Die Ringer der Willisau Lions brüllen: «Jetzt erst recht!»

Am Samstag findet in Willisau der Rückkampf in der Ringer-Mannschaftsmeisterschaft statt. Freiamt hat zu Hause vorgelegt.

Simon Gerber
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Die Willisau Lions verlassen sich auf Lukas Bossert (rechts).

Die Willisau Lions verlassen sich auf Lukas Bossert (rechts). 

Philipp Schmidli, PHILIPP SCHMIDLI | Fotografie

Langweilig ist es Lukas Bossert selten. So vieles hat er als Stammringer bei den Willisau Lions schon erlebt. «Es gab schon viele Auf und Ab», sagt er. So schnell bringt ihn nichts mehr aus der Ruhe. Auch die erste Saisonniederlage im ersten Playoff-Final am letzten Samstag gegen Freiamt vermag er richtig einzuschätzen. «Die Enttäuschung war zwar bei allen sehr gross. Wir müssen uns jedoch an der eigenen Nase nehmen. Der letzte Biss hat gefehlt. Es gingen zu viele Einzelpunkte an den Gegner, was schliesslich nach einem guten Start zu einer Negativspirale führte», analysiert der 26-Jährige.

Die Stimmung im Team sei jedoch nicht lange auf dem Tiefpunkt geblieben. Schon einen Tag darauf habe man sich wieder bei bester Laune und unter dem Motto «Jetzt erst recht» am Willisauer Weihnachtsmarkt zum Raclette-Essen getroffen. Der Rekordmeister hat bei Rückschlägen schon oft die passende Antwort gegeben. In den letzten beiden Jahren ging das erste Duell in der Finalserie gegen Kriessern ebenfalls verloren. In der Folge wurden die St. Galler Rheintaler zu einem dritten Kampf herausgefordert. Lukas Bossert glaubt felsenfest daran, dass dies am Samstag vor eigenem Publikum gegen Freiamt erneut gelingen wird. «Wir haben ein immens starkes Kader und deshalb auch die Qualität, um das Blatt zu unseren Gunsten zu wenden.»

Die Bosserts sind eine bekannte Ringer-Dynastie

Es müsse diesmal aber auch allen zehn eingesetzten Ringern gelingen, dem Gegner noch kaltblütiger und konsequenter entgegenzutreten. «Unser Tank ist noch voll und die nötige Energie ist vorhanden», ist der gelernte Zweiradmechaniker überzeugt. Bossert hat in dieser Saison in der 1. Liga und in der NLA sämtliche zwölf bestrittenen Duelle gewonnen. Im Halbfinal gegen Einsiedeln setzte sich der Junggeselle zweimal gegen starke Gegner durch. Die Vorzeichen stehen also gut, dass der 1,73 Meter grosse Athlet seine bisherige Siegesserie beim ersten Finaleinsatz am Samstag gegen Freiamt fortsetzen kann. «Ich habe gut trainiert und bin in einer optimalen Verfassung, so dass eigentlich nichts schief gehen sollte. Auf der Matte kann aber immer viel passieren», hält Lukas Bossert, der zusammen mit seinem Vater in einer WG lebt, fest.

In Willisau gilt: Gut, gibt es die Bosserts, denn auf sie ist Verlass. Lukas Bossert stammt aus der bekannten Ringerdynastie. Sein Vater Joe Bossert ist nach seiner Aktivzeit schon lange als Jugendtrainer und J+S-Experte tätig. Zwei Onkel von Lukas Bossert sind in der Ringerszene ebenfalls bestens bekannt. Werner Bossert ist seit kurzem Verbandspräsident von Swiss Wrestling. Hubert Bossert war mehrfacher Schweizer Meister und lange Jahre erfolgreicher Trainer der Grafenstädter. Schliesslich zählen die drei Cousins Jonas und Dominik Bossert sowie Pascal Mühlemann, Sohn der Ringerlegende Erwin Mühlemann, zum Kader in der ersten Mannschaft. Daher erstaunt es nicht, dass auch für Lukas nie eine andere Sportart als Ringen in Frage kam.

An den Meistertitel 2015 werden Erinnerungen wach

Ab dem 7. Lebensjahr durchlief er alle Stufen vom Schüler bis zum Aktivringer. Weil ihm die Schnellkraft etwas abgeht, sucht er seine Erfolge aus der Defensive und zeichnet sich mit seiner Ausdauer als begabter Konterringer aus. Lukas Bossert gilt als ausgesprochener Teamplayer und wird deshalb vom Cheftrainer Thomas Bucheli sehr geschätzt. 2016 wurde Lukas Bossert erstmals Schweizer Meister in der Elitekategorie. Noch eindrücklicher sei für ihn jedoch 2015 der 13. Titelgewinn seines Vereins gewesen. Dies sei etwas, «was man das ganze Leben in Erinnerung behält».

Ein solches Erfolgserlebnis möchte das trainingsfleissige Willisauer Urgestein in diesem Jahr am liebsten noch ein weiteres Mal erleben. Es wäre dies für ihn sportlich das schönste Weihnachtsgeschenk. Langweilig wird es Lukas Bossert dank seinen vielen sportlichen Aktivitäten als Ringer, Langläufer, Skifahrer, Halbmarathonläufer und Bikefahrer auch in Zukunft nicht.

Ringen

NLA-Mannschaftsmeisterschaft. Playoff-Final (best of 3). 2. Kampf (Stans 0:1). Samstag. 19.00: Willisau – Freiamt (BBZ). – Kampf um Bronze. Rückkampf. Sonntag. 14.00: Kriessern – Einsiedeln (MZH).