Der Höhenflug der Rotkreuzer

Der FC Rotkreuz gewinnt gegen den Luzerner SC mit 3:2. Die Stadtluzerner kassieren die sechste Niederlage in Serie, die Zuger steigen – ohne grosse Feier – in die 2. Liga interregional auf.

Ruedi Vollenwyder
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Der Rotkreuzer Torhüter Colin Bucheli zeigt im Spiel gegen den Luzerner SC eine spektakuläre Parade. (Bild: Christian H. Hildebrand (Rotkreuz, 18. Mai 2019))

Der Rotkreuzer Torhüter Colin Bucheli zeigt im Spiel gegen den Luzerner SC eine spektakuläre Parade. (Bild: Christian H. Hildebrand (Rotkreuz, 18. Mai 2019))

Seit neun Jahren hält Claudio Carbone als Präsident die Fäden beim FC Rotkreuz in den Händen. Am Ende dieser Saison darf er den grössten Erfolg in der Vereinsgeschichte erleben. «Die 3. Liga war bisher für mich das Grösste der Gefühle. Dass wir nach dem ersten 2.-Liga-Jahr nun in die 2. Liga interregional aufsteigen, ist für mich überwältigend.» Zwar fehlte direkt nach dem 3:2-Sieg über den Luzerner SC noch ein einziger Punkt. Weil aber in der Partie vom Sonntag Cham II gegen Stans nur 1:1 spielte, wurde die erneute Promotion «festgenagelt».

Massgeblichen Anteil am Höhenflug hat der in Rotkreuz wohnhafte, im Rohstoffhandel tätige René von Euw. Der ehemalige Manager des FC Wangen bei Olten («Da bin ich aufgewachsen»), hat sich vor zwei Jahren zum Ziel gesetzt, den FC Rotkreuz aus der Anonymität der 3. Liga herauszuführen. «Ich wohne in Rotkreuz. Was lag für mich näher, als Fussball-Begeisterter hier etwas zu bewegen. Die Infrastruktur mit dem Sportpark stimmt. Auch im Juniorenbereich wird sehr gut gearbeitet. Dieser gutgeführte Verein lebt», nennt Von Euw die Motivation zu seinem Einstieg beim FC Rotkreuz.

René Erlachner neuer Trainer

Als Investor und zukünftiger Teammanager schlug er, was die sportliche Zukunft des FC Rotkreuz betrifft, gleich «Nägel mit Köpfen» ein. Nach sechs erfolgreichen Jahren mit drei Aufstiegen macht das Trainer-Duo Roger Mathis/Vincenzo Palatucci dem Trainer-Fuchs René Erlachner (59) Platz. «Bei ihm weiss man, was man hat», erklärt René von Euw dieses Engagement. Der zuletzt beim FC Schötz engagierte Erlachner soll mit seiner Erfahrung das Team «in eine ruhige 2.-Liga-inter-Saison führen». Reicht die Qualität, um auch eine Spielklasse höher, zu bestehen? René von Euw: «Ja, das Gerüst steht, wir werden uns nur noch punktuell verstärken.» Namen wollte auch Präsident Claudio Carbone keine nennen. Nur: «Das Kader für die nächste Saison steht.»

Zum Match gegen den Luzerner SC: Die technisch gut beschlagenen Rotkreuzer dominierten die erste Halbzeit nach Belieben. Schon in der 9. Minute traf Davide Palatucci zum 1:0. Drei Minuten später wurde die LSC-Abwehr ein weiteres Mal ausgespielt. Balu Ndoy auf Pass von Fidan Tafa traf zum 2:0. Und als Tafa in der 23. Minute mit einer Direktabnahme zum 3:0 traf, musste man um den LSC bangen. Doch wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff gelang Gion Paluca der erste LSC-Treffer. Dieses 1:3 weckte die Stadtluzerner. Sie setzten mit einem gepflegten, offensiv angelegten Spiel die nun von der Rolle gefallenen Rotkreuzer mächtig unter Druck. Das ärgerte auch René von Euw, der mehr als einmal laut wurde und wie wild herumtigerte. Zu mehr als dem 2:3-Anschlusstreffer durch Gion Paluca (74. Minute) reichte es der Spaqi-Truppe aber nicht.

Rotkreuz-Captain Arnel Mehicic zur nicht gerade erfreulichen Leistung in der zweiten Halbzeit: 

«Nach dem 1:3-Anschlusstreffer haben wir unbewusst einen Gang zurückgeschaltet. Es reichte dennoch für die drei angestrebten Punkte. Mit dem Aufstiegsfest werden wir allerdings noch warten, bis dieser definitiv feststeht. Aber dann wird die Post abgehen...»

Für Präsident Claudio Carbone sind diese zwei Aufstiege Meilensteine. Ein weiterer könnte noch folgen, wenn sein FC Rotkreuz auch noch den IFV-Cupfinal gegen den SC Emmen gewinnt, der am Pfingstsamstag, 8. Juni (17.00 Uhr, Feldbreite) ausgetragen wird. «Das Double wäre das absolute Highlight einer tollen Saison.»

Nach dieser Niederlage steckt der Luzerner SC weiter im Tief. In den sechs letzten Partien schaute kein einziger Punktgewinn heraus. Trainer Pren Spaqi, der den Vertrag verlängert hat: «Es will und will nicht anhängen. Das Selbstvertrauen ist im Keller. Zum Glück können wir noch von der guten Vorrunde zehren.»