Der FC Sarnen befindet sich im Trott der letzten Saison

Sarnen (2. Liga inter) verlor auch gegen Sursee mit 0:3. Es war nicht das beste Spiel von Goalie Ivo Sigrist.

Ruedi Vollenwyder
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Sursees Aussenangreifer Emanuel Pinto (links) lässt Sarnens Aussenverteidiger Anto Brnic aussteigen.

Sursees Aussenangreifer Emanuel Pinto (links) lässt Sarnens Aussenverteidiger Anto Brnic aussteigen.

Bild: Dominik Wunderli (Sarnen, 26. September 2020)

Im Abstiegskampf gegen Sursee absolvierte Goalie Ivo Sigrist seinen 73. Ernstkampf für den FC Sarnen. Einer, den er mit selbstkritischer Analyse und ohne Punkte im Gepäck bitter enttäuscht beendete. Denn die Obwaldner bleiben nach der erneuten 0:3-Niederlage gegen das ebenfalls schlecht gestartete Sursee ohne Sieggefühle. Der als Wirtschaftsprüfer arbeitende Goalie Ivo Sigrist konnte seinen Kasten nur bis zur 14. Minute dichthalten. Dann wurde Emanuel Pinto im Strafraum ohne Not gefoult: Penalty. Lars Unternährer schickte den Sarnen-Goalie in die falsche Torecke: 0:1. Beim 0:2 (27.) leistete sich der sonst souveräne Ivo Sigrist einen seiner seltenen Patzer. Der ungenügend abgewehrte Ball landete direkt vor die Füsse von Milos Mitrovic, dieser versorgte die Kugel zum zweiten Surseer Treffer in die Maschen. «Ja, diesen Gegentreffer muss ich auf meine Kappe nehmen. Ich bin mir dieses Fehlers bewusst, denn ich selber bin mein grösster Kritiker», sagt er etwas wehmütig.

Seit dieser Saison ist der 30-jährige Ivo Sigrist beim FC Sarnen die Nummer eins im Tor. Obwohl er schon seit der Saison 2011/12 im Kader steht, kam das Sarner Eigengewächs lange nicht über das Reservisten-Dasein hinaus. Bruder Norbert Sigrist stand ihm lange «vor der Sonne». «Damit konnte ich gut leben. Und als Ersatzgoalie lernte ich viel von ihm. Der Goalie-Job blieb ja in der Familie», meinte er schmunzelnd. Die beiden Sigrists arbeiten auch weiter zusammen. Der vier Jahre ältere Norbert versucht als Goalietrainer, seinem Bruder sein wirklich kompetentes Torhüter-Wissen zu vermitteln. «Obwohl er gegen Sursee nicht sein bestes Spiel zeigte, bin ich mit seinen bisherigen Leistungen zufrieden», wertet Trainer Norbert Sigrist die Torhüterkünste seines Bruders positiv. Zurück zu diesem «Not- gegen Elend-Spiel» zwischen dem Tabellenletzten FC Sarnen (1 Punkt) und dem Vorletzten FC Sursee (3 Zähler). In der ersten Halbzeit bekamen die Fans ob dem bitterkalten Wetter keine warmen Füsse. Die Obwaldner, bei denen nach dem Ausfall von Nando Omlin auch noch der verletzte Ante Pekas fehlte, spielten gut mit und hatten auch ihre Torchancen (11. Kopfball Lukas Koch/25. Joshua Ochsenbein). Doch einmal mehr war die fehlende Effizienz (erst drei Tore in sechs Partien) das grösste Sarner Übel.

Erfolgreicher lief das Spielgeschehen für Gegner Sursee. Die zwei «geschenkten» Tore brachten die nötige Ruhe ins Spiel von Trainer Daniel Feuchter. Obwohl die Surseer keinen Deut besser spielten als die verunsicherten Sarner. «Das frühe Penaltytor spielte uns natürlich in die Karten. Wir strebten diesen frühen Treffer aber auch an», resümiert der erfahrene Elfmeterschütze Lars Unternährer. Der ehemalige Spieler vom SC Kriens und SC Buochs doppelte zehn Minuten nach der Pause nach. Janosch Kramis überlistete die nicht immer gut aussehende Sarner Defensive mit einem Zuckerpass in die Tiefe. Routinier Unternährer liess dem FC-Sarnen- Goalie Ivo Sigrist keine Abwehrchance.

Sarner Ersatzgoalie muss als Feldspieler einspringen

Klar, dass nach dem dritten Surseer Treffer der auf schwachem spielerischen Niveau gespielte Match gelaufen war. «Für uns ist dieser Sieg äusserst wichtig. Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Auch wenn unser Auftritt in Sarnen alles andere als gut war. Verdient haben wir diese drei Punkte allemal», bemerkte der 29-jährige FCS-Angreifer. Auf der Gegenseite hadert Ivo Sigrist: «Praktisch in jedem Spiel müssen wir für ein paar schlechte Minuten büssen. Das drückt schon auf die Moral. Obwohl die Ausgangslage trist ist, ein Aufgeben gibt es für mich nicht.»

Augenfällig: Beim FC Sarnen hat man den Trott der letzten Saison noch nicht ablegen können. Auch personell sieht es trostlos aus. Ab der 80. Minute musste gar Ersatzgoalie Nino Fanger den Feldspieler-Dress mit der Nummer 8 überziehen, als der vom Verteidiger zum Stürmer umfunktionierte Lukas Koch wegen einer Zerrung vom Spielfeld musste.