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Der Veloprofi Michael Albasini hat noch nicht genug

Michael Albasini bereitet sich in Südspanien auf die 18. Saison als Radprofi vor. Es ist gut möglich, dass der Thurgauer ein 19. Jahr im Sattel anhängt. Pläne über die Karriere hinaus hat er keine.
Daniel Good
Michael Albasini in der vergangenen Saison an der Tour de Romandie (oben) und 2003 als Neoprofi an der Deutschland-Tour. (Bilder: Jean-Christophe Bott/KEY, Villars, 27. April 2018, und Imago, 8. Juni 2003)

Michael Albasini in der vergangenen Saison an der Tour de Romandie (oben) und 2003 als Neoprofi an der Deutschland-Tour. (Bilder: Jean-Christophe Bott/KEY, Villars, 27. April 2018, und Imago, 8. Juni 2003)


Am 20. Dezember wurde Michael Albasini 38-jährig. Seinen ersten bedeutenden Sieg verbuchte er schon im Jahr 2002, als er als erster Schweizer Europameister in der U23-Kategorie wurde. Für die Saison 2003 erhielt der Thurgauer seinen ersten Profivertrag in einem Rennstall der Weltklasse. Trainingslager gab es schon damals.

«Ich war ­jeweils froh, wenn ich ‹überlebt› habe», sagt Albasini. Während der Ausfahrten musste er kämpfen, damit er von den Teamkollegen nicht abgehängt wurde.

Heute ist fast alles anders. ­Albasini kennt seinen Körper. Er kann abschätzen, was gut für ihn ist – oder eben nicht. Die Stunden auf dem Velo bleiben ihm aber auch heuer nicht erspart.

Bis zu 240 Kilometer am Tag

Mit seiner Mannschaft Michelton-Scott spult er dieser Tage in der Nähe von Cadiz Distanzen von bis zu 240 Kilometern ab. Er ist gut vorbereit. Schon Anfang November nahm er das Training wieder auf. Von seinem Wohnort Gais aus, häufig aber auch im Tessin.

Albasini will in dieser Saison wieder besser fahren als im Vorjahr, als er das Opfer eines heimtückischen Virus wurde. «Mitten im Aufbau warf mich die Krankheit zurück. Ich kam gar nie so richtig in Form.»

Immerhin reichte es noch, um an der Spanien-Rundfahrt dem Briten Simon Yates zum Gesamtsieg zu verhelfen. Aber Albasini sagt: «Ich bin schon bessere Rennen gefahren als die Vuelta in der vergangenen Saison.»

Neun Mal an der Tour de France

Dieses Jahr stehen keine dreiwöchigen Rundfahrten mehr auf dem Programm. Albasini lässt es einstweilen bei neun Tours de France bleiben. Beweisen muss er zwar niemandem mehr etwas, aber Albasini will 2019 eine gute Falle auf der Strasse abgeben.

Er hat auch durchaus Lust, noch mehr als eine Saison im Profiradsport zu verbringen. «Es steht zurzeit bei fünfzig zu fünfzig, ob ich auch 2020 Profirennen fahre. Nach der Tour de Romandie mache ich mir konkretere Gedanken. Wenn es mir wieder läuft wie 2017, kann ich mir schon vorstellen, dass ich meine Karriere über diese Saison hinaus verlängere», sagt Albasini.

2017 macht Lust auf mehr

Die Tour de Romandie findet vom 30. April bis am 5. Mai statt. Die Rundfahrt durch die Westschweiz zählt zu den Lieblingsrennen Albasinis. Er feierte schon sieben Etappensiege und war auch mehrmals Leader.

Vor der Tour de Romandie bestreitet Albasini das Gold Race in den Niederlanden sowie die Flèche Wallonne und Lüttich–Bastogne–Lüttich in Belgien. In den sogenannten Ardennenklassikern belegte er 2017 die Plätze drei, fünf und sieben. So gut war seit den 1990er-Jahren kein Schweizer mehr.

Die Landesmeisterschaft im Thurgau

Obschon er oft als Helfer im Einsatz ist, hat Albasini mehr als 30 Profisiege auf dem Konto. «Ich hoffe, dass in diesem Jahr noch der eine oder andere dazukommt.»

Ein besonderes Augenmerk richtet Albasini auf die Schweizer Meisterschaft, die 2019 in seinem Heimatkanton stattfindet. Das Strassenrennen der Elite findet Ende Juni rund um Fischingen statt. Schweizer Strassenmeister war Albasini trotz seiner unbestrittenen Qualitäten für Eintagesrennen noch nie.

Zwei Mal war er Zweiter, aber das begehrte Leibchen mit dem Schweizerkreuz war in seiner langen Karriere noch nie in seinem Besitz. «Wahrscheinlich klappt es auch diesmal nicht», sagt er, «wie schon so oft.»

Falls es anders kommt: Als Schweizer Meister könnte er kaum abtreten. Dafür ist Albasini immer noch Rennfahrer durch und durch.

Die Kaffeehändler

Seit 2010 vertreiben Michael Albasini und der frühere Mountainbike-Weltmeister Ralph Näf Kaffee. Die Sorte heisst San Salvador und soll betörend gut sein. Es ist ein Hobby für Albasini und Näf, der ein internationales Mountainbiketeam mit einer Weltmeisterin und einem Weltcupsieger leitet. Albasini lässt offen, was er nach seiner Karriere als Radprofi macht. «Pläne für die Zukunft nach dem Spitzensport habe ich noch keine.» Der ausgebildete Lehrer hat auf dem Velo gut verdient, aber nicht ausgesorgt. (dg)

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