt. Offen gesteht die 15-Jährige auch, sich zu Beginn ihrer Karriere vor neuen Elementen gefürchtet zu haben. Weil sie unbedingt gewinnen wollte, habe sie sich ausserdem unnötig Druck aufgesetzt und sich verkrampft. Inzwischen habe sie gelernt, dass man aus Niederlagen Erfahrung sammeln und Nutzen ziehen könne.

Noch keine konkreten Berufsziele

Um gut vorbereitet in die Saison starten zu können, werden Mike und Michelle Rageth ab Mitte November bis zirka Mitte April jedes wettkampffreie Wochenende in Laax trainieren. Logieren werden sie gemeinsam mit ihren Eltern in einer Ferienwohnung im nahegelegenen Sagogn.

Michelle Rageth, die derzeit das Kurzzeitgymnasium in Menzingen besucht, hat noch keine konkreten Berufsziele. Könnte sie wünschen, würde sie den Sport zum Beruf machen – oder die klassische Musik. Denn diese ist ihre zweite Leidenschaft. «Als ich neun Jahre alt war, schenkte mir meine Cousine ein Klavier. Daraufhin meldete ich mich sofort bei der Musikschule Baar an, um Unterricht zu erhalten.» Mit Vorliebe spiele sie die Werke von Mozart, Beethoven und Chopin.

Michelle Rageth

Geboren: 28. Juli 2003

Wohnort: Baar

Grösse: 1,60 Meter

Gewicht: 48 Kilogramm

Ausbildung: Kantischülerin in Menzingen

Erfolge: Schweizer Meisterin 2018 und 2017 Halfpipe sowie 2018 Slopestyle

Trainer: Fanda Horejsi

Hobbys: Klavier spielen, Skifahren

Rageth verfügt also sowohl sportlich als auch musikalisch über Talent und Können. Sie «sinniert»: «Da ich gerne Sport betreibe, aber auch gerne Klavier spiele, fällt es mir schwer, mich voll und ganz für das eine oder andere zu entscheiden.» Gegenwärtig braucht sie das ja noch nicht, sondern kann beiden Talenten freien Lauf lassen.

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