Die Fussballerinnen des FC Luzern wehren sich tapfer: 0:2-Niederlage gegen Servette

Der FC Luzern ist gegen Leader Servette Chênois mit 0:2 unterlegen, aber nicht chancenlos.

Text: René Barmettler. Bilder: Boris Bürgisser
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Die Luzernerin Michèle Schnider (links) klärt gegen Alyssa Lagonia, Servettes Offensivspielerin und Penaltyschützin zum 0:1.

Die Luzernerin Michèle Schnider (links) klärt gegen Alyssa Lagonia, Servettes Offensivspielerin und Penaltyschützin zum 0:1.

Fünf Wochen lagen zwischen zwei Heimspielen des FC Luzern in der Super League. Damals, am 26. September, lautete das brutale Verdikt: 2:8 gegen Serienmeister Zürich. Und nun, am Samstagabend dieses letzten Oktobertages, ging das Spiel gegen das aktuell noch stärker einzustufende Servette Chênois 0:2 aus – keineswegs zwingend. «Zwischen diesen zwei Partien liegen Welten», sagte FCL-Trainer Glenn Meier, diesmal ohne zerknirschte Miene.

«Wir haben wenig zugelassen. Aber eben: Wir haben wieder null Punkte geholt und auch der Trainer ist wieder heiser.»

Die Heiserkeit ist dem sehr aktiven Coaching geschuldet, das seine junge Mannschaft noch immer braucht. Die verletzungsbedingten Abwesenheiten der Routiniers Rahel Graf oder Nicole Remund und drei weiterer Spielerinnen gingen nicht spurlos am Team vorbei und erklärt auch die gegenwärtige Ranglistenposition sieben mit erst sieben Zählern. Es durfte nicht erwartet werden, dass die Luzernerinnen mit zuletzt vier Meisterschaftsniederlagen in Folge ausgerechnet gegen den Leader mit «breiten Schultern» antreten würden. Doch genau das geschah, sie verkauften die Haut in defensiver Hinsicht, so teuer es eben möglich war. Aber eben auch ein bisschen zu wenig, weil bei den nicht sehr zahlreichen Möglichkeiten das Quäntchen Glück, Entschlossenheit oder eben die Präzision fehlten. In der neunten Minute traf Aussenverteidigerin Chantal Wyser mit ihrem Eckball die Lattenoberkante. Vier Minuten später missglückte Svenja Fölmli ein Kopfball aus aussichtsreicher Position und verpasste die Führung des FCL.

Svenja Fölmli (links) gegen Servettes Caroline Abbé.

Svenja Fölmli (links) gegen Servettes Caroline Abbé.

Zwei Standardsituationen sichern Servette den Sieg

So blieb es beim 0:0, aber nicht für lange. Die Genferinnen machten es in der 17. Minute cleverer: Chantal Rufs Einsteigen gegen Marta Peiro Gimenez wurde nach kurzem Zögern der Schiedsrichterin mit einem Penalty sanktioniert, den Alyssa Lagonia sicher verwertete. Nun stimmte die Hierarchie wieder, denn Servette Chênois ist auf dem besten Weg, Branchenleader dieser Liga zu werden. In der abgebrochenen Saison auf Meisterkurs setzt sich Servette auch aktuell immer mehr von der Konkurrenz ab. Ein Team, das gespickt ist mit mehreren ehemaligen Nationalspielerinnen und das im Dezember auch Champions League spielen wird: Zürich und Servette Chênois sind für die Runde der letzten 32 Teams gesetzt.

Luzerns Rahel Sager (links) gegen Servettes Amira Arfaoui.

Luzerns Rahel Sager (links) gegen Servettes Amira Arfaoui.

Allerdings dürfte eine Leistung wie die gegen Luzern international nicht genügen. Zwar erspielte sich Servette auch noch Chancen für weitere Treffer, doch sie liessen hinten auch einiges zu. Nach der 2:0-Führung durch Caroline Abbé nach einem gut getretenen Freistoss von Paula Serrano (54.) schien die Vorentscheidung gefallen. FCL-Stürmerin Irina Pando mit einem Kopfball nach einem Corner (58.) und Chantal Wyser (85.) brachten nochmals Gefahr vor das Genfer Tor. Der Gast konnte sich schliesslich schadlos halten und stellt mit bisher vier Gegentoren weiterhin die klar beste Hintermannschaft.

Achtbar geschlagen: Diesmal kamen die Luzernerinnen mit der Kritik besser weg. Meier sagte:

«Das 2:8 gegen Zürich hatte beim Team einiges ausgelöst, leider gehen die Spiele noch immer zu Gunsten des Gegners aus.»

Diesmal aber durften die FCL-Spielerinnen den Platz mit erhobenen Häuptern verlassen.

Luzern – Servette Chênois 0:2 (0:1)
Leichtathletik-Stadion. – 20 Zuschauer. – Tore: 17. Lagonia (Foulpenalty) 0:1. 54. Abbé 0:2. – Luzern: Romero; Wyser, Ruf, Jackson, Klotz; Schnider (71. Von Känel); Sager (69. Furger), Bienz, Müller, Pando (79. Höltschi); Fölmli. – Servette Chênois: Thalmann; Felber, Abbé, Hurni, Spälti; Tufo, Serrano (84. Gillioz), Maendly, Arfaoui (87. Duclos); Lagonia; Peiro Gimenez (93.Dumauthioz). – Bemerkung: 9. Wyser schiesst Corner an die Lattenoberkante.