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Die Luzerner Landhockeyaner werden von Wettingen dominiert

Der Luzerner SC schafft in den Playoff-Finals nicht, die Vormachtstellung von Rotweiss Wettingen zu durchbrechen. In den Rückspielen sind die Männer beim 2:3 nahe dran, die Frauen verlieren auswärts 0:5.
René Barmettler
Philipp Hamm (links) und Lars Küng sind nach Spielende untröstlich. Bilder Dominik Wunderli (Luzern, 30. Juni 2019)

Philipp Hamm (links) und Lars Küng sind nach Spielende untröstlich. Bilder Dominik Wunderli (Luzern, 30. Juni 2019)

Lars Küng im Zweikampf mit Wettingens Michèl Morard (rechts).

Lars Küng im Zweikampf mit Wettingens Michèl Morard (rechts).

Das Spiel war aus, die Frauen des NLA-Teams von Rotweiss Wettingen feierten inmitten des Publikums ihren eigenen Schweizer Meistertitel und denjenigen der Männer, die diesen auf dem Utenberger Kunstrasen zelebrierten. Es spielten sich danach skurrile Szenen ab. Alle warteten auf die Medaillenzeremonie (die ihren Namen schliesslich zwar nicht verdiente, aber okay). Unter der brütend heissen Sonne wartete das Publikum auf die Spieler, die partout zuerst Mannschaftsfotos auf dem Platz machen wollten. Der dritte Offizielle wollte das Ganze unterbinden, indem er vor die Linse des LSC-Vereinsfotografen stand, was die Spieler, die Minuten zuvor den Meistertitel verpasst hatten, noch mehr in Rage brachte.

Dann endlich hatten die Spieler beider Teams Erbarmen mit dem ebenfalls überhitzten Publikum und erschienen zur Medaillenübergabe. Frank Schneider, Verbandspräsident von Swisshockey, hielt eine rekordverdächtig kurze Ansprache. Man verstand über den dürftigen Lautsprecher Wortfetzen wie «Hitzeschlacht» und «Gratulation an Wettingen». Viel mehr gab es auch nicht zu sagen. Die Männer von Rotweiss Wettingen komplettierten die Dominanz dieses Klubs in der hiesigen Meisterschaft. Wieder einmal. Die Frauen konnten wenige Stunden zuvor nach einem 5:0-Sieg und dem Gesamtskore von 6:0 über die Luzernerinnen ebenfalls den Pokal für den Schweizer-Meister-Titel in Empfang nehmen.

Luzerner holen 0:2-Rückstand auf

Nun mussten die beiden Luzerner Teams mit ansehen, wie der Rekordmeister in ihrem Zuhause feierten. Bei den Frauen wenig überraschend, bei den Männern überwog der Frust schon eher. Als Qualifikationssieger gingen die Luzerner in diese Finalaffiche, die Favoritenrolle konnte diesmal niemandem zugedacht werden. Die Luzerner verloren am Samstag auswärts mit 1:2, konnten dank einem Penaltytor in letzter Minute die Meister-Hoffnung am Leben erhalten. Doch auch im Rückspiel vom Sonntagnachmittag wollte der Führungstreffer nicht gelingen. Wettingen ging in der 10. und 14. Minute durch Treffer nach kurzen Ecken 2:0 in Führung. Doch der Luzerner SC gab nicht auf. Bis zur Pause gelang der Ausgleich zum 2:2, dank zwei Toren ebenfalls nach kurzen Ecken durch Michael Casagrande (25.) und Martin Greder (27.). In der Pause suchten sich die LSC-Spieler einen Platz zum Abkühlen unter einem Baum, drinnen in der Kabine war es schlicht zu heiss. Die Spielansetzung nachmittags um 15.30 Uhr stellte sich schliesslich nicht als die beste Idee heraus, die der Verband je hatte. Auch die Zuschauer schwitzten, suchten Schatten, spannten Schirme auf und monierten, dass das Bier in dieser Hitze viel zu schnell warm wurde.

Die Luzerner Spieler, bereits gezeichnet von der Bruthitze, sprachen sich nochmals Mut zu, und betraten das Spielfeld zur letzten Halbzeit dieser Meisterschaft. Doch die Hoffnungen zerbrachen sechs Minuten nach dem Seitenwechsel auf ein Minimum. Die LSC-Abwehr brachte den Ball nicht aus seiner Abwehrzone, Matthias Hofstetter nutzte die Wirren in der Luzerner Hintermannschaft zum viel umjubelten 3:2 aus. Luzern versuchte nochmals alles. Doch ein Treffer wollte nicht mehr gelingen, obwohl die Angreifer in der 63. Minute eine kurze Ecke vier Mal ausführen durften. Der Jubel drei Minuten später über den vermeintlichen Ausgleich verstummte, der Schiedsrichter sah ein Vergehen, das sich «gefährliches Spiel» nennt. Und so muss der Luzerner SC weiter auf den dritten Meistertitel bei den Männern warten. Der letzte Titel auf dem Feld holten sie 2007, bei den Frauen ist es nunmehr 27 Jahre her (18 Meistertitel).

Für Routinier Michael Casagrande tut der verpasste Titel «sehr weh, wir waren nahe dran. Aber ich denke, dass die Zuschauer nach dem 0:2-Rückstand nicht mehr auf uns gewettet hätten.» Gewettet haben viele, aber vor der Partie. Auf einem Blatt Papier konnten Tipps eingetragen werden. Das 5:1 eines Tippers stellte sich schliesslich als zu euphorisch heraus. Gefeiert wurde dennoch: «Das haben wir uns schliesslich verdient», sagte Casagrande, «wir haben viel in diese Saison investiert.» Ein kühles Bier nach dieser Hitzeschlacht musste allemal drinliegen ...

Feldhockey. NLA. Playoff-Finals. Rückspiele. Männer: Luzerner SC – Rotweiss Wettingen 2:3 (Hinspiel 1:2). – Frauen: Rotweiss Wettingen – Luzerner SC 5:0 (Hinspiel 1:0).

Luzerner SC – Rotweiss Wettingen 2:3 (2:2)

Utenberg. – 200 Zuschauer. – SR Adams/Caredda. – Tore: 10. Aebi 0:1. 14. Morard 0:2. 25. Casagrande 1:2. 27. Martin Greder 2:2. 41. Hofstetter 2:3. – Luzerner SC: Philipp Bühler; Roman Bühler, Bur, Casagrande, Gisler, Manuel Greder, Martin Greder, Haefeli, Hamm, Horvath, Küng, Oswald, Reinhard, Schneider, Schwehr, Wicki. – Wettingen: Käufeler; Aebi, Bachofen, Conrad, Feller, Hödle, Hofstetter, Huber, Keller, Benjamin Messerli, Dominik Messerli, Michel, Morard, Skroblies, Steimer, Winkler.

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