Der Fehlstart des FC Littau ist perfekt

Der FC Littau verliert das 2.-Liga-regional-Spiel gegen Sempach mit 0:1 (0:1).

René Leupi
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Auch Littaus Joao de Jesus Wessley kann gegen Sempach die Niederlage nicht abwenden.

Auch Littaus Joao de Jesus Wessley kann gegen Sempach die Niederlage nicht abwenden.

Bild: Philipp Schmidli (Littau, 12.Mai 2018)

Es dauerte lange, bis sich David Andreoli nach der bitteren 0:1-Heimniederlage gegen Sempach von der Trainerbank Richtung Umkleidekabine aufmachte. Der Littau-Trainer versuchte sein Team noch auf dem Spielfeld aufzumuntern, sprach vor allem die guten Phasen im Spiel an und hofft so seinen Spielern nach der dritten Niederlage das Vertrauen einzuhauchen, das in den nächsten Spielen nötig sein wird, um vom Tabellenende wegzukommen. Es ist jene Position, welche die Stadtluzerner bereits beim Abbruch der Coronasaison innehatten. Andreoli sieht den FC Littau dennoch nicht als Profiteur: «Es ist frech, uns als Profiteure zu bezeichnen. Wir hätten die Saison gerne zu Ende gespielt, wir wollten spielen und den Ligaerhalt auf dem Platz schaffen.»

Bereits nach drei Spielen vom Abstiegskampf zu sprechen, wäre verfrüht. Dennoch gibt der Auftritt gegen Sempach wenig Anlass zur Zuversicht. Das Niveau passte 90 Minuten zum tristen und regnerischen Abend. Littau war zwar spielerisch und technisch das bessere Team, hatte mehr Spielanteile, agierte aber in Strafraumnähe ideenlos und ohne jegliches Überraschungsmoment.

Es fehlen die Ideen aus dem Mittelfeld

Beweis dieser offensiven Leere ist eine nennenswerte Torchance über die gesamte Spielzeit. Hätte Jan Hofstetter (60.) den Ball völlig alleinstehend aus elf Metern nicht über das Tor gedroschen, wäre diese Harmlosigkeit gar mit einem Punkt belohnt worden. «Wer in drei Spielen nur ein Tor schiesst und nicht zu null spielt, kann keine Punkte holen», resümiert Andreoli. Ein Fehlstart, der den Anspruch auf einen Platz in der vorderen Tabellenhälfte bereits in Gefahr bringt. Dank weniger Kadermutationen und einer guten Mischung von Routiniers und talentierter Nachwuchsspielern wollte man auf Ruopigen diese zum Saisonstart gemachte Vorgabe in die Tat umsetzen. Der ehemalige FCL-Profi sieht sich mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, sein Team aus der Talsohle zu führen. Schwierig auch, weil im Mittelfeld kein Spieler auszumachen ist, der das Spiel lesen kann und dem Team die offensiven Impulse geben kann.

Sempacher haben Spielanlage angepasst

In einer komfortableren Ausgangslage befindet sich der FC Sempach. Das Team von Elvis Velic holte zwei Siege und ein Remis und befindet sich überraschend in der Spitzengruppe. «Wir geniessen diese Situation, wissen aber, dass wir nicht immer über das nötige Schlachtenglück verfügen», sagt Velic mit einem Lachen. «Ich habe auch nach der letzten schlechten Vorrunde immer an die Mannschaft geglaubt, war überzeugt, dass Kaderbreite und Qualität ausreichen, um in der 2. Liga bestehen zu können.» Die Seeländer setzen auf ein starkes Kollektiv mit Zweikampfstärke und einer guten Organisation. Offensiv wird vielfach mit langen Bällen agiert. Eine auf den gross gewachsenen Strafraumspieler Valmir Tola und den wendigen Luca Bühler zugeschnittene Spielanlage. Tola war es auch, der in der 12. Minute auf Flanke von Bühler mit dem Kopf den Siegtreffer erzielte. Eine Führung, die der Passgeber schon drei Minuten zuvor hätte erzielen müssen. Er scheiterte jedoch am gut reagierenden Littau-Torhüter Ramon Grüter. Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Tola (42.) beschränkten sich die Gäste mehrheitlich auf das Verwalten des Vorsprungs, waren sich dabei nicht zu schade, Angriffe der Littauer mit rustikalen Befreiungsschlägen zu unterbinden.

Mit dieser Spielweise reagierte Velic auf die Abwehrschwäche der letzten Saison. Eine Spielanlage, mit der Littau nie zurechtkam und der Velic-Truppe den nicht unverdienten Sieg einbrachte und die mitgereisten Fans, als die Spieler in die Kabine marschierten, zu einer Standing Ovation animierte. Ein Szenario, das sich Andreoli für seine Spieler in Zukunft bestimmt auch wünschen würde.