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Dicke Überraschung im Entlebucher Derby: Escholzmatt-Marbach trägt den Sieg davon

Der FC Entlebuch verliert das 3.-Liga-Duell gegen den FC Escholzmatt-Marbach 0:2. Dies trotz Überzahl in den Schlussminuten.

Michael Wyss
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Franz Gaisberger, Trainer FC Entlebuch.

Franz Gaisberger, Trainer FC Entlebuch.

Bild: Michael Wyss

«Was soll ich sagen? Ich ringe nach Worten. Das ist bitter. Zu Hause zu verlieren, dann noch das Nachbarschaftsduell, das ist natürlich frustrierend», zeigte sich Entlebuchs Trainer Franz Gaisberger nach dem Dämpfer im heimischen Farbschachen enttäuscht. Verständlich, denn sein Team musste vor knapp 400 Fans gegen ein keck aufspielendes und siegeswilliges Escholzmatt-Marbach die erste Meisterschaftsniederlage kassieren. Nach den beiden Siegen gegen Dagmersellen (3:2) und Altbüron-Grossdietwil (4:2) folgte nun diese Ohrfeige.

Gaisbergers Erklärung:

«Nach dem erfolgreichen Start wähnten wir uns in Sicherheit, dass auch das dritte Spiel ein Selbstläufer wird. Doch wir täuschten uns und konnten den Schalter nie richtig umlegen. Es war reine Kopfsache, wir waren mental nicht bereit für diese Herausforderung. Wir konnten dem Druck nicht standhalten.»

Entlebuch spielte pomadig. Die beste Phase hatte der Gastgeber zu Beginn der Partie, wo er sich zwei, drei gute Chancen erarbeitete. So zum Beispiel Manuel Emmenegger, der mit seinem Abschlussversuch aus 25 Metern mittels Lattenschuss scheiterte. Doch zwingend oder richtig gefährlich war der 2.-Liga-Absteiger aus der vergangenen Spielzeit nie wirklich. Gaisberger: «Dass die Niederlage eines Tages kommt, wussten wir. Dass sie ausgerechnet gegen Escholzmatt-Marbach Tatsache wird, ist eine bittere Pille. Solche Spiele will man nicht verlieren. Das muss man erst verdauen.» Am Sonntag (14.00, Gutmoos) gastiert seine Equipe bei Grosswangen-Ettiswil. Gaisberger: «Eine Reaktion ist zu erwarten. Wir haben etwas gut zu machen.»

Neun A-Junioren im Kader von Escholzmatt-Marbach

Den Liganeuling aus Escholzmatt-Marbach ins Glück schossen Oliver Greil (12., 0:1) und Blerand Kastrati (92., 0:2). Trainer Pirmin Bieri: «Ich bin sehr glücklich und stolz auf die Jungs. Was sie leisteten, verdient Respekt.» Das Erfolgserlebnis für den Liganeuling, der auf seinen Routinier Daniel Kaufmann (verletzt) verzichten musste, war wichtig nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Wolhusen (0:5) und Buttisholz (0:1). Bieri: «Der Sieg tut gut, als Liganeuling ist es wichtig, früh zu punkten. Wir wollten den Erfolg unbedingt. Ich habe meinen Spielern gesagt, dass unser Ziel sein muss, hier zu gewinnen und nicht, nicht zu verlieren.» Der Liganeuling scheint in der 3. Liga angekommen zu sein, wie Verteidiger und Captain Bobi Dogdu sagt: «Es ist ein Reifeprozess, der Unterschied zwischen den beiden Ligen ist frappant. Doch es geht von Spiel zu Spiel besser.» Was gibt es denn Schöneres, als auf dem Farbschachen das Derby zu gewinnen? Dogdu (lacht): «Ja, es ist immer das Ziel, dieses Derby zu gewinnen. Doch es war nur einer vieler noch zu tätigen Schritte. Wir wollen den Klassenerhalt erreichen. Wir sind auf dem richtigen Weg.»

Escholzmatt-Marbach-Captain Bobi Dogdu.

Escholzmatt-Marbach-Captain Bobi Dogdu.

Bild: Michael Wyss

Escholzmatt-Marbach, das ein sehr junges Team stellt (neun A-Junioren im Kader), spielte übrigens ab der 72. Minute in Unterzahl (Platzverweis gegen Greil nach Foulspiel). Bieri, der wegen Reklamierens des Platzes verwiesen wurde, sagt: «Es war ein grosser Kampf, nach dem meine Mannschaft während 20 Minuten mit einem Mann weniger auf dem Platz stand. Wir hatten auch das Glück des Tüchtigen beansprucht. Entlebuch drückte vehement auf das 1:1 in den Schlussminuten.» Weiter geht es für Escholzmatt-Marbach am Sonntag (16.15, Ebnet) mit dem Heimspiel gegen Dagmersellen.

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