Die Urner Rollhockeyaner dürfen aufatmen

Durch den Saisonabbruch ist die Abstiegsgefahr für den RHC Uri gebannt. Die Freude darüber hält sich in Grenzen.

Urs Hanhart
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Der RHC Uri möchte Trainer Carlos Sturla gerne behalten.

Der RHC Uri möchte Trainer Carlos Sturla gerne behalten.

Bild: Urs Hanhart

Aufgrund der verschärften Situation rund um das Corona-Virus brach der Schweizerische Rollhockeyverband den Spielbetrieb am 13. März in allen Ligen und Kategorien ab. Die Meisterschaft der Nationalliga A befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Schlussphase der Qualifikation. Vor dem Beginn der Playoffs und der Abstiegsrunde waren nur noch wenige Partien ausstehend. Der RHC Uri lag nach einer bis dahin völlig verkorksten Saison auf dem neunten und letzten Tabellenplatz. Im Falle einer Weiterführung der Meisterschaft hätte er die Relegationsrunde bestreiten müssen.

«Angesichts der ungemütlichen Tabellensituation ist es für unser Fanionteam sicherlich nicht schlecht, dass der Spielbetrieb abgebrochen wurde», bekennt RHC-Uri-Präsident Stefan Gisler. Er fügt aber gleich an: «Ich bin aber zuversichtlich, dass wir den Ligaerhalt geschafft hätten.» Gisler geht davon aus, dass der Spielbetrieb in dieser Saison nicht mehr aufgenommen wird und es quasi eine Nullrunde ohne Meister, Aufsteiger und Absteiger geben wird. Dass etliche Spiele entfallen, wirkt sich für den Verein auf die Finanzen aus. Dazu erklärt der Präsident: «Wir sind zwar nicht so stark betroffen wie Grossclubs in anderen Sportarten. Aber es wird auch für uns zu Einnahmeneinbussen kommen, weil beispielsweise die Festwirtschaft nicht mehr betrieben werden kann.»

Vom Wettkampfglück im Stich gelassen

In der vereinseigenen Rollhockeyhalle in Seedorf läuft schon seit geraumer Zeit überhaupt nichts mehr. Sie ist zugesperrt und trainieren darf man dort nicht mehr. Die Spieler halten sich, wenn überhaupt, durch individuelles Training einigermassen fit. Mannschaftstrainings wird es wohl für längere Zeit nicht mehr geben. Wann die Halle wieder geöffnet werden kann, steht momentan in den Sternen.

Uri ist nach der Verpflichtung des neuen, sehr erfahrenen Trainers Carlos Sturla mit grossen Ambitionen in die Saison gestartet. Das erklärte Ziel war, vorne mitzumischen und in die Playoffs einzuziehen. Aber es lief der Mannschaft von Beginn weg alles andere als optimal. Sie turnte in den hinteren Tabellenregionen herum und kam nie richtig auf Touren. Im Cup schaffte es Uri immerhin bis in den Viertelfinal und kam damit deutlich weiter als noch im Vorjahr. Europacupspiele gab es erstmals seit einigen Jahren nicht mehr in der Rollhockeyhalle Seedorf zu sehen. Uri konnte sich aufgrund der ebenfalls ziemlich verkorksten Saison 2018/19 nicht für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. «Es fehlte oftmals das nötige Wettkampfglück. Mehrere Spiele gingen nur ganz knapp verloren. Dem an sich stark formierten Team ist es nicht gelungen, sein eigentliches Potenzial auszuschöpfen», bilanziert Gisler. Nun gelte es, alles sorgfältig zu analysieren und im Hinblick auf die nächste Saison die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Ob es im Fanionteam zu Abgängen oder Neuzugängen kommen wird, kann Gisler derzeit noch nicht sagen. Er möchte aber auf jeden Fall am bisherigen Trainer Sturla festhalten und auch das Kader möglichst zusammenhalten. Das Gespräch suchen werden die Vereinsverantwortlichen mit den treuen Vereinssponsoren, die jetzt durch den Saisonabbruch logischerweise nicht die entsprechende Gegenleistung erhalten können. Einige der Kleinunternehmen sind von der Krise stark betroffen. Ob sie den Verein weiterhin im gleichen Ausmass unterstützen können, wird abgeklärt werden müssen.