Die Luzerner Unihockeyaner gestehen eine «fatale Selbstüberschätzung» ein

Unihockey Luzern kann im ersten 1.-Liga-Playout-Spiel gegen Moosseedorf nicht überzeugen und verliert mit 3:8.

Ruedi Vollenwyder
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Luzerns Linus Fonseca (links) und Johann Jassen-Richardsen strecken sich nach dem Ball.

Luzerns Linus Fonseca (links) und Johann Jassen-Richardsen strecken sich nach dem Ball.

Bild: Patrick Hürlimann (Luzern, 29. Februar 2020)

Die Luzerner haben schon bessere Zeiten erlebt. Nach drei Finalqualifikationen in Serie folgt in der letzten Saison das Playoff-Out schon in den Viertelfinals. Und in dieser Spielzeit mussten die Luzerner einen weiteren Rückschritt verdauen: nur Rang 10 (13 Punkte). Die nervenaufreibenden Playouts sind die Konsequenz für eine missratene Qualifikation. Dass die Luzerner diese Saison «etwas unten durch müssen», das war den Teamverantwortlichen und Trainer Sergio Lämmler schon zu Saisonbeginn klar.

Aber nicht in diesem Ausmass. Der erneute Umbruch mit den vielen Spielerwechseln führte zu einem grossen Substanzverlust. Personell und qualitativ. Nach 16 Partien standen die Luzerner noch immer ohne Sieg da. Lediglich zwei Zähler lagen auf dem Punktekonto. Der Frust war gross, die Unsicherheit ebenfalls. «Die restlichen Partien wollen wir nun als Vorbereitung auf die anstehenden Playouts nützen», sagte Lämmler nach diesem Fehlstart. Mit dieser Aussage wollte er etwas den Druck von seinen arg gebeutelten Spielern nehmen.

Es sei nur eine Kopfsache, sagt der Trainer

Eine weise Entscheidung: Im neuen Jahr ging es dann endlich aufwärts. Aus den restlichen sechs Partien schauten drei Siege heraus. Der erste davon (8:6) gelang den nun mit mehr Selbstvertrauen auftretenden Luzernern ausgerechnet gegen Moosseedorf (Rang 11/10 Punkte), dem Gegner in den Playouts. Diese Leistungssteigerung konnte Luzern im ersten Playout-Spiel (Best-of-3) aber nicht bestätigen. Die Lämmler-Truppe musste nach einer 2:1-Führung schliesslich mit 3:8 untendurch. «Es ist positiv, wenn man mit der Überzeugung in die Playoffs steigt, den Gegner im Griff zu haben», monierte Lämmler. «Aber dann muss man als Mannschaft diesen Optimismus auch überzeugend auf die Platte bringen. Das taten meine Spieler aber nicht. Alles nur Kopfsache», ärgerte er sich gewaltig über die fatale Selbstüberschätzung. Auch der 26-jährige Benj Rutschmann, der mit seinem Tor zum Spielstand von 3:6 bei den Luzernern noch etwas Hoffnung aufkommen liess, verliess als letzter Spieler deprimiert das Spielfeld. «Wir waren, im Gegensatz zu unserem aggressiv zur Sache gehenden Gegner, für diesen Fight nicht parat. Mit einer so largen Einstellung kann man kein Spiel gewinnen», meinte der Routinier enttäuscht.

Die Luzerner Unihockeyaner müssen sich nun in der nächsten Partie beweisen, dass sie mehr können, als sie in diesem ersten Playout-Spiel zeigten. Aber nur, wenn diesmal die Einstellung und die Bereitschaft stimmen. Für Benj Rutschmann gilt: «Diese bittere, selbstverursachte Niederlage müssen wir schnellstens abhaken. Und unsere Stärken, gepaart mit totalem Einsatz, ins nächste Spiel einbringen. Nur so können wir eine dritte Partie erzwingen.»

Luzern – Moosseedorf 3:8 (2:4, 1:2, 0:2)
Utenberg. – 142 Zuschauer. – SR Coduto/Schweizer. – Tore: 5. Oester 0:1. 8. Jeffrey 1:1. 12. Jessen-Richardson 2:1. 14. Oester 2:2. 18. Fritschi 2:3. 20. Hertig 2:4. 24. Spring 2:5. 38. Kipf 2:6. 40. Rutschmann 3:6. 54. Wegmüller 3:7. 57. Schäfer 3:8. – Strafen: 1-mal zwei Minuten gegen Luzern, 2-mal zwei Minuten gegen Moosseedorf.
Luzern: Graf/Mathis; Manuel Wagner, Rutschmann, Wildi, Jeffrey, Schmid, Uotila; Mathys, Barmettler, Emmenegger, Fonseca, Gilli, Huber, Ulmer, Simon Wagner, Jessen-Richardsen.

2. Liga: Spannung bis zum Schluss

Die spezielle Situation in der 2.-Liga-Gruppe 3 brachte es mit sich, dass der Kampf um die beiden aufstiegsberechtigten Plätze bis zum letzten Spieltag offen blieb. Denn die Zweitteams von Ad Astra Sarnen, Uster, Vipers Innerschwyz und Glattal waren alle nicht aufstiegsberechtigt. Hinter Gruppensieger Sarnen (40 Punkte) holten sich Einhorn Hünenberg (40) und Eschenbach (37) die Berechtigung für die Playoff-Partien. Uris Endspurt kam zu spät, um diese beiden Teams noch abzufangen. Vipers Innerschwyz II hingegen muss um den Ligaerhalt bangen und die Auf-/Abstiegsspiele gegen ambitionierte 3.-Liga-Teams bestreiten. Der einzige Innerschweizer Verein in der Gruppe 2, UHC JW Sursee 86, beendete die Saison auf dem guten 5. Rang. Nach hinten hatten die Surseer nichts zu befürchten. Nach vorne war der «Aufstiegszug» schon früh abgefahren. Frauenfeld und Bazenheid sind die Playoff-Gegner In einer ersten Phase (Best-of-3) trifft Eschenbach auf Frauenfeld (Sieger Gruppe 4), Hünenberg bekommt es mit Bazenheid (Tabellenzweiter der Gruppe 4) zu tun. Die beiden Sieger bestreiten anschliessend die Auf-/Abstiegsplayoffs 2./1. Liga. (yder)