Die Meister im Squash werden später ermittelt

Die Krienser Squasher gehen leer aus: Die Schweizer Einzelmeisterschaft wurde am Freitag abgebrochen.

Stefan Kleiser
Drucken
Teilen
Roman Allinckx, hier im Spiel gegen seinen Krienser Clubkollegen Amadeo Costa an der Schweizer Einzelmeisterschaft.

Roman Allinckx, hier im Spiel gegen seinen Krienser Clubkollegen Amadeo Costa an der Schweizer Einzelmeisterschaft.

Bild: Stefan Kleiser

Lukas Burkhart, Cédric Kuchen, Roman Allinckx und Nils Roesch: Diese Krienser, im nationalen Ranking alle in den Top 10 geführt, gewannen am Donnerstag an der Schweizer Einzelmeisterschaft in Langnau am Albis ihr Achtelfinal. Doch die Erfolge in weiteren Matches zu bestätigen, das war ihnen danach nicht mehr gestattet. Wegen der immer grösseren Verbreitung des Corona-Virus wurden die nationalen Titelkämpfe am Freitagnachmittag vor den Viertelfinals abgebrochen.

Es hätten mehrere Optionen im Raum gestanden, erklärt Andreas Dietzsch vom Organisationskomitee. «Einen Teil der Schweizer Einzelmeisterschaft hätten wir aber sowieso absagen müssen.» Nämlich die Matches der tieferen Kategorien. Und bloss die A-Kategorien austragen? «Dann wäre es etwas total anderes gewesen.» Man suche nun nach einer Möglichkeit, die Meister zu einem späteren Zeitpunkt zu ermitteln, verrät Andreas Dietzsch. «Irgendeine Lösung werden wir schon finden.»

Roman Allinckx holt ersten Sieg seit neun Monaten

«Aus sportlicher Sicht ist es natürlich schade», kommentiert Cédric Kuchen den Abbruch der Schweizer Einzelmeisterschaft. «Aber es ist wohl der richtige Entscheid. Die Organisatoren haben eine gewisse Verantwortung.» Ob dem 27-Jährigen damit die erste Medaille seiner Karriere entgangen ist? «Es wäre schwierig geworden, gegen Robin zu gewinnen», sagt Kuchen mit Blick auf das abgesagte Spiel gegen den Ustermer Gadola. Denn die letzten beiden Duelle gingen an den Gegner, die eigene Form war schon besser.

Eine gute Sache war die Schweizer Einzelmeisterschaft für Roman Allinckx. Strahlend verliess er nach dem Erfolg in vier Sätzen über seinen Krienser Clubkollegen Amadeo Costa den Court. «Das war mein erster Sieg seit neun Monaten», freute er sich. Die Verletzung am Fuss habe ihn nicht behindert, und er habe sich über die ganzen 60 Minuten Spieldauer fit gefühlt, erklärt der 21-Jährige, der seit Oktober 2018 in Barcelona trainiert. Damit stünde seiner Rückkehr auf die Profi-Tour eigentlich nichts im Weg. Doch derzeit steht die gesamte Squashszene still, die Professional Squash Association hat sämtliche Wettkämpfe ausgesetzt – vorderhand bis Ende April.

Davon betroffen ist auch das Sekisui Open von Kriens. 2012 zum ersten Mal durchgeführt, ist die Ausgabe von 2020 verschoben. Ob das Sekisui Open zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden soll, ist noch nicht entschieden. Man werde sich in dieser Woche treffen und das besprechen, erklärt OK-Präsident Christoph Zust. Für das von 21. bis 25. April vorgesehene PSA Tour 10 Challenger waren Teilnehmer aus 21 Nationen gemeldet.

Zu bestaunen gewesen wäre mit Grégory Gaultier auch der Weltmeister von 2015, eine frühere Nummer 1 der Welt. Nach einer Operation am Knie war Gaultier im World Ranking bis auf Rang 622 zurückgefallen. Nun muss er sich über Siege an kleinen Turnieren wieder nach vorne arbeiten. «Mit Grégory wäre das toll gewesen», sagt Cédric Kuchen. Nicht stattfinden kann auch der Grasshopper Cup, der diese Woche in Uster und Zürich hätte ausgetragen werden sollen. Die Krienserin Ambre Allinckx hatte eine Wild Card erhalten. Es wäre ihr erster Start an einem Event der höchsten Kategorie der Profi-Tour gewesen. Unklar ist ausserdem, was mit den NLA-Playoffs passiert. Wie vorgesehen am 27. und 28. März stattfinden können sie nicht. Offiziell sind sie verschoben. Doch vielleicht fallen sie auch aus. Vom Squashclub Pilatus Kriens hatten sich das Männer-Team qualifiziert.