Der FC Zell kämpft um den Ligaerhalt und ein neues Klubhaus

3.-Liga-Schlusslicht Zell verliert gegen Gruppe-3-Leader Ruswil 0:1. Spielertrainer Flamur Prendi bleibt optimistisch.

Michael Wyss
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Flamur Prendi, Spielertrainer des Drittligisten FC Zell.

Flamur Prendi, Spielertrainer des Drittligisten FC Zell.

Michael Wyss

«Ein Punkt, das wäre top. Es wird nicht einfach, denn Ruswil kommt als ungeschlagener Leader zu uns», sagte Zells Spielertrainer Flamur Prendi vor dem Duell. Und das Team des 30-Jährigen, das in fünf Partien ein Unentschieden erkämpfte, forderte den Favoriten aus dem Rottal über 90 Minuten. Wenig fehlte zur Überraschung. Ruswil feierte einen 1:0-Duselsieg.

Prendi: «Leider wurden wir für unsere Anstrengungen nicht belohnt. Wenn du Schlusslicht bist, verlierst du genau solche Spiele. Doch die Leistung zeigt mir, dass wir gewisse Qualitäten haben.» Was fehlt, ist «das Quentchen Glück und etwas Cleverness», weiss Präsident Konrad Häfliger. «Ein Sieg täte den ganz jungen Spielern sehr gut», analysierte Christian Binde die Situation. Der 36-Jährige unterstützt seit Sommer Prendi im Trainerstaff und will seine bekannten Skorerqualitäten in der Offensive beweisen. Binde kam wie Prendi von Willisau.

Prendi kam in der Winterpause, nach dem Daniel Bucher in Zell den Rücktritt gab. Warum der Wechsel? «Es war eine Herzenssache. Zell ist mein Stammverein, hier habe ich meine Wurzeln und habe die Freude zum Fussball entdeckt. Ich hatte viele schöne Jahre in Willisau, es war nun Zeit für eine Veränderung. Die Chance, hier als Spielertrainer zu wirken, war reizvoll.» Auf dem Weg zum Ligaerhalt braucht es viel Geduld. «Die jungen Spieler machen einen Reifeprozess durch und können sich in der 3. Liga beweisen. Das Unterfangen Ligaerhalt wollen wir mit unserem eigenen Nachwuchs schaffen, den wir in die erste Mannschaft Jahr für Jahr einbauen», so der Vereinshöchste weiter.

Bereits heute Dienstag trifft Zell im IFV-Cup auswärts auf den Drittligist Horw. Der Cup ist reizvoll, auch wenn es einige Hürden gibt bis man in der 1. Hauptrunde steht, erklärt Prendi: «Ein Traum wäre, gegen einen Challenge League oder Super League Vertreter zu spielen. Wenn wir Kriens oder Luzern hier begrüssen könnten, das wäre unglaublich.»

Der FC Zell kämpft nicht nur auf dem Rasen um den Ligaerhalt, sondern auch neben dem Platz um ein neues Klubhaus. Es soll ein Neubau realisiert werden. Der Gemeinderat will sich an den Gesamtkosten von rund einer Million Franken mit 450000 Franken beteiligen. Das letzte Wort hat das Zeller Stimmvolk an der Gemeindeversammlung im Dezember. Häfliger: «Sportlich sind wir in der 3. Liga angekommen, nun müssen wir auch in Sachen Infrastruktur einen Schritt nach oben machen.»

Ruswiler Bescheidenheit im Erfolg

Mit fünf Siegen und einem Unentschieden steht Ruswil (Durchschnittsalter 23,5 Jahre) unangefochten auf Rang 1. Überzeugend war bisher die Defensive mit nur vier Gegentreffern, was nach dem sechsten Spieltag ein Spitzenwert in der 3. Liga bedeutet. Trainer Marco Groenendijk: «Ein Vorteil war sicher, dass das Kader keine grossen Veränderungen erfahren musste. Wir konnten an der vorhandenen Basis weiterarbeiten. Die Zuzüge im offensiven Bereich haben zudem eine Qualitätssteigerung gebracht.» Sein Assistenz Reto Heller: «Wichtig ist auch der Mix und der Kitt innerhalb der Mannschaft. Wir haben junge Wilde und einige Routiniers. Der Zusammenhalt stimmt.»

Ist Ruswil nun ein Kandidat für die Aufstiegsrunde? Groenendijk: «Im Fussball kann es schnell gehen. Es wäre vermessen, nach dem sechsten Spieltag schon von den Top 2 zu sprechen. Der Start war vielversprechend, hier können wir aufbauen.» Ruswil trifft heute im IFV-Cup auf Drittligist Hitzkirch.